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Wirtschaft - Aktien Frankfurt: Dax wieder unter 13 000 Punkten - Kursabsturz bei Steinhoff

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Wirtschaft  

Aktien Frankfurt: Dax wieder unter 13 000 Punkten - Kursabsturz bei Steinhoff

06.12.2017, 12:02 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Börsenvorgaben aus Übersee haben den Dax am Mittwoch wieder klar unter die viel beachtete 13 000-Punkte-Marke gedrückt. Gegen Mittag verlor der deutsche Leitindex 1,01 Prozent auf 12 917,24 Punkte. Zu Wochenbeginn hatte er seine deutlichen Verluste vom Freitag ausgebügelt, war anschließend aber kaum von der Stelle gekommen.

Nachricht des Tages war am Mittwoch der Kurssturz des Möbelhändlers Steinhoff: Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Markus Jooste angesichts von Bilanzunregelmäßigkeiten und der abgesagten Zahlenvorlage für das abgelaufene Geschäftsjahr verlor das Papier fast zwei Drittel seines Werts. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte, in dem die Steinhoff-Aktie gelistet ist, sackte in der Folge um deutliche 2,80 Prozent auf 26 224,23 Punkte ab.

Den Gesamtmarkt belasteten jedoch andere Dinge: Die jüngste Euphorie über die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump sei verflogen, da diese die amerikanische Notenbank Fed zwingen könnte, "das Tempo der Zinserhöhungen zu erhöhen", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Er sieht derzeit aber lediglich eine Verschnaufpause an den Börsen und nicht den Beginn einer Korrektur: "Solange sich der Dax über dem Niveau von 12 800 Punkten halten kann, brennt auch aus charttechnischer Sicht nichts an."

Der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,78 Prozent auf 2471,22 Zähler zurück. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Minus von 0,81 Prozent auf 3541,73 Punkte zu Buche.

Bereits seit Mitte November ist der Dax in einer Spanne von 12 800 bis 13 200 Punkten gefangen. "Die institutionellen Anleger haben die Bücher für dieses Jahr überwiegend schon geschlossen", sagte ein Händler. Nach einer Dax-Rally mit aktuell über 12 Prozent Plus seit Jahresbeginn sei diese außerordentlich gute Entwicklung nun "eingebucht". Das habe zur Folge, dass in den noch verbleibenden Handelstagen zunehmend "das unstete, schnelle Geld" das Börsengeschehen dominieren dürfte, fügte der Händler hinzu. Größere Kursausschläge seien also nicht ausgeschlossen.

Am Nachmittag könnte der November-Bericht zur Entwicklung der US-Beschäftigung im privaten Gewerbe für Bewegung sorgen. Er gilt als Indikator für den weitaus wichtigeren offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag.

Unternehmensseitig richteten sich die Blicke der Anleger vor allem auf Steinhoff. Mit einem Kurseinbruch von zuletzt knapp 63 Prozent auf 1,11 Euro waren die Aktien des Unternehmens abgeschlagenes MDax-Schlusslicht und markierten den tiefsten Stand seit dem Börsengang in Deutschland vor zwei Jahren. Ihren Höchststand hatten sie im Sommer 2016 bei über 6 Euro erreicht. Anleger sollten ihre Finger von den Steinhoff-Papieren lassen, warnte Commerzbank-Analyst Andreas Riemann. Die Untersuchung finanzieller Unregelmäßigkeiten sei eine schlechte Nachricht und stelle ein großes Fragezeichen hinter die Ergebnisse der vergangenen Jahre.

Im Dax verloren Bayer-Titel wegen eines drohenden langwierigen Rechtsstreits in den USA um den Gerinnungshemmer Xarelto 1,70 Prozent.

Dagegen nahmen die Anleger die Bestätigung der Jahresziele sowie die Präsentation einer neuen Unternehmensstrategie von ProSiebenSat.1 positiv auf: Mit plus 2,91 Prozent waren die Aktien des Medienkonzerns einziger Gewinner im deutschen Leitindex. "Am Markt haben viele Akteure nicht mit größeren strategischen Änderungen gerechnet", sagte ein Händler. Die Aussagen kämen daher entsprechend gut an. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit einem Verlust von fast 25 Prozent aber noch immer abgeschlagen am Ende aller 30 Dax-Werte.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen war Delivery Hero mit einem Minus von 5,76 Prozent auf 35,34 Euro größter Verlierer. Der Essenslieferant zapft nur wenige Monate nach seinem Börsengang den Kapitalmarkt an und platzierte 10,5 Millionen neue Aktien zum Preis von 34,50 Euro. Dadurch fließen Delivery Hero brutto 362,25 Millionen Euro zu. Mit dem Geld will sich die Gesellschaft für mögliche Übernahmen in Position bringen. Der frühe Zeitpunkt für eine solche Kapitalmaßnahme sei "recht ungewöhnlich", merkte ein Börsianer an./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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