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Nach Pleite von Air Berlin: Reisen wird für Deutsche drastisch teurer

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Nach Air-Berlin-Pleite  

Reisen wird für Deutsche drastisch teurer

15.11.2017, 14:18 Uhr | David Ruch, dpa, t-online.de

Im innerdeutschen Flugverkehr wird es eng – und teuer: Circa 80 von 140 Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin sind zurzeit unbenutzt. (Screenshot: Reuters)
Steigende Preise im innerdeutschen Flugverkehr

Im innerdeutschen Flugverkehr wird es eng – und teuer: Circa 80 von 140 Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin sind zurzeit unbenutzt.

Im innerdeutschen Flugverkehr wird es eng – und teuer: Circa 80 von 140 Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin sind zurzeit unbenutzt. (Quelle: t-online.de)


Weniger Flüge und ausgebuchte Maschinen – die Pleite von Air Berlin schlägt aktuell voll auf die Kunden durch. Folge: Die Preise für innerdeutsche Flüge sind so hoch wie selten.

Knapp drei Wochen nach der Insolvenz von Air Berlin bekommen Reisende die Auswirkungen der Pleite immer deutlicher zu spüren. Für innerdeutsche Flüge zahlen Kunden bei kurzfristigen Buchungen im Schnitt 32,5 Prozent mehr als vor vier Wochen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Vergleichsportals mydealz.de. Das "Handelsblatt" berichtete zuerst darüber. Demnach sind zwischen Oktober und November auf Kurzstrecken die Preise zwischen 26 Prozent an Werktagen und knapp 39 Prozent an Wochenenden gestiegen.

Wochenendreise im November deutlich teurer als im Oktober

Für ihre Analyse haben die Autoren die Preise von 25 Kurz- und Mittelstreckenverbindungen ausgewertet, die zuletzt von Air Berlin und der Tochter Niki bedient wurden. Wer etwa am 6. Oktober übers Wochenende von Hamburg nach München flog und am 8. Oktober zurück, zahlte bei Air Berlin 82 Euro. Heute werden für die gleiche Wochenendreise vom 24. bis zum 26. November bei der Lufthansa 190 Euro fällig.

Unterm Strich zahlt der Kunde wegen der fehlenden Alternative also 108 Euro oder 131,71 Prozent drauf. Das gilt laut mydealz.de für 18 der 25 untersuchten Verbindungen an den verglichenen Wochenenden. Am deutlichsten ist der Preisunterschied auf der Verbindung München-Düsseldorf, für die Kunden im Oktober bei Air Berlin 50 Euro zahlen mussten, jetzt aber 190 Euro bei der Lufthansa – und damit fast dreimal soviel.


Quelle: Statista.de

Lufthansa kann Nachfrage kaum bedienen

Experten hatten den Anstieg erwartet, weil nun auf vielen Strecken insbesondere aus Berlin und Düsseldorf ein wichtiger Wettbewerber fehlt. Vor allem auf den innerdeutschen Verbindungen ist die Lufthansa derzeit weitgehend allein unterwegs und kann die Nachfrage trotz des vereinzelten Einsatzes von Großraumflugzeugen wie der Boeing 747 kaum abdecken. Auf der Mittelstrecke sieht es etwas besser aus, weil hier auch Billigflieger und die jeweiligen nationalen Fluggesellschaften der Zielländer im Rennen sind.

Die höheren Preise im Lufthansa-Konzern seien auf die Gesetze von Angebot und Nachfrage zurückzuführen, erklärte das Unternehmen. "Wir haben unsere Preisstruktur nicht verändert", betonte eine Sprecherin. Seit der Air-Berlin-Pleite sind zugleich deutlich weniger Flieger am Himmel: Rund 80 der 140 Flugzeuge der Hauptstadt-Airline stehen am Boden, laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr fehlen jeden Tag rund 60.000 Sitzplätze. Erst nach einer positiven Kartell-Entscheidung der EU-Kommission kann die Airline mit der Eingliederung der übernommenen Maschinen beginnen.

Auch der irische Billigflieger hat in Deutschland tausende Flüge bis zum Frühjahr gestrichen. Das Ergebnis: Die Jets des Lufthansa-Konzerns sind derzeit viel schneller ausgebucht, das nahezu vollautomatische Buchungssystem reizt die insgesamt 26 Preisklassen zügig aus und bittet die Kunden entsprechend zur Kasse. "Da Flugtickets global und zeitgleich gehandelt werden, können sich die Preise tatsächlich sekündlich ändern", erklärte ein Sprecher vom Vergleichsportal fluege.de gegenüber t-online.de. "Dafür reicht schon eine ausverkaufte Tarifklasse auf einer Verbindung."

Auch die Bahn profitiert

Schon im Oktober, als schon zahlreiche Flüge bei Air Berlin gestrichen wurden und Kunden begannen, die Airline zu meiden, kletterte die Auslastung im Lufthansa-Konzern auf Rekordwerte. Doch nicht nur die Kranich-Airline profitierte von dem verknappten Angebot. Auch auf Schiene und Straße stiegen die Buchungszahlen.

"Für die bisherigen innerdeutschen Hauptrelationen von Air Berlin, nämlich München-Berlin, Köln/Düsseldorf-Berlin und München-Köln/Düsseldorf, haben wir deutlich mehr Buchungen", erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage. Bei dem Staatskonzern rechnet man damit, einen Teil der bisherigen Air-Berlin-Fluggäste, insbesondere Geschäftsreisende, für die Fahrt mit der Bahn zu gewinnen.

Bei Flixbus wollte man noch keine Prognose zu den Auswirkungen der Air-Berlin-Insolvenz abgeben. In der Vergangenheit aber hätte das Fernbusunternehmen beim Ausfall anderer Verkehrsmittel, etwa durch Streik, Bauarbeiten oder Unwetter, Anstiege bei den Buchungen verzeichnet, so ein Sprecher von Flixbus zu t-online.de. Bei höherer Nachfrage seien die Sparpreiskontingente entsprechend schneller vergriffen. Je nach Auslastung zahlten die Kunden dann stufenweise mehr.

Eurowings will Lufthansa Konkurrenz machen

Im kommenden Jahr könnte sich die Preissituation auf dem innerdeutschen Flugmarkt wieder entspannen. Die Lufthansa-Tochter Eurowings kündigte am Dienstag an, ihrer Muttergesellschaft auf einigen Strecken direkte Konkurrenz machen zu wollen.

Unter anderem sollen die Strecken Berlin-Frankfurt, Berlin-München und Düsseldorf-München neu angeboten werden, sagte ein Sprecher in Köln. Auf diesen Verbindungen ist nach dem Ende der Air Berlin derzeit die Lufthansa allein unterwegs.

Auch Easyjet ab 2018 auf innerdeutschen Flügen unterwegs

Ob es dabei zu einem Preiskampf kommt, ist Kartellrechtlern zufolge fraglich, weil beide Gesellschaften demselben Konzern angehören. Allerdings wird erwartet, dass auch die britische Easyjet mit ihren von Air Berlin übernommenen Flugzeugen ab 2018 nach und nach innerdeutsche Verbindungen fliegen wird.

Wegen der komplexen Formalien bei der Übernahme der Flugzeuge und des Personals wollen sich die Briten dabei bis September 2018 Zeit nehmen. Mit der Gewerkschaft Verdi verabredeten sie dazu sogar Übergangsgelder für das Personal der Air Berlin.

Auf welchen Strecken und zu welchen Terminen die Londoner die bis zu 25 Jets einsetzen wollen, haben sie bislang nicht kommuniziert. Erwartet wird aber schon aus kartellrechtlichen Gründen ein Angebot auf den aktuell so überbuchten innerdeutschen Rennstrecken wie Frankfurt-Berlin, Berlin-München oder Düsseldorf-München.

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