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Ryan-Air-Chef: "Lufthansa darf kein 'Luftfahrt-Monster' werden"

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Streit um Air Berlin  

Ryan-Air-Chef: "Lufthansa darf kein 'Luftfahrt-Monster' werden"

14.09.2017, 13:15 Uhr | dpa, dpa-AFX

Ryan-Air-Chef: "Lufthansa darf kein 'Luftfahrt-Monster' werden". Für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin endet am 15.09.2017 die Bieterfrist. (Quelle: dpa/Paul Zinken)

Für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin endet am 15.09.2017 die Bieterfrist. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Vor dem Ende der Bieterfrist für die insolvente Air Berlin warnt der Konkurrent Ryanair vor einem Zuschlag für den deutschen Marktführer Lufthansa. Zugleich gibt es aber eine weitere Gruppe, die Interesse an Fluggesellschaft hat. Mit an Bord: Niki Lauda.

Vor dem Ende der Bieterfrist für die insolvente Air Berlin warnt der Konkurrent Ryanair vor einem Zuschlag für den deutschen Marktführer Lufthansa. "Lufthansa ist ein Luftfahrt-Champion, aber sie sollte kein Luftfahrt-Monster werden", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Donnerstag in Berlin. Mit einer Übernahme der zweitgrößten Fluggesellschaft Air Berlin werde Lufthansa den deutschen Markt dominieren, die Folge seien höhere Ticketpreise.

O'Leary sieht die Insolvenz von Air Berlin verbunden mit einem staatlichen Übergangskredit als abgekartetes Spiel zugunsten der Lufthansa. Konzernchef Carsten Spohr und Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hätten den Prozess gemeinsam eingeleitet - "Carsten und sein Minion" (Gehilfe), wie O'Leary sagte. Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte der Ryanair-Chef "Mad Mike", weil dieser sich für Lufthansa stark macht.

Ryanair kündigte an, im nächsten Sommer die Zahl der Verbindungen in Berlin-Schönefeld um 3 auf 46 zu erhöhen. Mehr sei nicht möglich, sagte O'Leary, der neun Maschinen in Schönefeld stationiert hat. "Wir würden gerne fünf oder sechs weitere Flugzeuge nach Schönefeld bringen, aber der Flughafen ist voll." O'Leary rief die Berliner daher erneut auf, sich beim Volksentscheid am 24. September dafür auszusprechen, dass der Flughafen Tegel in Betrieb bleibt.

Kurz vor Ende der Bieterfrist für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat sich zudem eine neue Allianz gebildet. Der Unternehmer Niki Lauda steigt in den Bieterwettstreit um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin ein. Gemeinsam mit dem Touristikkonzern Thomas Cook und dessen Fluggesellschaft Condor biete er "um die 100 Millionen" Euro für Teile des Konzerns, sagte Lauda am Donnerstag dem österreichischen Sender "ORF". Das Angebot umfasst demnach den Erwerb der einst von ihm gegründeten Air-Berlin-Tochter Niki sowie von 17 Flugzeugen von Air Berlin.

Die Kombination mit Thomas Cook und dessen Unternehmenstochter Condor sei "ideal", da auf diese Weise eine Auslastung der Flugzeuge gewährleistet werden könne. Außerdem solle die nicht insolvente Niki wieder auf den Markt der Charterflüge gebracht werden.

Condor will auch zuschlagen

Lauda, Gründer und früherer Besitzer der Niki will den Angaben zufolge 51 Prozent des Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste solle die Condor-Mutter Thomas Cook sorgen. Ein Condor-Sprecher dementierte die Meldung nicht. Man stehe weiterhin bereit, eine aktive Rolle bei der Restrukturierung der Air Berlin und der Niki zu spielen, erklärte er in Frankfurt.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt unter anderem mit dem Primus Lufthansa über einen Verkauf von Unternehmensteilen. Der deutsche Marktführer könnte rund 90 der 144 Flugzeuge übernehmen, hieß es zwischenzeitlich.

Partner bei der Stange halten

Verhandelt wird laut Air Berlin auch mit drei weiteren Airlines. Beobachter nennen etwa Easyjet und Condor. Interesse angemeldet haben auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl und der frühere EnBW-Chef Utz Claassen. Aus Berlin hoben eine Spedition und ein Hotelier die Hand, aus Österreich Niki Lauda. Als letzter brachte sich der chinesische Betreiber des Flugplatzes Parchim ins Gespräch.

Wöhrl warnte derweil vor einem Scheitern der Gespräche. Mögliche Investoren könnten durch die jüngsten Flugausfälle "verunsichert werden und sich aus dem Bieterverfahren zurückziehen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Bisher konnte ich unsere Partner bei der Stange halten, aber auch in diesem Kreis fragt man sich, ob die Piloten wissen, was sie tun." Wöhrl will das Unternehmen als Ganzes erhalten und für die Airline bis zu 500 Millionen Euro bieten.

Kranke Piloten fliegen nicht

Seit Tagen fallen bei Air Berlin zahlreiche Flüge aus, weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten. Hinter der Krankheitswelle wird ein illegaler Streik der Piloten vermutet. Am Mittwoch gab es dann die Entwarnung: Viele Crews wollten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Wöhrl befürchtet, dass der staatliche 150-Millionen-Euro-Kredit verbraucht sein könne, ehe die Kaufverträge ausgehandelt seien. Das würde zur "Einstellung des Flugbetriebes und damit möglicherweise zu einem klassischen Insolvenzverfahren führen", sagte er. Die Bundesregierung hatte den Kredit bewilligt, um den Flugbetrieb während des Insolvenzverfahrens zu sichern. Von den 150 Millionen Euro seien bereits 24 Millionen Euro an die Fluglinie überwiesen worden, meldete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin.

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