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Das Börsenjahr 2017 war nicht normal

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"Eine gewisse Art von Wahnsinn"  

Das Börsenjahr war nicht normal

04.01.2018, 07:17 Uhr | Thomas Badtke, t-online.de

Das Börsenjahr 2017 war nicht normal. Aktienindex (Quelle: t-online.de/Frank Rumpenhorst)

Anzeigetafel zeigt die Entwicklung des Dax. (Quelle: Frank Rumpenhorst/t-online.de)

Rekorde satt an der Wall Street, der Dax mit mehreren Allzeithochs: Auf den ersten Blick kann sich das Börsenjahr 2017 sehen lassen. Und auf den zweiten? Was trieb den Dax? Was wurde aus einer Anlage von 10.000 Euro? Experten liefern Antworten und Einschätzungen.

Dieser Artikel ist Teil unseres Jahresrückblicks. Hier finden Sie alle unsere Jahresrückblicke und Ausblicke auf 2018.

Das Börsenjahr 2017 kann sich sehen lassen: In den USA eilten die Indizes von Rekord zu Rekord und auch hierzulande markierte der Börsenleitindex Dax bei 13.525,60 Punkten ein neues Allzeithoch. Am Ende stehen beim Dax ein Jahresgewinn von derzeit etwa 15 Prozent und beim amerikanischen S&P-500 von rund 20 Prozent. Auf den ersten Blick performte die Wall Street damit besser, auch wenn Indexvergleiche wegen der unterschiedlichen Zusammensetzungen schwierig sind.

Auf den zweiten Blick hat der Dax den US-Index aber geschlagen, denn rechnet man den um rund 12 Prozent stärkeren Euro heraus, stehen dem 14-Prozent-Kursplus des Dax nur 8 Prozent beim S&P-500 gegenüber. "Für den Dax war 2017 bislang ein überdurchschnittlich gutes Jahr mit neuen Höchstständen", kommentiert Markus Reinwand, Aktienmarktstratege bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Insbesondere die EZB-Entscheidung, das Kaufprogramm mindestens bis September 2018 fortzuführen, hat noch einmal für ein Kursfeuerwerk gesorgt."

"Politische Risiken ausgeblendet"

"Eine gewisse Art von Wahnsinn ist Realität geworden", lautet das Fazit von Carsten Riehemann, Gründungspartner der Depotverwaltung Albrecht, Kitta und Co., zum Börsenjahr 2017. "Die Märkte haben die politischen Risiken – egal ob ein via Twitter regierender US-Präsident Donald Trump, ein größenwahnsinniger Diktator in Nordkorea oder eine Kanzlerin Angela Merkel ohne stabile Regierung – ausgeblendet."

Für Riehemann stehen stattdessen ein "robustes Wachstum der Weltwirtschaft, ungewöhnlich synchron expandierende Volkswirtschaftschaften in den USA, Europa und Japan sowie natürlich steigende Unternehmensgewinne im Fokus". Er führt weiter aus. "Unterstützt wurde das Ganze noch von geringen Inflationsraten, einer expansiven Geldpolitik und niedrigen Zinsen."

Geringe Schwankungen

Benjamin Feingold von Feingold Research führt drei Impulsgeber für die Aktienmärkte allgemein und den Dax im Besonderen an: "Die positive Gewinnentwicklung der Unternehmen, denen selbst der gestiegene Euro nicht sehr viel anhaben konnte, beflügelten die Kurse", so Feingold. "Dazu kam eine Geldpolitik, die zwar weniger locker ausfiel, aber immer noch ausreichend war. Und: Es gab keine übermäßig negativen politischen Überraschungen."

Entsprechend fällt Feingolds Fazit aus: "2017 war ein insgesamt gutes Börsenjahr – speziell für den Dax –, aber nicht ganz so außergewöhnlich wie das für die Wall Street mit ihren Allzeithochs in Serie", sagt der Marktexperte. "Die Besonderheiten für den Dax waren dabei zum einen die niedrige Volatilität, die man fast durchgehend in diesem Jahr sehen konnte. Aber zum anderen ebenso, dass wenn es Kursrückschläge gab, diese eher gering ausgefallen sind."

"Der S&P-500 hat 2017 nur an zehn Tagen eine absolute Veränderung von mehr als einem Prozent gehabt", unterstreicht Michael Gollits, Vorstandsmitglied der Depotverwaltung von der Heydt, die geringe Schwankungsbreite. "Das ist ein Wert, der zuletzt 1966 erreicht wurde. Alles in allem liefen die Börsen erstaunlich gut. Gewissermaßen waren sie: the perfect place to be."

"Goldilocks"-Szenario

"Wir können mit der Performance des Dax durchaus zufrieden sein – auch wenn sich in letzter Zeit nicht mehr so viel getan hat", zieht Robert Rehtfeld, Chartexperte und Herausgeber des Börsenbriefs "Wellenreiter-Invest", ebenfalls ein positives Dax-Fazit für dieses Jahr. Er verweist auf ein so genanntes Goldilocks-Szenario: moderates Wirtschaftswachstum, stetig und weltweit.

Einer der wichtigsten Impulsgeber auch für den Dax war für Rethfeld die "gute Performance der Wall Street, die wiederum von starken Tech-Werten getrieben wurde". Zykliker und Industriewerte performten ebenfalls ansehnlich, zum Jahresende dann auch die Banken. "Da halfen die anziehenden Zinsen, die immer mehr Form annehmenden Steuerreform-Pläne von US-Präsident Donald Trump und eine insgesamt weniger restriktiven Regulierung", erläutert er.

Für die Commerzbank reichte es nicht für den Titel

Dennoch reichte es für die Bankwerte im Dax nicht ganz für die Spitze. Zwar kam die Commerzbank bis jetzt auf einen Kursgewinn dieses Jahr von rund 75 Prozent. Die Deutsche Lufthansa setzte mit mehr als 140 Prozent aber noch einen drauf. Wenn man als Anleger zu Jahresbeginn 10.000 Euro in Lufthansa-Titel investiert hätte, könnte man jetzt auf 24.000 Euro vor Steuern blicken.

Das Investments in Einzeltitel aber auch risikobehaftet sind, zeigt ein Beispiel aus der gleichen Branche: Wer zu Jahresbeginn 10.000 Euro in Air Berlin investiert und auf eine Turnaround-Story oder Rettung gesetzt hätte, stünde momentan bei noch knapp 500 Euro – um etwa 95 Prozent rauschte der Kurs der Pleite-Airline in den Keller. Das zeigt: Der Aktienmarkt ist keine Einbahnstraße, auch bei einem alles in allem sehr positiven Börsenjahr.

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