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Wirtschaft - Aktien Frankfurt: Dax macht Kursrutsch wett - Dialog brechen erneut ein

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Aktien Frankfurt: Dax macht Kursrutsch wett - Dialog brechen erneut ein

04.12.2017, 12:16 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Montag seinen jüngsten Kursrutsch wieder wettgemacht. Als Triebfeder für die Erholung sah Marktanalyst Timo Emden vom Research-Dienst DailyFX Deutschland die Fortschritte von US-Präsident Donald Trump bei seiner geplanten Steuerreform.

Bis zum Mittag legte der deutsche Leitindex um 1,25 Prozent auf 13 021,91 Punkte zu. Von der viel beachteten Marke von 13 000 Punkten, um die er seit Mitte November pendelt, konnte er sich damit einmal mehr nicht nachhaltig lösen. Vor dem Wochenende hatte der Dax wegen des anziehenden Euro, der die Exporte der hiesigen Unternehmen in Länder außerhalb des Währungsraums verteuert, und der Unsicherheit über die Erfolgsaussichten von Trumps Plänen 1,25 Prozent verloren.

Doch nun steht der US-Präsident vor einem großen Triumph: Nach einem Votum des Senats ist seine umfassende Steuerreform in greifbare Nähe gerückt. Kern sind massive Erleichterungen für Unternehmen. Die Republikaner zeigten sich optimistisch, dass Trump das Gesetz noch vor Jahresende unterzeichnen kann. "Die Umsetzung käme einer vorweihnachtlichen Bescherung gleich", schrieb Analyst Emden. "Trump bleibt auf der anderen Seite auch nichts anderes übrig, als die massive Reform zu erzwingen. Bei einer Niederlage wäre eine große Enttäuschung vorprogrammiert."

Die deutschen Nebenwerte-Indizes legten am Montag ebenfalls einen freundlichen Wochenauftakt hin: Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,90 Prozent auf 26 944,81 Zähler, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax wegen des Kurssturzes von Schwergewicht Dialog Semiconductor nur um 0,39 Prozent auf 2507,23 Punkte stieg. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,01 Prozent auf 3563,32 Punkte bergauf.

Unter den deutschen Einzelwerten stachen erneut die Aktien von Dialog Semiconductor mit einem weiteren Kursrutsch heraus: Das Minus von 16,05 Prozent auf 26,20 Euro bedeutete den tiefsten Stand seit Juli 2016. Der Zulieferer von Apple konnte die Sorgen nicht zerstreuen, dass der Technologiekonzern mit der Produktion eigener Chips möglicherweise auf Dialog-Produkte verzichten könnte. Die Meldung der japanischen Wirtschafts-Zeitung "Nikkei", dass Apple bereits ab Anfang 2018 eigene Bauteile produzieren will, hatte am Donnerstag einen heftigen Kursrutsch ausgelöst.

Derweil gehörte der Halbleiterkonzern Infineon mit einem Kursgewinn von 1,69 Prozent zu den besseren Werten im Dax. Er profitierte von einer Studie der Schweizer Bank Credit Suisse, die berichtete, dass sich die europäischen Branchenunternehmen auf einer hauseigenen Konferenz im US-Bundesstaat Arizona positiv zu ihren Geschäftsaussichten geäußert hätten.

Im MDax ging es für die Titel von Airbus zuletzt um 2,99 Prozent auf 87,90 Euro hoch - davor hatten sie bei 88,44 Euro ihr jüngst erreichtes Rekordhoch eingestellt. Der Flugzeugbauer rechnet trotz langwieriger Probleme mit Zulieferern in diesem Jahr mit einem Produktionsrekord.

Dagegen büßten die Aktien von Steinhoff als Index-Schlusslicht 6,43 Prozent auf 3,199 Euro ein, womit sie sich nur wenig über ihrem historischen Tief aus der Novembermitte behaupteten. Der in Deutschland vor allem durch seine Poco-Möbelhäuser bekannte Konzern teilte mit, am kommenden Mittwoch zwar wie geplant die Ergebnisse für das Gesamtjahr vorzulegen - allerdings in vorläufiger Form. Damit erhält die seit Monaten bestehende Verunsicherung neue Nahrung. Ende August war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen Steinhoff wegen möglicher unrichtiger Darstellung der Bilanzen ermittelt./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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