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Daimler-Großaktionär Li Shufu zu Besuch im Kanzleramt

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Chinesischer Milliardär  

Daimler-Großaktionär besucht das Kanzleramt

25.02.2018, 12:56 Uhr | rtr, dpa, jasch

Daimler-Großaktionär Li Shufu zu Besuch im Kanzleramt. Li Shufu: Der chinesische Unternehmer hat 9,69 Prozent der Daimler-Anteile erworben. (Quelle: Zhejiang Geely Holding Group/Zhejiang Geely Holding Group/obs)

Li Shufu: Der chinesische Unternehmer hat 9,69 Prozent der Daimler-Anteile erworben. (Quelle: Zhejiang Geely Holding Group/Zhejiang Geely Holding Group/obs)

Li Shufu besitzt fast zehn Prozent der Daimler-Aktien. Jetzt ist er zu Besuch beim Autobauer und auch im Kanzleramt, um zu erklären, was er langfristig vorhat.

Der neue Daimler-Großaktionär Li Shufu und Gründer des chinesischen Automobilunternehmens Geely besucht nach Informationen der "Bild am Sonntag" am Sonntag und Montag den Stuttgarter Autobauer. In der Daimler-Zentrale werde Li mit mehreren führenden Managern sprechen, darunter Finanzchef Bodo Uebber, berichtet die Zeitung. Am Dienstag seien Gespräche im Kanzleramt in Berlin geplant.

Der chinesische Autobauer Geely trat erst 2010 mit der Übernahme von Volvo auf die Weltbühne. Bis dahin verkaufte der Konzern jährlich nur etwa 450.000 Autos. 2017 waren es schon 1,25 Millionen.

Der Besuch des chinesischen Milliardärs in Deutschland sei eine "Charmeoffensive", schrieb die "BamS", da die Vorbehalte gegen chinesische Investoren hierzulande groß seien.

Für viele Chinesen gilt Li als ein Idol, weil er vor allem durch Fleiß und harte Arbeit zu Reichtum gekommen sei. Allein im vergangenen Jahr hat sich das Vermögen des 54-Jährigen laut US-Magazin "Forbes" auf 17 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht, weil die Aktie von Geely an der Börse zu einem Höhenflug ansetzte.

Treffen im Kanzleramt und mit Zetsche

Im Kanzleramt werde Li sich mit dem Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Hendrick Röller, treffen. Beim Besuch in Stuttgart sei ein Gespräch mit Daimler-Chef Dieter Zetsche möglich.

Geely-Chef Li Shufu bei einem Besuch der Volvo-Werke in Belgien (Aufnahme von 2010): Der chinesische Milliardär strebt Insidern zufolge eine Kooperation mit Daimler an. (Quelle: dpa/Eric Demurie)Geely-Chef Li Shufu bei einem Besuch der Volvo-Werke in Belgien (Aufnahme von 2010): Der chinesische Milliardär strebt Insidern zufolge eine Kooperation mit Daimler an. (Quelle: Eric Demurie/dpa)

Geely hält fast zehn Prozent an Daimler

Shufu hält 9,69 Prozent an Daimler. Der Anteil hat nach aktuellen Kursen einen Wert von gut sieben Milliarden Euro. Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer begrüßt das Engagement bei Daimler. "Li ist ein blendender Strategie und Investor, der dabei ist, einen der wichtigsten Weltkonzerne für Mobilität aufzubauen", sagt der Professor für Automobilwirtschaft. Der Einstieg von Geely sei ein Gewinn für Daimler.

Als Markt hat Daimler mit China in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. Nachdem die Stuttgarter der Konkurrenz von BMW und Audi im wichtigsten Automarkt der Welt zunächst hinterherfuhren, bauten sie unter anderem das Vertriebsnetz kräftig um und profitieren seitdem von blendenden Wachstumsraten im Absatz. Auch bei Daimler ist China mittlerweile der wichtigste Einzelmarkt.

Warum steigt der Chinese bei Daimler ein?

Insidern aus dem Umfeld von Li Shufu zufolge strebt der Milliardär eine industrielle Partnerschaft mit Daimler an. Hintergrund ist die Entwicklung von Elektro- und selbstfahrenden Autos der Stuttgarter. Mit ihnen zusammen wolle Li der vergleichsweise jungen Konkurrenz von Tesla, Google und Uber, die alle an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos arbeiten, Paroli bieten.

Li gehe davon aus, dass vielleicht ein, zwei oder drei Autobauer in diesem Wettbewerb bestehen können, sagte eine der Personen, die mit den Überlegungen des Chinesen vertraut sind. "Er ist der Ansicht, dass sich Autobauer von heute zusammenschließen sollten, um in die Zukunft zu investieren. So könnten sie einer der Konzerne werden, der überlebt."

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz ist bereits eine Partnerschaft mit Renault-Nissan eingegangen und hat angekündigt, mit dem Partner BAIC Motors Elektroautos in China bauen zu wollen.

Geely wollte ursprünglich über die Ausgabe neuer Aktien einsteigen

Das Interesse von Geely an den Schwaben hatte sich schon im Herbst angedeutet. Insidern zufolge hatte Daimler damals milliardenschwere Avancen der chinesischen Volvo-Mutter abgewiesen. Die Asiaten hätten über eine Kapitalerhöhung mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent einsteigen wollen. Daimler lehnte das den Insidern zufolge ab, teilte den Chinesen jedoch mit, dass sie Aktien an der Börse kaufen könnten. "Daimler freut sich, mit Li Shufu einen weiteren langfristig orientierten Investor gewonnen zu haben", teilte der Konzern mit.

Einer der größten Eigner von Daimler war seit langem das Emirat Kuwait. Die Daimler-Partner Renault und Nissan halten niedrigere Anteile. Das bislang größte Aktienpaket hatte zuletzt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock mit rund sechs Prozent gemeldet.

Geely-Tochter Volvo baut nur noch elektrifizierte Antriebe

Der Einstieg bei Daimler soll Geely nun weiter dabei helfen, die Internationalisierung des Konzerns voranzutreiben. Das strebte Geely bereits mit dem Kauf von Volvo an, das es 2010 vom US-Autobauer Ford übernahm. Volvo hat der Geely-Einstieg vor acht Jahren bislang genützt, weil Volvo nach dem Deal seinen Absatz auf dem chinesischen Markt deutlich steigern konnte.

Zuletzt segnete die chinesische Konzernmutter eine Abkehr vom reinen Verbrennungsmotor bei Volvo ab. Als erste große Traditionsmarke will der schwedische Autobauer neue Modellreihen ab 2019 nur noch mit elektrifizierten Antrieben fertigen, wozu Elektroautos, Hybridmotoren und Verbrenner mit einem unterstützenden Elektromotor (sogenannte Mildhybride) gehören.

Ausländische Hersteller stehen durch einen Schachzug Pekings unter enormem Druck

Der Schwenk ist bei Volvo vor allem eine Reaktion auf die neuen Marktgegebenheiten in China. Dort hat die Regierung eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Verkauf von Autos mit alternativen Antrieben anzukurbeln. In von Smog geplagten Großstädten wie Peking und Shanghai ist kaum noch an neue Nummernschilder für Autos mit Benzinmotor zu kommen. Käufer von E-Autos profitieren kräftig von staatlichen Subventionen.

Zudem verordnete die Regierung im September eine Produktionsquote. Nach einem Punktesystem müssen demnach ab 2019 zehn Prozent der hergestellten Fahrzeuge über einen Hybridantrieb oder einen reinen Elektromotor verfügen. Gerade deutsche Hersteller, die einerseits noch immer stark auf Verbrenner setzen und andererseits viele Autos in China verkaufen, geraten durch diesen Schachzug Pekings unter starken Druck. Anders als die meisten deutschen Hersteller hat Geely deshalb schon seit längerem eine ganze Reihe von Fahrzeugen mit E-Antrieben im Sortiment.

Zuletzt setzte Li Shufu seine Expansion im Ausland mit Übernahmen von London Taxi sowie der britischen Sportwagenmarke Lotus fort. Mit der neuen Marke Lynk & Co will der Geely-Konzernchef ab 2019 zudem den europäischen Automarkt noch stärker in Angriff nehmen.

Verwendete Quellen:
  • Reuters
  • dpa
  • afp
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
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