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Energieverbrauch: Energiekonzept könnte Immobilienbesitzer teuer zu stehen kommen

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Energiekonzept  

Immobilienbesitzern droht Sanierungsschock

04.10.2010, 11:18 Uhr | cs mit dpa, t-online.de, dpa

Energieverbrauch: Energiekonzept könnte Immobilienbesitzer teuer zu stehen kommen. Energiekonzept: Auf viele Hausbesitzer kommen teure Sanierungsarbeiten zu (Foto: imago)

Energiekonzept: Auf viele Hausbesitzer kommen teure Sanierungsarbeiten zu (Foto: imago) (Quelle: Hersteller)

Die Bundesregierung hat ihr Energiekonzept für die kommenden Jahre vorgestellt und damit Millionen von Immobilienbesitzern in Deutschland vor den Kopf gestoßen. Denn Berlin will die Sanierungsvorschriften für Gebäude deutlich verschärfen. Nach Schätzungen des Branchenverbandes Haus & Grund würde das Ziel, bis 2050 alle Gebäude auf einen Energieverbrauch ohne CO2-Emissionen umzustellen, zu einer Kostenexplosion führen. Ausgaben im hohen fünfstelligen Bereich und mehr kämen demnach auf die Immobilienbesitzer zu. Betroffen wären etwa 15 Millionen private Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer. Aber auch die Mieten dürften deutlich steigen.

Energetische Sanierung kann teuer werden

Laut Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) lässt sich bis zu 50 Prozent der verbrauchten Energie in Deutschland einsparen. Deshalb hat er im Energiekonzept das Thema Effizienz zur Schlüsselfrage erkoren. Geht es nach dem Willen der Regierung, sollen Hauseigentümer in einem Mehrstufenplan zum Sanieren verdonnert werden. Bis 2050 sollen alle Gebäude so saniert sein, dass sie keinerlei CO2 mehr abgeben.

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung beziffern Haus-&-Grund-Experten die Kosten für die energetische Sanierung eines in den 70er Jahren gebauten Einfamilienhauses mit 120 Quadratmetern Wohnfläche auf mindestens 70.000 Euro. Ein Sprecher der Eigentümerschutz-Gemeinschaft bestätigte die Zahlen. Die Umwandlung in das von der Bundesregierung geforderte "Nullemissionshaus" werde mindestens 140.000 Euro kosten.

Förderung in Aussicht gestellt

Insgesamt sind drei Viertel des Altbaubestands vor 1979 und damit vor der ersten Verordnung für eine bessere Isolierung errichtet. Sie gelten laut Bundesregierung energetisch als höchst ineffizient. Das Einsparpotenzial gerade beim Wärmeverbrauch sei gewaltig. So sollen bis 2020 der Wärmebedarf um 20 Prozent, bis 2050 gar um 80 Prozent gesenkt werden. Gebäude sollen demnach in Zukunft die von ihnen verbrauchte Wärme selbst produzieren. Wärme- und Stromversorgung sollen durch Öko-Energien erfolgen - etwa durch Sonnenenergieversorgung und bessere Dämmung.

In dem Energiekonzept heißt es unter anderem, dass der Standard "Nullemission" bis 2050 in der Novelle der Energieeinsparverordnung für Gebäude festgeschrieben werden soll. Ein langfristiger Fahrplan soll Immobilienbesitzer bei der Sanierung unterstützen und ihnen die nötige Flexibilität gestatten. Ziel ist es zunächst, bis 2020 die am schlechtesten isolierten Gebäude zu sanieren, die ohnehin meist renovierungsbedürftig seien. Der Sanierungsfahrplan beginnt dann 2020 und führt bis 2050 stufenweise auf das Zielniveau. Wenn der Eigentümer die Ziele vorzeitig erfüllt, erhält er eine staatliche Förderung. Außerdem soll die CO2-Gebäudesanierungsprogramm besser ausgestattet und andere Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Gebäudesubstanz in Deutschland weit besser als unterstellt

Scharfe Kritik an dem Vorhaben kam von Seiten der Eigentümer. Der Generalsekretär des Verbandes Haus & Grund, Andreas Stücke, warnte vor schweren verfassungsrechtlichen Problemen. "Der Zwang zu unwirtschaftlichen Maßnahmen ist verfassungswidrig", sagte er der "Bild"-Zeitung. Eigentümer würden zu Maßnahmen gezwungen, die nicht wirtschaftlich seien. Denn die Gebäudesubstanz in Deutschland sei weit besser als unterstellt. "Untersuchungen zeigen, dass Wohngebäude im Durchschnitt nur halb so viel Wärmeenergie benötigen, wie von der Bundesregierung vermutet."

Investitionen führen damit zu viel geringeren Energie-Einsparungen, als regierungsseitig angenommen. Wer ein heute gebautes Haus auf Null-Emissions-Standard umbauen möchte, müsste es quasi in den Rohbauzustand zurückversetzen. Deshalb behält sich der Verband juristische Schritt gegen die Vorgabe zum Sanieren vor. Viele Hausbesitzer könnten die durch das Energiekonzept verlangten Investitionen nicht stemmen.

Kaltmieten dürften steigen

Aber nicht nur Immobilienbesitzer sind von den verschärften Vorschriften betroffen. Denn Vermieter dürften die Ausgaben auf die Mieten umlegen - Mieter müssten also auch mehr für die Kaltmiete zahlen. Hier darf aber nicht vergessen werden, dass Bürger im Gegenzug von weitaus geringeren Energieausgaben durch neue Fenster, Öko-Heizkessel und energiesparende Dächer profitieren. So könnte es ein Nullsummenspiel werden - oder sogar leichte finanzielle Vorteile bringen. "Aus klima- und energiepolitischer Sicht ist der Schritt der Regierung alternativlos", sagt Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Er setzt auf eine große öffentliche Förderung, damit einerseits für Eigentümer Sanierungsanreize geschaffen werden und zweitens die finanziellen Belastungen für die Mieter im Rahmen bleiben.

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