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Wirtschaft - Aktien Frankfurt: Katalonien-Konflikt und Geschäftszahlen stoppen Rekordjagd

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Aktien Frankfurt: Katalonien-Konflikt und Geschäftszahlen stoppen Rekordjagd

19.10.2017, 12:06 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die wieder zugespitzte politische Krise um das abspaltungswillige Katalonien hat am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Leitindex Dax gab gegen Mittag um 0,54 Prozent auf 12 972,84 Punkte nach, erholte sich damit aber wieder etwas von seinem Kursrutsch um rund 1 Prozent am Vormittag. Zur Wochenmitte waren die Investoren noch in Rekordlaune gewesen.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, büßte zuletzt 0,88 Prozent auf 26 080,33 Punkte ein. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,54 Prozent auf 2505,96 Punkte abwärts.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ähnlich stark. Belastend kommt Händlern zufolge hinzu, dass mit SAP , Unilever und Nestle drei europäische Schwergewichte zum Beginn der Berichtssaison mit ihren Zahlen enttäuscht hätten.

Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont hatte derweil die ultimative Forderung der spanischen Zentralregierung zur Beendigung aller Abspaltungsbestrebungen nicht befolgt. In einem von katalanischen Medien veröffentlichten Brief an den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy erneuerte Puigdemont stattdessen sein Dialogangebot, droht aber im Falle härterer Maßnahmen mit der Unabhängigkeit. In einer ersten Reaktion auf den Puigdemont-Brief hieß es, dass die Zentralregierung in Madrid die Aussetzung der derzeit geltenden Autonomie Kataloniens vorantreiben will.

"Damit wird eine Abspaltung der Region wieder wahrscheinlicher und Anleger reagieren entsprechend nervös", sagte ein Börsianer. Investoren gingen wieder verstärkt auf "Nummer sicher". Laut Investmentanalyst Thomas Hollenbach von der Landesbank Baden-Württemberg dürfte eine Zuspitzung der Lage nicht nur iberische Politiker auf Trab halten, sondern auch am Kapitalmarkt Spuren hinterlassen.

Das konjunkturelle Highlight des Tages dürfte am frühen Nachmittag eine Stimmungsumfrage der Notenbank von Philadelphia im Oktober sein. Die robuste Konjunktur in den USA hatte die Wall Street zuletzt auf immer neue Rekordstände getrieben.

Europas größter Softwarehersteller SAP verdiente im dritten Quartal wegen des Gegenwindes vom starken Euro und wegen hoher Investitionen operativ weniger als erwartet. Die Anteilsscheine fielen am Dax-Ende um 2,21 Prozent.

Für eine noch größere Enttäuschung sorgte Kion: Der Gabelstapler-Hersteller musste wegen einer schwachen Nachfrage nach seinen Angeboten für Komplettlösungen rund um Logistikfragen die Prognose senken. Für die Anteilsscheine ging es als Schlusslicht im MDax um mehr als 9 Prozent nach unten. Im Sog dessen büßten die Papiere des Wettbewerbers Jungheinrich knapp 4,5 Prozent ein. Auch die Anteilsscheine anderer Maschinenbauer wie Krones oder Heidelberger Druckmaschinen gerieten unter Druck.

Zooplus hingegen erfreute die Anleger. Der überzeugende Zwischenbericht sei nach der Umsatzenttäuschung im Vorquartal und der jüngsten Strategieänderung besonders wichtig gewesen, schrieb Analyst Borja Olcese. Der Experte hob dabei die dynamische Entwicklung des Onlinehändlers für Haustierbedarf im Neukundengeschäft hervor. Die Papiere zogen um fast 4 Prozent an./la/ag

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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