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Wirtschaft: Thyssenkrupp-Chef wirbt vor Aktionären für integrierten Konzern

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Wirtschaft  

Thyssenkrupp-Chef wirbt vor Aktionären für integrierten Konzern

19.01.2018, 13:15 Uhr | dpa-AFX

(neu: weitere Details)

BOCHUM (dpa-AFX) - Der Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp stemmt sich gegen seinen schwedischen Großaktionär Cevian: Unternehmenschef Heinrich Hiesinger warb auf der Hauptversammlung für einen "integrierten Konzern". Dies führe zu "messbaren Vorteilen", sagte er am Freitag in Bochum. Er reagierte damit indirekt auf die jüngsten Zerschlagungsfantasien, ausgelöst durch Forderungen von Cevian, der rund 18 Prozent an den Essenern hält. Die Aktie stieg nach den Äußerungen auf den höchsten Stand seit September.

Der Chef des Finanzinvestors, Lars Förberg, hatte zuvor mehrfach eine Zerschlagung des Essener Konzerns gefordert, um den Wert zu steigern: "Ob das am besten durch Gemeinschaftsunternehmen, Abspaltungen oder den Börsengang einer Tochter zu erreichen ist, müssen Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam entscheiden", sagte er zuletzt in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung".

Hiesinger räumte ein, von den jüngsten Äußerungen "etwas überrascht" worden zu sein. "Wir haben mit Cevian in der Regel einen konstruktiven Dialog." Das Ansinnen als solches wies er zurück. Angesichts eines wenig verlässlichen Umfeldes sei es "gut, nicht zu eng aufgestellt zu sein". Die Führung von Thyssenkrupp als integrierten Konzern schließe jedoch Veränderungen in der Zusammensetzung nicht aus. "Ganz im Gegenteil: Vor sechs Jahren hatte Thyssenkrupp acht Geschäftsbereiche, heute sind es fünf, mit Gründung des Joint Ventures (mit Tata) werden es vier sein."

Thyssenkrupp will seine Stahlsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der indischen Tata Steel einbringen. Die Transaktion soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Thyssenkrupp werde danach "natürlich anders aussehen". Der Konzern werde sich stärker auf die Industriegeschäfte konzentrieren. "Wie genau wir das angehen, wird Teil unseres jährlichen Strategiedialogs von Vorstand und Aufsichtsrat im Mai sein."

Kritik kam auch von Aktionär Union Investment, der vier Millionen Thyssenkrupp-Anleger vertritt. Fondsmanager Ingo Speich bezeichnete den Umbau als zu langsam und halbherzig. "Mit der Stahlfusion ist es nicht getan", sagte er. Der Umbau müsse weiter gehen, Sparten und Geschäftsfelder müssten auf den Prüfstand gestellt werden. "Es darf dabei keine Denkverbote und Tabus mehr geben."

Wenn sich Gelegenheiten zu Gemeinschaftsunternehmen oder vorteilhaften Verkäufen böten, sollten diese genutzt werden. Im Blick hat Speich dabei etwa den Werkstoffhandel, den Anlagenbau oder das U-Bootgeschäft. "Die Komplexität muss reduziert werden, man betreibt zu viele kapitalintensive Geschäfte, die man sich mit der schwachen Kapitalausstattung eigentlich nicht leisten kann." ThyssenKrupp solle sich schlanker aufstellen, forderte er.

Es gab jedoch auch Kritik der Aktionäre am Verhalten Cevians. "Zerschlagungsdebatten sind schädlich", hieß es von einem Anleger. Er könne nicht erkennen, dass ein Strategiewechsel Thyssenkrupps angezeigt wäre, erklärte ein anderer Aktionärsvertreter. Thomas Hechtfischer von der Deutschen Vereinigung für Wertpapierbesitz erklärte, er könne die Cevian-Kritik zwar in Teilen nachvollziehen, aber "ich bin kein Zerschlagungsfan."

Hiesinger verteidigte seinen Kurs. "Wir haben konsequent unsere Kennzahlen verbessert, Risiken abgebaut und unsere Bilanz aufgeräumt", sagte der Konzernchef. Er räumte ein, dass für die Zukunft die Ansprüche höher seien. "Mittelfristig werden wir deutlich höhere Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erzielen, und damit wird auch wieder eine höhere Dividende möglich." Schwachstelle von Thyssenkrupp sei der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft, gab der Vorstandschef zu.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) bekräftigte er. Der Umsatz soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Das bereinigte operative Ergebnis soll von 1,7 Milliarden auf 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro zulegen. Der Jahresüberschuss wird deutlich positiv erwartet. Das erste Quartal werde im Rahmen des Ausblicks liegen. "Die Richtung stimmt", sagte Hiesinger. Die US-Steuerreform werde im Anfangsquartal zu einer Wertberichtigung von 100 Millionen US-Dollar führen, fügte Finanzvorstand Guido Kerkhoff hinzu. Jedoch würden die positiven Effekte überwiegen - bereits ab dem zweiten Quartal.

Bei Anlegern stießen die Aussagen von der Hauptversammlung auf ein positives Echo: Die Aktien standen zuletzt mit 4,3 Prozent im Plus bei 26,13 Euro, womit sie im Dax den Spitzenplatz belegten.

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