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Weihnachtsfrei für alle: IT-Panne stürzt American Airlines ins Chaos

30.11.2017, 16:03 Uhr | dpa-AFX

(neu: mehr Details und Hintergrund)

FORT WORTH (dpa-AFX) - Dieses Malheur könnte auch aus einer von Hollywoods ulkigen Weihnachtskomödien stammen: Wegen einer internen Panne hat die Fluggesellschaft American Airlines (AA) viel zu vielen Mitarbeitern des Flugpersonals versehentlich Urlaub in der Ferienzeit bewilligt. Nun ist das Chaos groß - Tausende Flüge zwischen dem 17. und 31. Dezember drohen auszufallen. Wie konnte es zu dem Missgeschick kommen?

American Airlines hält sich bedeckt. "Wir arbeiten schnellstmöglich an einer Lösung für das Problem", schrieb das Unternehmen lediglich auf Twitter. Schuld ist offenbar ein Systemfehler. Die Airline nutze für die Personalplanung eine App namens "Trip Trade", verriet ein Pilot dem Portal "Yahoo Finance". Hier sei es zu einer folgenschweren technischen Störung gekommen.

Nach Angaben des Mitarbeiters, der seinen Namen nicht preisgeben wollte, können Piloten Flüge abgeben, die in der Anwendung grün markiert sind. Rot aufscheinende Flüge müssen hingegen angetreten werden und dürfen höchstens untereinander getauscht werden. Zur Weihnachtszeit, wo der Flugverkehr auf Hochtouren läuft, aber viele Piloten gerne bei ihren Familien daheim wären, kam es zur Panne.

"Alle Flüge schalteten auf grün, so dass jeder Trips abgab", erklärt der Pilot. Der Fehler sorgte also dafür, dass ausgerechnet die unbeliebtesten Dienste zu einer Angelegenheit für Freiwillige wurden. Das Ergebnis überrascht kaum: "Niemand hat gesagt "ich will an Weihnachten arbeiten"", so der Mitarbeiter. Nun kämpft American Airlines mit den Konsequenzen. Rund 15 000 Flüge sind laut US-Medien betroffen.

Das Unternehmen rechnet nach eigenen Angaben aber nicht mit Ausfällen. "Wir gehen davon aus, Stornierungen in der Weihnachtszeit verhindern zu können", sagte ein Sprecher. Eine offizielle Begründung für den Fauxpas lieferte American Airlines indes noch nicht. Gegenüber der Pilotengewerkschaft gab das Unternehmen an, es handle sich bei den "bedeutenden Löchern" im Zeitplan um einen Einzelfall in der Planung. Wie sollen diese Lücken geschlossen werden?

Zum einen können Fluggesellschaften wie American Airlines in der Regel auf ein Heer an Reservepersonal zurückgreifen, um für Ausfälle gerüstet zu sein. Zum anderen sucht die Geschäftsführung nun händeringend nach Piloten, die trotz des eingereichten Urlaubs die Flüge wahrnehmen. Dafür wird ihnen eine Prämie von 150 Prozent ihrer Bezüge angeboten - das ist das Maximum, was vertragsrechtlich offeriert werden darf. Ob das als Anreiz reicht?

"Ich glaube, es wird einige Piloten ohne kleine Kinder geben, die für das anderthalbfache Gehalt zu fliegen bereit sind", sagte der anonyme American-Airlines-Pilot. Er selbst werde zu diesen Konditionen "auf keinen Fall" arbeiten. "Bei einer Verdopplung - da würde ich es wahrscheinlich machen." Für die Gewerkschaft ist der Planungs-Lapsus indes ein gefundenes Fressen. Die Arbeitnehmervertreter wollen schon lange höhere Feiertagsprämien für die Piloten herausschlagen, nun scheint die Gelegenheit günstig.

Passagiere leiden dieses Jahr nicht zum ersten Mal unter umfangreichen Flugstreichungen. Im September hatte die irische Billigfluglinie Ryanair angekündigt, Tausende Verbindungen zu streichen, da es Fehler bei den Dienstplänen für die Piloten gegeben habe. Urlaubszeiten seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Einen Mangel an Piloten als Ursache stritt Ryanair ab. Die Airline, die wegen der Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter in der Kritik von Gewerkschaften steht, hat ihren Piloten aber höhere Gehälter in Aussicht gestellt.

Die Unregelmäßigkeiten bei Ryanair sind noch nicht vorüber: Die Fluggesellschaft hat rund 20 000 Flüge bis ins Frühjahr gestrichen. Darüber hinaus soll es aber keine weiteren Ausfälle geben.

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