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Aktien Frankfurt: Dax-Anleger sind unentschlossen

08.11.2017, 14:53 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch keine klare Richtung gefunden. Zahlreiche Unternehmensbilanzen bewegten zwar einzelne Kurs, der Leitindex insgesamt trat aber mit minus 0,01 Prozent auf 13 377,28 Punkten quasi auf der Stelle. Noch am Vortag hatte er mit 13 525 Zählern eine Bestmarke erreicht.

Börsianer halten es für denkbar, dass das Barometer Dax vor einem Jahres-Schlussspurt zunächst noch etwas sinken wird, auch weil der Euro derzeit zum Dollar nicht weiter abwertet. Zudem sorgten sich die Marktteilnehmer ob einer Verzögerung der US-Steuerreform, was den stark gestiegenen US-Aktienmarkt ausbremsen könnte. Die Wall Street erweist sich meist als Taktgeber für den Dax.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es zuletzt um 0,08 Prozent auf 26 908,46 Punkte nach unten, nachdem er im frühen Handel mit 27 151,83 Punkten einen Rekord aufgestellt hatte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor den zweiten Tag in Folge recht deutlich. Aktuell beläuft sich der Abschlag auf 1,38 Prozent beim Stand von 2522,20 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,15 Prozent ein.

Eindeutiger Spitzenwert im Dax waren auch am Nachmittag die Titel von HeidelbergCement mit einem Plus von mehr als viereinhalb Prozent. Die jüngsten Geschäftszahlen hätten überzeugt, sagte ein Analyst. In zahlreichen Märkten des Baustoffkonzerns seien die Perspektiven gut.

Die Titel des Versorgers Eon legten nach der Präsentation der Bilanz um 1,80 Prozent zu. Eon profitierte in den ersten neun Monaten des Jahres von erheblich niedrigeren Zinszahlungen und einem guten Netzgeschäft.

Schwächster Dax-Wert waren die Lufthansa-Aktien mit einem Minus von fast viereinhalb Prozent. Marktbeoachter führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück nach dem zuletzt steilen Kursanstieg.

Ebenfalls nach Vorlage von Zahlen verbuchten im MDax die Anteile des Autozulieferers Schaeffler, des Chemikalienhändlers Brenntag und des Aromenproduzenten Symrise hohe Kursgewinne zwischen 3 und 6 Prozent. Brenntag habe erstmals seit mehreren Quartalen die Erwartungen übertroffen, lobten die Analysten von JPMorgan.

Innogy-Aktien rückten um mehr als 1 Prozent vor. Die RWE-Ökostromtochter und der britische Energiekonzern SSE wollen ihr britisches Privatkunden- und Vertriebsgeschäfts zusammenlegen, was Anleger begrüßten. Innogy klagt seit längerem über schwache Geschäfte in Großbritannien. Das Geschäft dort ist gekennzeichnet von einem harten Wettbewerb und dem Kampf um Kunden.

Hohe Abschläge von fast 6 Prozent mussten hingegen die Aktionäre des Anlagenbauers Dürr verkraften. Ein überraschend schwacher Auftragseingang im dritten Quartal hatte Zweifel geweckt.

Im TecDax fielen die Aktien des Biotechunternehmens Evotec um ebenfalls annähernd 6 Prozent. In erster Linie seien dafür Gewinnmitnahmen ausschlaggebend, so Marktbeobachter. Die Aktien zählen seit Jahresbeginn zu den Überfliegern im deutschen Techwerte-Barometer. Seit einigen Wochen schwanken sie aber stark.

Bei den Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard machten Aktionäre Kasse. Laut Händlern trübten die jüngsten Berichte über die "Paradise Papers" die Stimmung für die Finanzbranche. Wirecard verloren rund viereinhalb Prozent.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 141,91 Punkte. Der Euro pendelte um die Marke von 1,16 US-Dollar. Zuletzt wurde er mit 1,1594 Dollar gehandelt. Der Bund-Future gewann 0,18 Prozent auf 163,60 Punkte./ajx/das

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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