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Machtkampf im Aldi-Clan: Gericht vertagt sich im Familienstreit

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Machtkampf im Aldi-Clan  

Albrecht-Witwe will an Stiftungs-Milliarden

23.11.2017, 22:20 Uhr | dpa

Machtkampf im Aldi-Clan: Gericht vertagt sich im Familienstreit. Babette Albrecht, Witwe von Berthold Albrecht, im Jahr 2015 am Landgericht in Essen. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)

Babette Albrecht, Witwe von Berthold Albrecht, im Jahr 2015 am Landgericht in Essen. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Ein Streit um Macht und jede Menge Geld: Nach dem Tod von Berthold Albrecht kämpfen Mitglieder der Aldi-Nord-Familien seit Jahren um ihren Einfluss auf die Jakobus-Stiftung. Eine Entscheidung im Familienstreit wurde vertagt. 

Lange Zeit galt die Aldi-Eigentümerfamilie als mindestens ebenso verschwiegen wie reich. So gut wie nichts drang aus dem Milliardärsclan nach außen. Doch das änderte sich nach dem Tod von Berthold Albrecht im Jahr 2012. Plötzlich entbrannte ein öffentlicher Streit um Macht und Geld im Discounterreich. 

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Bertholds Ehefrau Babette Albrecht und Bertholds Bruder Theo Albrecht junior. Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht vertagt die Entscheidung nach rund acht Stunden Verhandlung. Voraussichtlich am 7. Dezember gegen 10 Uhr soll ein Zeuge angehört werden. Das OVG verhandelt die Berufung gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schleswig unter anderem über die Zusammensetzung des Vorstandes.

Was war der Grund für den Streit?

Hintergrund des Streits ist die etwas komplizierte Eigentümerstruktur bei Aldi Nord. Das Unternehmen ist im Besitz von drei Stiftungen: der Markus-, der Lukas- und der Jakobus-Stiftung. Die Markus- und die Lukas-Stiftung werden von der Gründerwitwe Cäcilie Albrecht und ihrem Sohn Theo Albrecht Junior kontrolliert. Bei der Jakobus-Stiftung haben derzeit Babette Albrecht und ihre Kinder das Sagen.

Große Investitionen und wichtige Entscheidungen können von den Stiftungen nur einstimmig freigegeben werden. Das Zusammenspiel funktionierte über Jahrzehnte problemlos. Doch mit dem Tod von Berthold Albrecht war es plötzlich vorbei mit dem Frieden zwischen den Familienstämmen. Auslöser des Streits: Kurz vor seinem Tod hatte Berthold Albrecht mit einer Satzungsänderung die Macht der Familie im Stiftungsvorstand und damit im Unternehmen spürbar beschränkt.

Das wollte seine Witwe nicht hinnehmen. Strittig ist nicht zuletzt, ob der schwer kranke Berthold Albrecht zu diesem Zeitpunkt noch geschäftsfähig war. Babette Albrecht und ihre Kinder klagten gegen die Satzungsänderung vor dem Verwaltungsgericht Schleswig und bekamen in erster Instanz aus formalen Gründen recht.

Der 2012 gestorbene Aldi-Mitgründer Berthold Albrecht. (Quelle: dpa/Aldi Nord)Der 2012 gestorbene Aldi-Mitgründer Berthold Albrecht. (Quelle: Aldi Nord/dpa)

"Der Name Albrecht verpflichtet zu einem bescheidenen Lebensstil"

Zusätzlich angeheizt wurde der Familienstreit von Differenzen im Lebensstil. Während Theo Albrecht junior dem "Stern" schriftlich mitteilte: "Der Name Albrecht verpflichtet zu einem bescheidenen Lebensstil", sah das schon sein Bruder Berthold in den letzten Lebensjahren offenbar anders. Allein zwischen 2009 und 2011 gab er rund 100 Millionen Euro für Bilder und Oldtimer aus, wie später der Zivilprozess seiner Erben gegen den Kunsthändler Helge Achenbach offenbarte.

Doch geht es um mehr als um familieninterne Zwistigkeiten. Da wichtige Entscheidungen für den Discounter von den Stiftungen nur einvernehmlich getroffen werden können, geht es auch um die Zukunft von Aldi Nord.

Theo Albrecht junior warnte in einem spektakulären Interview im Sommer vergangenen Jahres: "Wenn die alte Satzung wirklich wieder gelten würde, könnten die Kinder von Berthold zusammen mit ihrem Anwalt das Unternehmen am Nasenring durch die Manege führen." Babette Albrecht und ihre Kinder weisen den Vorwurf, sie könnten gegen die Unternehmensinteressen handeln, indes entschieden zurück.

Bislang halten sich die Auswirkungen des Familienstreits auf das Unternehmen noch in Grenzen. Trotz allen Streits haben die Familienstiftungen zuletzt gemeinsam grünes Licht für das mehr als fünf Milliarden Euro teure Modernisierungsprogramm für die Aldi-Nord-Filialen und für die Verlängerung des Vertrages von Aldi-Nord-Chef Marc Heußinger um weitere fünf Jahre gegeben.

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