Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse >

Dax 2018: Geht den Bullen die Luft aus?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rallye, Luftholen, Crash  

Börse 2018 – Geht dem Bullen die Puste aus?

01.01.2018, 09:00 Uhr | Thomas Badtke, t-online.de

Dax 2018: Geht den Bullen die Luft aus?. Der Bulle an der Frankfurt Börse: Er ist Symbol für Börsenaufschwung. Doch was erwartet Anleger in 2018?  (Quelle: dpa/Marc Tirl lhe)

Der Bulle an der Frankfurt Börse: Er ist Symbol für Börsenaufschwung. Doch was erwartet Anleger in 2018? (Quelle: Marc Tirl lhe/dpa)

Der Dax blickt auf ein Super-Börsenjahr 2017. Kurstreiber waren das Wachstum der Weltwirtschaft, die lockere Geldpolitik der Noten- und Zentralbanken und die sprudelnden Unternehmensgewinne. Aber wie sieht es für 2018 aus? Experten sagen, worauf es ankommt, wo die Gefahren liegen, nennen Kursziele und Aktientipps.

Dieser Artikel ist Teil unseres Jahresrückblicks. Hier finden Sie alle unsere Jahresrückblicke und Ausblicke auf 2018.

Das Börsenjahr 2017 ist für den Dax äußerst positiv verlaufen: Das starke konjunkturelle Umfeld und die lockere Geldpolitik der Noten- und Zentralbanken sorgten für mehrere Allzeithochs des deutschen Börsenleitindex' und ein Kursplus von am Ende etwa 15 Prozent. Die Erwartungen für eine Fortsetzung des Aufschwungs in 2018 sind entsprechend hoch – und das birgt durchaus Gefahren für die Anleger.

Feingold Research: Dax Richtung 14.000 Punkte

"So ruhig wie dieses Börsenjahr wird 2018 auf alle Fälle nicht werden", blickt Benjamin Feingold von Feingold Research voraus. "Die Volatilität wird definitiv zunehmen. Politische Risiken sind weiterhin da, werden aber überschaubar bleiben und deshalb nicht stark ins Kontor schlagen", erläutert der Marktexperte. "Das konjunkturelle Umfeld bleibt auch 2018 insgesamt positiv, so dass der Dax durchaus in Richtung 14.00 Punkte laufen kann."

Etwaige Störfeuer könnten laut Feingold vor allem von der Wall Street kommen: "In den USA sind wir seit zwei Jahren bereits in einem Zinserhöhungszyklus. Sollte sich dieser ausweiten und verstärken sowie dann die konjunkturelle Entwicklung in den USA bremsen, ginge das natürlich auch am Dax nicht spurlos vorbei", unterstreicht er.

Wellenreiter-Invest: Neues Allzeithoch, aber kein Superjahr

"Der Dax wird erneut am US-Markt hängen", ist sich auch Chartexperte und Börsenbriefherausgeber Robert Rethfeld sicher. Er rechnet mit einem schwächeren ersten Wall-Street-Quartal – zum einen wegen der bereits sehr guten Performance 2017 und zum anderen, weil 2018 in den USA ein Zwischenwahljahr ist: "Die verlaufen in den ersten Monaten meist schwierig. Ab April dürfte es dann etwas nach oben gehen."

Beim Dax rechnet Rethfeld damit, dass der Leitindex noch einmal das Allzeithoch von 13.525,60 Punkten sehen wird – und darüber hinaus: "Der Dax kann durchaus in Richtung 14.000 Zähler gehen. Viel weiter aber nicht. Es könnte ein Börsenjahr werden, in dem der Dax überwiegend seitwärts laufen wird", prognostiziert der Chartexperte. "Ein erneutes Superjahr steht nicht bevor."

ICM InvestmentBank: Ende 2018 wird es schwierig für den Dax

"Ich glaube, dass wir durchaus die 14.000 beim Dax sehen werden", sagt auch Norbert Hagen, Vorstand der ICM InvestmentBank. Er schränkt aber ein: "Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es 2018 wie geschnitten Brot weiterläuft. Spätestens im 4. Quartal werden wir uns mit einer Eintrübung der Konjunkturperspektiven auseinandersetzen müssen, getrieben von der Wall Street und dem US-Arbeitsmarkt", erläutert der Experte. Er geht davon aus, dass sich der Dax am Jahresende 2018 wieder unterhalb der Marke von 13.000 Zählern bewegen wird. "Von politischer Seite sehe ich aber keine dramatischen Risiken", so Hagen.

Albrecht, Kitta & Co.: Kurssteigerungen, aber ...

Diese sieht auch Carsten Riehemann, Gründungspartner der Depotverwaltung Albrecht, Kitta & Co. nicht. Er geht davon aus, dass es auch 2018 Kurssteigerungen an der Wall Street und beim Dax geben wird: "Die Bullen werden nicht aufgeben", kündigt er an und weist zugleich darauf hin, dass die Börsen schwankungsanfälliger sein werden.

"Gleichzeitig rechnen wir mit weiter steigenden Unternehmensgewinnen, denn die Weltwirtschaft wird auf Touren bleiben, in allen großen Wirtschaftsräumen der Welt", führt Riehemann weiter aus. "Letzten Endes wird es aber der Konsum sein, der das Wachstum liefert, gestützt von entsprechenden Maßnahmen der Staaten: Steuersenkungsprogramm in den USA, Konjunkturprogramme in China, expansive Geldpolitik in Europa und Japan."

Fiduka: Positives Umfeld, schwächeres 2. Halbjahr

"Wir haben aktuell ein gutes Umfeld für Aktien: eine solide wachsende Wirtschaft mit nur mäßiger Inflation", konstatiert Marco Herrmann, Geschäftsführer der Fiduka Depotverwaltung. "Die Rallye an den Aktienmärkten in den letzten Monaten hat jedoch die Bewertungskennziffern erkennbar erhöht. Eine erneute Bewertungsausweitung ist eher unwahrscheinlich, da wir uns in der Spätphase des aktuellen Konjunkturzyklus befinden", prognostiziert er. "Dennoch sollte 2018 noch einmal ein lukratives Jahr für Aktionäre werden", ist sich Herrmann sicher. "Der Dax dürfte bis 14.000 oder 14.500 Punkte ziehen."

Für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ist auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) positiv gestimmt. Für den Dax-Ausblick zeigt sich Markus Reinwand, Aktienmarktstratege der Helaba, aber vorsichtiger: "Im 1. Quartal sehen wir den Dax bei 12.800 Zählern und zum Jahresende 2018 dann bei 12.300 Punkten", erklärt Reinwand.

Seine Begründung: "Die Aktien haben das positive Umfeld schon mehr als hinreichend gewürdigt und einiges vorweggenommen." Ungemach könnte Reinwand zufolge wegen der weiter erwarteten Zinsanhebungen in den USA und der Reduzierung der Fed-Bilanzsumme von der Wall Street drohen. "Wenn die US-Leitbörsen nicht mehr sehr gut laufen, wird das auch die europäischen Indizes belasten und damit auch den Dax." Das Helaba-Basisszenario für den deutschen Leitindex 2018 liegt dann auch in einer Spanne von 10.500 bis 13.500 Punkten.

Von der Heydt: Es wird ein schwieriges Jahr

Mit einem positiven Jahresauftakt rechnet Michael Gollits, Vorstandsmitglied der Depotverwaltung von der Heydt. Der Grund: Die Konjunkturampeln stehen weiterhin auf grün, damit dürften auch die Unternehmensgewinne weiter klettern. "Im 2. Und 3. Quartal wird es dann schwierig, weil das Überraschungspotenzial fehlt. Insgesamt gesehen, wird es ein richtig schwieriges Jahr", glaubt der Aktienmarktexperte.

Gollits sieht die Anleger gefordert: "Sie sollten 2018 vor allem darauf achten, dass zum einen die Bewertungen der Unternehmen stimmen, zum anderen aber auch die Dividendenrendite, und darüber hinaus sollten die Anleger auch ihren Anlagehorizont vorab festlegen und im Auge behalten."

Ölwerte und Telekomsektor

Gollits zufolge wird sich die Sektorenrotation fortsetzen. Handelstitel könnten dabei in den Vordergrund rücken, ebenso wie Ölwerte. "Mit rund 6 Prozent Dividendenrendite sind Royal Dutch Shell durchaus interessant", so der Depotverwalter. "Auch im Telekomsektor gibt es Nachholbedarf, etwa bei Telefonica. Der Technologiehype ist in meinen Augen dagegen vorbei, weshalb es Werte wie Amazon, Facebook oder Netflix schwieriger haben werden."

Banken und Kryptowährungen

Feingold Research halten 2018 vor allem Bankwerte für interessant – aus zwei Gründen: "Wenn die Zinsen anziehen, klettern in der Regel auch die Gewinne der Banken. Zum anderen gibt es vor allem im europäischen Bankensektor eine Menge Übernahmefantasie. Hintergrund ist die Beteiligung des Finanzinvestors Cerberus an der Deutschen Bank und der Commerzbank", führt Benjamin Feingold aus. "Das heißt nicht, dass sie fusionieren, aber Cerberus ist dafür bekannt, strukturell bei seinen Investments durchzugreifen."

"Im Auge behalten sollten Anleger auf alle Fälle auch die Entwicklung der Kryptowährungen", rät Aktienmarkt- und Internetdevisenexperte Feingold. "Nach dem Bitcoin-Hype 2017 stehen nun aber vor allem eher kleinere, unbekanntere Kryptos wie etwa Ripple oder Iota im Blick. Kryptowährungen sind kein kurzfristiger Trend."

Aber Vorsicht ist geboten: Für Fiduka-Chef Herrmann erinnert der Bitcoin-Hype schon stark an den Neuen Markt in den Jahren 1999/2000, wobei diesmal die Kursexplosion ihresgleichen sucht. "Nur die Tulpen-Hausse vor rund 400 Jahre toppt das noch", kommentiert Herrmann. Er geht davon aus, dass auch die Bitcoin-Blase platzen wird. "Vielleicht aber noch nicht in 2018."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • erdbeerlounge.de
  • kino.de
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018