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Netzagentur: Strom könnte ab Herbst knapp werden

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Netzagentur: Strom könnte ab Herbst knapp werden

15.04.2011, 07:21 Uhr | dpa-AFX, bv, dpa-AFX, t-online.de

Netzagentur: Strom könnte ab Herbst knapp werden. Atomkraftwerk: Netzprobleme ab Herbst? (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Atomkraftwerk: Netzprobleme ab Herbst? (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Die Bundesnetzagentur macht sich offenbar Gedanken um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland. Laut einem Pressebericht hat sie die Bundesregierung vor einer übereilten Energiewende gewarnt. "Es ist dringend davon abzuraten, kurzfristig weitere Abschaltungen über die acht Kernkraftwerke hinaus anzuordnen, die nicht ausreichend mit den Energieversorgern abgesprochen sind", zitierte das "Handelsblatt" aus einem Gutachten der Netzagentur für die Regierung. Darin geht es um die Auswirkungen des Atom-Moratoriums.

Für die Dauer des dreimonatigen Moratoriums und voraussichtlich auch für das restliche Sommerhalbjahr sei die Netzsituation vermutlich beherrschbar. Herbst und Winter dieses Jahres würden aber vermehrt mit angespannten Netzsituationen einhergehen. Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge wird die Bundesregierung in dem Gutachten ausdrücklich aufgefordert, vor "weiteren Maßnahmen die konkreten Ergebnisse der Netzberechnungen der Energieversorger abzuwarten". Für zusätzliche Stilllegungen von Kraftwerkskapazitäten gebe es derzeit keinen Puffer.

Netzagentur fordert Ausbau bei Kraftwerken

Zwingende Alternativen zur Atomkraft seien danach der Ausbau von Kohle- und Gaskraftwerken. "Es ist unabdingbar, die Fertigstellung bereits im Bau befindlicher Kraftwerke zu gewährleisten und die Realisierung geplanter Projekte zu beschleunigen", zitierte die Zeitung die Behörde. Bei einer dauerhaften Stilllegung der acht Kernkraftwerke könne Deutschland nicht mehr wie im bisherigen Umfang als eine der Stützen der Versorgungssicherheit im europäischen Verbund auftreten.

Auch Ministerium ist besorgt

Laut "Bild"-Zeitung hat auch das Bundesumweltministerium vor "Netzengpässen" gewarnt. Grund sei hier, dass ab Anfang Mai elf oder zwölf der insgesamt 17 deutschen Atomkraftwerke jeweils für mehrere Wochen keinen Strom produzieren. Betroffen sei vor allem der Süden, wo besonders viele AKW nicht am Netz sein würden, während dort aber weiterhin viel Strom verbraucht wird. In Deutschland fehlen zurzeit noch Leitungskapazitäten, um Strom über weite Strecken zu transportieren.

Das interne Papier, das der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt, bezeichne das Stromproblem zwar als "beherrschbar", wenn das Netzmanagement verbessert werde. Kurzfristige Engpässe seien aber nicht auszuschließen.

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