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Wirtschaft: Dialog brechen ein aus Furcht vor wegfallendem Apple-Geschäft

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Wirtschaft  

Dialog brechen ein aus Furcht vor wegfallendem Apple-Geschäft

30.11.2017, 14:49 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Angst vor einem Wegbruch des wichtigen Geschäfts mit dem iPhone-Konzern Apple hat am Donnerstag die Aktien des Chipkonzerns Dialog Semiconductor einbrechen lassen. Apple könnte schon 2018 eigene Chips zum Strommanagement verwenden, um die Abhängigkeit von Dialog zu verringern, schrieb das japanische Wirtschaftsblatts "Nikkei" unter Berufung auf eingeweihte Personen. Experten gehen aktuell von einem Umsatzanteil bei Dialog mit dem US-Konzern Apple von etwa drei Vierteln aus.

Die Aktien des im Technologiewerte-Index TecDax gelisteten Dialog-Konzerns sackten daraufhin bis auf 28,53 Euro ab. Das war der tiefste Stand seit August 2016. Zuletzt notierten die Papiere noch 20,24 Prozent im Minus bei 29,595 Euro.

Befürchtungen über negative Folgen der großen Abhängigkeit von Apple hatten die Anteilsscheine bereits im April kräftig belastet. Damals hatte Analyst Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe Anzeichen gesehen, dass der Dialog-Großkunde eigene integrierte Schaltkreise für das Strommanagement (PMIC) entwickelt und damit die Chips des TecDax-Unternehmens zumindest teilweise ersetzen könnte. Ab 2019 könnten Eigenentwicklungen demnach in iPhones eingesetzt werden, hatte der Analyst geschrieben.

Dem aktuellen "Nikkei"-Bericht zufolge könnte es nun aber schon 2018 soweit sein, wenngleich eine andere mit der Sache vertraute Person von einer möglichen Verzögerung bis 2019 gesprochen habe. Dialog Semiconductor versuchte anschließend die Anleger zu beruhigen: Die Geschäftsbeziehungen liefen normal.

Analyst Robin Brass von der Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) erachtete die Wahrscheinlichkeit als gering, dass Apple schon ab 2018 die Powermanagement-Chips von Dialog durch eigene Produkte ersetzt. "Ich kann mir zwar vorstellen, dass so etwas passieren wird, aber nicht so schnell", sagte Brass der Nachrichtenagentur Bloomberg. Normalerweise würden die Verträge immer für die übernächste iPhone-Generation gemacht, so dass Dialog bereits wissen müsse, wenn es einen Ersatz für die eigenen Produkte geben sollte.

Die nun wieder hochgekochte Angst der Dialog-Aktionäre muss auch vor dem Hintergrund des Umgangs von Apple mit einem anderen Lieferanten gesehen werden: So hatte Apple im Frühjahr angekündigt, an einer eigenen Technologie für die Grafikchips seiner Mobilgeräte wie iPhones und iPads zu arbeiten. Die Aktie des britischen Zulieferers Imagination Technologies hatte daraufhin schlagartig fast zwei Drittel ihres Werts verloren.

Die Kursverluste vom April - damals waren die Dialog-Papiere fast bis auf 30 Euro gefallen - hatten die Aktien damals recht schnell wettgemacht. Nach abermaligen Kursverlusten pendelten sie dann bis zuletzt über weite Strecken zwischen etwa 36 und 40 Euro.

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