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Allianz warnt  

Hackerangriffe auf Autos werden zunehmen

18.10.2017, 12:17 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Allianz warnt: Hackerangriffe auf Autos werden zunehmen. Der Schutz vor Angriffen sind im Auto oft unzureichend. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Daniel Naupold)

Der Schutz vor Angriffen sind im Auto oft unzureichend. (Symbolbild) (Quelle: Daniel Naupold/dpa)

Bisher gab es nur einzelne Angriffe von Datendieben und Saboteuren auf Autos. Die Allianz-Versicherung fürchtet aber, dass die Zahl von Hackerangriffen in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Der Grund sind ungesicherte Datenschnittstellen in vielen Autos.

"Die Schutzmechanismen vor Hackerangriffen sind – gerade bei älteren Fahrzeugen – oft unzureichend", sagt Joachim Müller, Vorstand des Sachversicherungs-Vorstand bei der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb wird die Zahl der Angriffe auf vernetzte Fahrzeuge in den kommenden Jahren steigen."

In der Autobranche gilt vor allem die OBD2-Schnittstelle als gefährdet, die seit Ende der neunziger Jahre in alle Fahrzeuge eingebaut ist. Diese ungesicherte Schnittstelle wurde bewusst offen gehalten und war ursprünglich für das Auslesen von Abgasdaten per Kabel in der Werkstatt gedacht, wie Maik Böres erläutert, Leiter "Future Mobility" bei BMW.

Schutz gegen Eingriffe von außen mangelhaft

Inzwischen ermöglichen jedoch nachträglich installierte "smart dongles" für diese Schnittstelle die Datenübertragung per WLAN oder Sim-Card – damit lässt sich beispielsweise ein elektronisches Fahrtenbuch führen. Doch der Schutz gegen Eingriffe von außen ist mangelhaft. "Die Dongles von Drittanbietern sind zum Teil nicht mal passwortgeschützt", sagt Böres. Die Münchner Autobauer haben Vorkehrungen getroffen: "Bei BMW sind alle fahrsicherheitsrelevanten Dinge von der OBD-Schnittstelle abgekoppelt", erklärt Böres.

Doch gibt es Sorgen in- und außerhalb der Autobranche, dass die Sicherheitsvorkehrungen keineswegs bei allen Herstellern ausreichend sind. "Heute sind moderne Autos rollende Computer", sagt Allianz-Vorstandsmitglied Müller. Durch die Multimedia- und Internetfunktionen seien zentrale Steuergeräte im Auto häufig nicht nur mit dem Internet verbunden, sondern hätten auch internen Zugriff auf die Kommunikationsnetze des Fahrzeugs.

Kriminelle Attacken auf Autos können lebensgefährlich werden

Ein Hackerangriff auf Computer oder Handy ist für die Opfer sehr ärgerlich, doch in aller Regel nicht lebensgefährlich. Kriminelle Attacken auf Autos dagegen könnten gefährlich für Leib und Leben werden: "Wichtige Fahrfunktionen, wie etwa ESP oder Bremsassistenten sind in die fahrzeuginterne Datenkommunikation eingebunden", sagt Müller. "Wem es gelingt, in diese Systeme einzudringen, der kann zum Beispiel auch ein ungewolltes Bremsmanöver auslösen."

Die Szenarien sind bedrohlich: "Cyberangriffe auf Fahrzeuge machen Hersteller und große Flottenbetreiber zu potenziellen Erpressungsopfern", sagt Müller. Am Anfang stehe immer der individuelle Angriff auf das vernetzte Auto. "Findet ein Hacker eine Schwachstelle, könnte er dann aber alle Fahrzeuge derselben Baureihe gleichzeitig sabotieren und zum Beispiel den Motor abstellen. Der Reputationsschaden für die Automobilbranche wäre riesig."

Motor mittels Bluetooth-Signal ausgeschaltet

Großangelegte Attacken auf ganze Fahrzeugflotten sind noch nicht bekannt geworden, doch haben Hacker die OBD2-Schnittstelle ohne Probleme geknackt. In einem Fall gelang es den Programmierern des US-Sicherheitsunternehmens Argus, einen laufenden Motor mittels Bluetooth-Signal an einen "smart dongle" auszuschalten. Die Allianz fordert von den Autoherstellern möglichst sichere IT-Architektur, die sich für die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs gegen neue Gefahren nachrüsten lässt.

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