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Wirtschaft - Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann: 'Bin mit mir im Reinen'

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Wirtschaft  

Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann: 'Bin mit mir im Reinen'

04.10.2017, 16:36 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verneint eine Mitschuld an der aktuell schwierigen Lage des größten deutschen Geldhauses. "Niemand ist perfekt, aber ich bin mit mir und meiner Arbeit im Reinen", sagte Ackermann der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). "Sicher waren die vielen Rechtsfälle und die teuren Vergleiche, zu denen sie führten, dem traditionell großen Ansehen der Bank gerade in Deutschland alles andere als zuträglich. Damit, dass es geschäftlich heute nicht mehr so gut läuft, haben sie jedoch relativ wenig zu tun." US-Wettbewerber hätten höhere Rechtskosten zu schultern gehabt, denen gehe es aber "trotzdem wieder blendend".

Der heute 69-Jährige stand von Mai 2002 an für zehn Jahre an der Spitze der Deutschen Bank. "Die Bank ist in dem Jahrzehnt, in dem ich die Ehre hatte, sie zu führen, binnen kurzer Zeit zu einer der führenden Investmentbanken der Welt aufgestiegen", sagte Ackermann. Er und sein damaliges Führungsteam seien zweifellos ehrgeizig, aber nicht gierig gewesen. "Und wir haben sicher nicht die Weltwirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Das waren andere!"

Allerdings musste sich die Bank in den vergangenen Jahren mit etlichen teuren Rechtsstreitigkeiten herumschlagen, die ihren Ursprung im Investmentbanking hatten: Unter anderem waren Mitarbeiter an der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor beteiligt.

Seit Juli 2015 führt John Cryan die Deutsche Bank . Er drückt beim Abbau der Altlasten aufs Tempo und stellt das Geldhaus neu auf, um den Anschluss an die internationale Konkurrenz wiederzufinden. "Wir wären heute in besserer Verfassung, wenn wir das, was wir in den vergangenen zwei Jahren erledigt haben, schon vor sechs oder sieben Jahren getan hätten", hatte Cryan gesagt. Nach der Finanzkrise habe die Deutsche Bank später als alle anderen damit begonnen, Probleme zu beheben. Das wurde als Kritik an Ackermann gewertet. Ein Sprecher der Bank äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Ackermann-Interview.

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