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Wirtschaft - ANALYSE/Metzler: Europäische Aktien haben 2018 die Nase vorn

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ANALYSE/Metzler: Europäische Aktien haben 2018 die Nase vorn

30.11.2017, 16:21 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Bankhaus Metzler rechnet 2018 mit einem weiteren erfolgreichen Börsenjahr. Das größte Ertragspotenzial billigte Emmerich Müller, Partner bei Metzler und verantwortlich für das Private Banking, bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Frankfurt Aktien aus Europa und den Schwellenländern zu. Aus Branchensicht gehörten konjunktursensible Titel aus den Sektoren Energie, Industrie und Rohstoffe sowie ausgewählte Papiere aus dem Finanzbereich zu den Favoriten.

Dem Dax prognostizieren die Metzler-Experten ein Kursplus von bis zu 8 Prozent. Vom derzeitigen Bewertungsniveau aus stünde der deutsche Leitindex damit in einem Jahr bei rund 14 100 Punkten. Dagegen seien US-Titel schon vergleichsweise teuer, betonte Müller. Sie dürften in den kommenden Jahren schlechter abschneiden und würden deshalb in den Metzler-Portfolios untergewichtet.

Einige Marktteilnehmer warnten angesichts der Höchststände einiger Aktienindizes vor drohenden Kursrückgängen, ergänzte Frank Endres, Leiter des Portfoliomanagements bei Metzler Private Banking. Er ließ dies aber nur für die Wall Street gelten, wo die Notierungen auf Basis eines konjunkturbereinigten Kurs-Cashflow-Verhältnisses (KCV) von 20,1 sowohl im Vergleich zu anderen Regionen als auch zur eigenen Historie sehr teuer seien.

Und selbst hohe Bewertungen müssten nicht zwingend in eine Korrektur münden, betonte der Experte - auch teure Märkte könnten lange teuer bleiben, und nicht selten würden sie sogar noch teurer. Derweil erschienen europäische und japanische Dividendenpapiere mit einem KCV von 11,4 sowie Schwellenländer-Aktien mit einem KCV von 12,7 nicht übermäßig hoch bewertet.

Laut Endres ist das Umfeld für Aktien generell "außerordentlich günstig". Da die Inflationserwartungen trotz eines beschleunigten Wirtschaftswachstums zurückgingen, drohe keine konjunkturelle Überhitzung. Dies erlaube es den Notenbanken, nur langsam aus ihrer expansiven Geldpolitik auszusteigen. Rekordniedrige Zinsen waren in den vergangenen Jahren der wichtigste Kurstreiber für Dividendentitel, da sie die Attraktivität festverzinslicher Wertanlagen wie Anleihen im Vergleich zu Aktien schmälerten.

Als Haar in der Suppe für Europas Märkte machte Timo Schwietering, Leiter der Kapitalmarktanalyse im Metzler Private Banking, die gravierenden Strukturprobleme Italiens aus. Solange die Zinsen im Euroraum sänken oder mindestens niedrig blieben, wovon er für 2018 ausgeht, scheine die hohe Verschuldung für das Land tragbar zu sein. Doch bei einem starken Zinsanstieg könnten die staatlichen Zinsausgaben schnell wieder die kritische Marke von 10 Prozent der öffentlichen Einnahmen erreichen, warnte Schwietering.

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