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IAA inmitten der Diesel-Krise: Merkel eröffnet Automesse

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Kanzlerin eröffnet IAA  

Merkel: "Autobranche muss Vertrauen zurückgewinnen"

14.09.2017, 13:44 Uhr | dpa-AFX, AFP

IAA inmitten der Diesel-Krise: Merkel eröffnet Automesse. Angela Merkel und Dieter Zetsche (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst)

Luft nach oben? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Eröffnungsrundgang der Internationalen Automobilausstellung IAA am Stand von Mercedes. Neben ihr steht der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa)

Zehn Tage vor der Bundestagswahl und mitten in der Diesel-Krise kam Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am heutigen Donnerstag bei der Branchenmesse IAA mit wichtigen Automanagern zusammen.

Die CDU-Chefin hat die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main offiziell eröffnet. Anschließend folgte ein rund zweistündiger Rundgang über die Messe. Dabei hat Merkel die Stände aller großen deutschen Autohersteller besucht. Der wegen des "Dieselgate" in Verruf geratenen Autobranche hat sie noch einmal ins Gewissen geredet.

Merkel: Autobranche muss Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen

Die Bundeskanzlerin hat die Autobranche gemahnt, aus den Fehlern des Dieselskandals zu lernen und sich rasch zu erneuern. Die Autokonzerne müssten "alles daran setzen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen so schnell wie möglich zurückzugewinnen", sagte Merkel am heutigen Donnerstag bei der offiziellen Eröffnung. Sie nannte die Branche zugleich eine "Schlüsselindustrie" für Deutschlands Wirtschaft.

Verbraucher und Behörden "getäuscht und enttäuscht"

Unternehmen hätten Regelungslücken "exzessiv" ausgenutzt, kritisierte Merkel. Sie hätten sich damit selbst Schaden zugefügt, aber auch Verbraucher und Behörden "getäuscht und enttäuscht". Auch wenn dieses Verhalten nur eine Minderheit der Branche betreffe, sei viel Vertrauen zerstört worden. Dieses wieder zurückzugewinnen, sei im Interesse der Unternehmen, aber auch des gesamten Standorts Deutschland. Wenn die Autobranche gut in Fahrt sei, gebe das der gesamten Wirtschaft Schubkraft, sagte die Kanzlerin.

Nicht nur Volkswagen hat betrogen

Merkel sprach vor zahlreichen heimischen Autobossen, einen offenen Schlagabtausch gab es aber nicht. Die Kanzlerin betonte, nicht nur Volkswagen, auch andere Hersteller hätten gesetzliche Lücken in der EU exzessiv genutzt, um die Abgasreinigung von Dieselautos zugunsten der Fahrleistung zu drosseln. Nun müssten sich neben den deutschen auch die ausländischen Hersteller daran beteiligen, durch die Nachrüstung von Dieselmotoren die Luft sauberer zu machen, forderte sie unter Beifall.

Automesse inmitten der Dieselkrise

Die IAA ist in diesem Jahr stark vom Dieselskandal und der Debatte um mögliche Fahrverbote in Städten überschattet. Merkel sagte dazu, es führe kein Weg daran vorbei, dass einerseits noch über Jahrzehnte effiziente und sparsame Verbrennungsmotoren gebraucht würden und auf der anderen Seite mehr denn je in die Förderung und Entwicklung neuer Antriebstechnologien investiert werden müsse. So sei es auch zu schaffen, "Fahrverbote für Diesel zu verhindern". Sie wandte sich gegen eine Verdammung der Dieseltechnologie und plädierte für Übergangslösungen. Verbrennungsmotoren würden noch "auf Jahre und Jahrzehnte" gebraucht. Das laute Nachdenken über ein Ende von Verbrennungsmotoren in China müsse die deutschen Exporteure allerdings aufhorchen lassen.

Anegla Merkel mit Harald Krüger (Quelle: Reuters/Kai Pfaffenbach)Angela Merkel mit Harald Krüger, dem Vorstandsvorsitzenden der BMW AG auf der Eröffnung der IAA in Frankfurt. (Quelle: Kai Pfaffenbach/Reuters)

Autobauer gestehen Fehler ein

Die Autobauer gaben sich erneut reumütig. "Wir wissen genau, dass in einzelnen Unternehmen in unserer Branche im In- und Ausland gravierende Fehler passiert sind", sagte der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Dies hätte nicht geschehen dürfen. "Wir sind uns bewusst, dass Vertrauen verloren gegangen ist, und dieses zurückzugewinnen ist unser oberstes Anliegen."

Zugleich forderte der VDA aber auch, dass die Branche mit ihren rund 800.000 Beschäftigten in Deutschland nicht pauschal verurteilt werden dürfe. Die Diskussion über Diesel-Schadstoffe müsse differenziert geführt werden. So kritisierte Wissmann, dass für Büros oder Gewerberäume in Europa höhere Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid gälten als für die Außenluft. Auch in den USA sei dieser Grenzwert weniger streng als in der EU. "Hätten wir den in Deutschland, hätten wir an keiner Messstelle mehr ein Problem." Die Branche werde den Verbrennungsmotor nicht aufgeben, gleichzeitig aber neue Wege mit der Elektromobilität gehen. "Innovative Zukunftsstrategien sind allemal besser als pauschale Fahrverbote", betonte der VDA-Chef.

Opposition hatte der Kanzlerin Nachgiebigkeit vorgeworfen

Die Opposition hatte der Kanzlerin zu große Nachgiebigkeit gegenüber der Autoindustrie vorgeworfen. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte die Automanager im Wahlkampf teils scharf attackiert. Das Problem sei, dass "millionenschwere Manager bei VW , bei Daimler , die Zukunft verpennt haben", kritisierte er.

Merkel: Nachrüstung der Autosoftware sei "das Mindeste"

Ob dies ausreicht, um Fahrverbote zu verhindern, ist indes umstritten. Merkel hatte gesagt, die Nachrüstung der Autosoftware sei "das Mindeste". Im Herbst soll es einen weiteren Dieselgipfel mit der Wirtschaft geben.

Zu Beginn der IAA hatten die deutschen Autohersteller eine Offensive bei Elektrofahrzeugen angekündigt. Die Nachfrage nach E-Autos bleibt aber schwach. Weitere Schwerpunkte der Branchenmesse sind die Digitalisierung mit immer mehr Internet im Auto, der Ausbau von Mobilitätsdienstleistungen sowie autonome Fahrzeuge.

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