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Wirtschaft - Berliner Senatorin zu Stickoxid-Belastung: 'Wir müssen handeln'

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Wirtschaft  

Berliner Senatorin zu Stickoxid-Belastung: 'Wir müssen handeln'

12.12.2017, 20:39 Uhr | dpa-AFX

(Im zweiten Absatz wurde der dritte Satz neu formuliert und so klargestellt, dass sich die Zahl 39 auf zwei Messnetze bezieht. Im dritten Absatz, erster Satz, muss es heißen: TU-Experten.)

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts neuer Messergebnisse zur hohen Stickoxid-Belastung in Berlin hat Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos) die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Diese müsse entweder dafür sorgen, dass Autohersteller Fahrzeuge mit Soft- und Hardware nachrüsten, damit sie Grenzwerte einhalten. Dabei geht es vor allem um Dieselautos. Oder der Bund müsse rechtssicher festlegen, welche Dieselfahrzeuge noch in die Innenstädte fahren dürften. "Dazu brauchen wir eine blaue Plakette", sagte Günther am Dienstag. "Wir müssen handeln, aber der Ball liegt beim Bund." Die Kommunen hätten das Problem, aber nicht die Instrumente, es zu lösen.

Mit einer Messreihe hatten der RBB und die Technische Universität Berlin (TU) den Nachweis erbracht, dass die Berliner von der hohen Stickoxid-Belastung nahezu flächendeckend betroffen sind. An 73 von 110 gemessenen Standorten wurden zu hohe Schadstoffwerte festgestellt. Die Messnetze des Landes "Blume" und "Rubis" umfassen nach Angaben des Senders zusammen lediglich 39 Standorte.

Gemessen wurde von TU-Experten in drei Messzyklen über einen Zeitraum von vier Wochen hinweg im Oktober und November 2017. Die höchste Belastung wurde am Görlitzer Bahnhof in Berlin-Kreuzberg mit 77 Mikrogramm gemessen. Gesetzlich erlaubt ist im Jahresmittel eine Belastung von höchstens 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Ob diese an den fraglichen Standorten tatsächlich über das Jahr gerechnet überschritten wird, ist mit einer Messreihe über zwei Monate nicht festzustellen.

"Der Berliner Senat wird durch diese Veröffentlichung stärker unter Druck kommen", sagte Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, dem RBB. "Es wird nicht reichen, mit Tempo-30-Zonen zu arbeiten. Berlin kommt um ein Fahrverbot nicht herum." Solche Fahrverbote könnten im kommenden Jahr Gerichte anordnen, die Umwelthilfe klagt gegen zahlreiche Städte.

Günther sagte mit Blick auf die neuen Daten, die Messmethodik sei eine andere als die vom Land praktizierte. Da sei klar, dass teils andere Zahlen herauskämen. "Die Tendenz, dass wir viel zu viele und viel zu hohe Werte haben, verändert sich dadurch aber nicht." Für eine sauberere Luft müsse dringend gehandelt werden.

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