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Solarenergie: Förderkürzung kommt später

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Solarenergie: Förderkürzung tritt wohl rückwirkend in Kraft

06.07.2010, 09:20 Uhr | dpa, t-online.de, dpa

Solarenergie: Förderkürzung kommt später. Solarenergie: Die Subventionskürzung kommt - aber später als ursprünglich angedacht (Foto: imago)

Solarenergie: Die Subventionskürzung kommt - aber später als ursprünglich angedacht (Foto: imago)

Die Förderung der Solarenergie in Deutschland wird deutlich gekürzt - allerdings später und etwas geringer als bislang erwartet. So einigten sich Bund und Länder darauf, die Subventionen zwischen 11 bis 16 Prozent zu senken. In vollem Umfang kommt der Schnitt allerdings erst ab Anfang Oktober diesen Jahres. Experten erwarten nun einen Boom bei Solaranlagen, weil Häuslebauer noch in den Genuss der höheren Förderung kommen wollen. Wenn Sie eine Solaranlage installieren möchten, finden Sie in unserem Ratgeber zur Solaranlage wertvolle Tipps für die Installation - klicken Sie sich rein!

Anpassung der Fördersätze

Der zuvor im Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern erzielte Kompromiss sieht ein Zwei-Stufen-Modell vor. Zunächst soll die Senkung rückwirkend zum 1. Juli mit 13 Prozent um drei Prozent geringer ausfallen als ursprünglich vom Bundestag beschlossen. Für die verschiedenen Solarstrom-Arten bedeutet das: Für Strom aus Solaranlagen auf dem Hausdach wird die Förderung zunächst um 13 Prozent gekürzt, für Freiflächenanlagen um zwölf Prozent und für Anlagen auf Mülldeponien oder ehemaligen Militäranlagen um acht Prozent. In einer zweiten Stufe sollen sich die staatlichen Zuschüsse für Strom aus Anlagen, die erst nach dem 30. September 2010 in Betrieb genommen werden, zusätzlich um jeweils drei Prozent verkürzen.

Bundestag und Bundesrat müssen den Kompromiss noch bestätigen. Das soll am Donnerstag (Bundestag) und Freitag (Bundesrat) dieser Woche passieren. Der Bundesrat hatte vor einigen Wochen die schwarz-gelbe Solar-Reform zunächst gestoppt. "Das ist ein wichtiges Signal für Verbraucher, Investoren und Unternehmer, dass es jetzt Klarheit gibt", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Es führe kein Weg an der Anpassung der Fördersätze vorbei.

Unakzeptable Kapitalrenditen mit Solarstrom

Der Preis für Solaranlagen war zuletzt um rund 30 Prozent gesunken. Da die staatliche Förderung viel schwächer zurückging, war der Sonnenstrom über viele Jahre ein lohnendes Geschäft. "Einige wenige haben unakzeptable Kapitalrenditen erzielt, und die große Mehrheit der Verbraucher musste das über die Stromrechnung bezahlen", sagte Röttgen.

Die Grünen-Umweltexpertin Bärbel Höhn kritisierte die Einigung. "Das ist ein Abwürgen und gefährdet viele Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche." Das Zwei-Stufen-Modell werde zu einem Sommerschlussverkauf führen, um sich vor den noch härteren Einschnitten ab Oktober eine Solaranlage zu sichern. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte, seine Partei habe eine Reduzierung um nur zwölf Prozent beantragt. Schwarz-Gelb sei aber nicht an einem echten Kompromiss interessiert gewesen und wolle die drastischen Kürzungen nun lediglich um drei Monate aufschieben. "Dies ist ein Rückschlag für die deutsche Solarwirtschaft." Der FDP-Experte Michael Kauch sprach dagegen von einem fairen Ergebnis. Den Solarfirmen werde eine "weichere Landung" ermöglicht.

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