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Wirtschaft  

Deutsche Werkzeugmaschinenbauer sind auf Kurs

17.09.2017, 14:33 Uhr | dpa-AFX

HANNOVER (dpa-AFX) - Die deutschen Werkzeugmaschinenbauer sehen sich auf Kurs zu einem Umsatzplus im Gesamtjahr 2017. Erwartet werde ein Anstieg um drei Prozent, sagte der Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), Wilfried Schäfer. Im vergangenen Jahr lagen die Erlöse bei rund 15 Milliarden Euro. "Es sieht auf allen wichtigen Märkten positiv aus", sagte Schäfer. Mit der drohenden Abschottung der US-Märkte habe die Branche nicht zu kämpfen, auch der Export habe im ersten Halbjahr zugelegt. Die Vereinigten Staaten sind den Angaben zufolge der zweitgrößte Markt der Branche.

Schäfer sprach im Vorfeld der EMO in Hannover (18. bis 23. September), die als Weltleitmesse für Metallbearbeitung gilt und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Montag eröffnet wird. Insgesamt werden über 2200 Aussteller aus 45 Ländern erwartet. Gezeigt werden Werkzeugmaschinen und Produktionssysteme, Präzisionswerkzeuge, Steuerungstechnik sowie Komponenten für die Fertigungsautomatisierung. Vor vier Jahren zeigten mehr als 2100 Aussteller aus 43 Ländern ihre Produkte, knapp 145 000 Besucher wurden gezählt.

Die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump bereitet der Branche keine Kopfschmerzen, "denn dann muss in Amerika in Produktionstechnik investiert werden", erläuterte Schäfer. "Das ist für uns vorteilhaft, die USA haben dort weitgehend keine eigene Kompetenz."

Stark entwickelt habe sich China als größter Markt in den vergangenen 18 Monaten - mit einem deutlichen Zuwachs bei Export und Auftragseingang. Der wichtige europäische Markt werde im laufenden Jahr sein hohes Niveau halten, schon im zweiten Jahr deutlich negativ entwickele sich aber das Geschäft in Großbritannien. Unklar sei, welche Rolle der Brexit-Beschluss dabei spiele, sagte Schäfer. Der Geschäftsführer betonte auch, die Branche gehe positiv ins nächste Jahr, der Auftragsbestand sei hoch, die Kapazitätsauslastung auch.

Die wichtigsten Trends der Messe drehen sich nach Schäfers Worten um die vernetzte Industrie, die sogenannte Industrie 4.0, intelligente Werkzeuge und die sogenannte additive Fertigung auch bei metallischen Werkstoffen, die allerdings in den meisten Fällen Nachbearbeitung auf klassischen Maschinen erfordere. Zum Trend 3-D-Druck sagte er: "Wir sehen nicht, dass demnächst alles gedruckt wird." Nicht alle Materialien seien als Pulver verfügbar.

Die wichtigsten Kunden der Werkzeugmaschinenbauer sind die Autoindustrie mit einem Anteil von um 40 Prozent sowie der Maschinenbau mit einem Anteil von ungefähr 30 Prozent. Die Branche beschäftigt über 70 000 Mitarbeiter.

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