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Anti-Atom-Proteste bei RWE-Hauptversammlung

26.04.2011, 11:05 Uhr | dapd, AFP, dapd, AFP, t-online.de

Anti-Atom-Proteste bei RWE-Hauptversammlung. Anti-Atom-Demonstrant in Essen (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)

Anti-Atom-Demonstrant in Essen (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)

Bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE hat es Proteste von Atomkraftgegnern vor der Essener Grugahalle gegeben. Rund 200 Demonstranten forderten den sofortigen Atomausstieg. Zudem verlangten sie von den Aktionären, RWE-Chef Jürgen Großmann zum Rücktritt zu bewegen oder aber ihn abzuwählen. Aber auch von den eigenen Aktionären in der Halle bekam RWE Gegenwind.

RWE steht im Mittelpunkt der Kritik der Atomgegner, weil der Konzern als einziger der vier großen Energieversorger in Deutschland gegen das Atom-Moratorium der Bundesregierung klagt. RWE will damit gegen die vorläufige Abschaltung des Reaktors Biblis A vorgehen.

Sitzblockade vor dem Eingang

Die Essener Polizei sprach von einer friedlichen Kundgebung. Zu Handgreiflichkeiten kam es zunächst nicht. Allerdings schafften es rund 40 Demonstranten, einige Meter vor dem Eingang zur Grugahalle eine dauerhafte Sitzblockade zu errichten. Damit wollten sie den Aktionären den Zugang zur Versammlung versperren, was zeitweise auch gelang. Die Polizei sorgte jedoch für einen schmalen Korridor, durch den die Aktionäre schließlich in die Halle gelangten.

Einige Atomkraftgegner warfen derweil Wollknäuel auf die wartenden RWE-Anleger. Sie sollten das Geflecht der RWE-Geschäftsbeziehungen symbolisieren. Auch griffen die Atomkraftgegner die Versammlungsteilnehmer verbal an. Es kam zu Pöbeleien und vereinzelt zu Beleidigungen. "Schämt euch", erzürnte sich eine Demonstrantin. Für ihr "verstrahltes Geld" gingen die Aktionäre über Leichen, schimpfte sie. Die meisten der Aktionäre quittierten die Rufe mit einem Lächeln, andere wiederum zeigten sich erbost, zumal ein Demonstrant einige Anleger auf dem Weg zur Halle mit Wasser beschüttet hatte.

Kommunen machen Druck auf RWE-Führung

Zwischen der Führung des Energiekonzerns RWE und kommunalen Aktionären gibt es derweil einem Bericht zufolge erhebliche Differenzen über den künftigen Kurs des Unternehmens. Auf einem Treffen kommunaler Aktionäre am Dienstag, einen Tag vor der Hauptversammlung, habe sich ein breiter Konsens für einen raschen Atomausstieg abgezeichnet, berichtete "Spiegel Online" unter Berufung auf einen Sitzungsteilnehmer. Mit ihren Regionalverbänden halten kommunale Aktionäre rund 25 Prozent der RWE-Aktien.

Dem Bericht zufolge vereinbarten die Gesellschafter nach Teilnehmerangaben, Vorschläge zur Änderung der Konzernstrategie auszuarbeiten und diese dem Vorstand vorzulegen. Bei einer weiteren Sitzung kommunaler Aktionäre mit dem RWE-Vorstand habe sich RWE-Chef Jürgen Großmann über den breiten Protest überrascht gezeigt und betont, ein rascher Ausstieg aus der Atomkraft sei mit ihm nur schwer zu machen.

Greenpeace: RWE produziert nur wenig Öko-Energie

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte den RWE-Chef auf, einen konsequenten Kurswechsel in Richtung erneuerbare Energien vorzunehmen und aus Kohle- und Atomkraft auszusteigen. Eine Greenpeace-Studie zeige, dass der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei RWE 2009 bei nur 2,6 Prozent lag. "Wer den Ausbau der Erneuerbaren so blockiert wie RWE, wird zum atomaren und fossilen Sanierungsfall", sagte Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters. "Auch Jürgen Großmann muss endlich Unternehmergeist für die Energiewende aufbringen."

Großmann warnte dagegen erneut vor den Folgen eines übereilten Atomausstiegs für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Bundesregierung erwäge Maßnahmen, die wenig Rücksicht auf eine wirtschaftliche Stromversorgung nähmen, sagte der Manager auf der Hauptversammlung des Energieriesen. Eine schnelle Abschaltung der Reaktoren könne erhebliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Wohlstand in der Bundesrepublik haben.

RWE-Chef will sich der Politik beugen

Der RWE-Chef räumte vor den Aktionären allerdings das Primat der Politik in Energiefragen ein und betonte: "Wenn es der feste Wille der Mehrheit der deutschen Bevölkerung und der sie vertretenden Politik ist, zukünftig auf Kernkraft zu verzichten, werden wir uns dem nicht verschließen." Doch warnte er, ein solcher Schritt werde Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen.

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