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Stromanbieter: Die Lüge vom drohenden Stromausfall

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Stromkonzerne verweigern ihre Reserven

26.04.2011, 12:23 Uhr | cs mit dpa, t-online.de, dpa

Stromanbieter: Die Lüge vom drohenden Stromausfall. Trotz abgeschalteter Atomkraftwerke geht in Deutschland das Licht nicht aus (Foto: imago)  (Quelle: imago)

Trotz abgeschalteter Atomkraftwerke geht in Deutschland das Licht nicht aus (Foto: imago) (Quelle: imago)

Deutschland steht vor einer radikalen Energiewende. Schlag auf Schlag überbieten sich Politiker mit neuen Ideen für eine bessere Energiezukunft. Gleichzeitig warnen die Atom-Unternehmen, Deutschland drohe wegen des Atomausstiegs der Zusammenbruch des Stromnetzes. Auch die Dena warnte vor Blackouts. Doch trotz der überhastet von der Bundesregierung für das Atom-Moratorium abgeschalteten AKWs blieben die deutschen Lichter an. Und offenbar lässt auch die deutschen Stromkonzerne die Atomlücke kalt. Laut "Berliner Zeitung" wollen die Unternehmen ihre eingemotteten Kraftwerke nicht zur Füllung der Lücke in Betrieb nehmen - sie fürchten schlicht keinen Versorgungsengpass.

Reserve aus Gas- und Kohle-Kraftwerken

Derzeit stehen sieben deutsche Kernkraftwerke still. Ab Mai sollen fünf weitere Reaktoren für Wartungsarbeiten vom Netz genommen werden. Dabei werden die großen Versorger nicht müde, angesichts des Atom-Moratoriums vor einem Zusammenbruch der Stromnetze zu warnen. Doch die dadurch entstehende Stromlücke scheint Deutschland nicht in ein dunkles Zeitalter von Stromausfällen und Energierationierung zu stürzen. Zumindest halten es die deutschen Stromkonzerne laut "Berliner Zeitung" nicht für erforderlich, ihre Stromreserven zu mobilisieren, um den vermeintlichen Blackout zu verhindern.

Laut Recherchen der Zeitung befinden sich derzeit sechs Kraftwerksblöcke in sogenannter Kaltreserve. Ein weiterer ist aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschaltet. Diese Gas- und Kohlekraftwerke sind nicht produktionsbereit, grundsätzlich aber funktionsfähig. Ihre Leistung summiert sich auf insgesamt 1700 Megawatt. Doch warum fahren die Stromkonzerne ihre Kraftwerke nicht hoch, wenn doch eine Versorgungslücke droht?

Keine Versorgungsengpässe zu befürchten

Energieexperte Thorsten Lenck vom Analysedienst Energy Brainpool hat eine Antwort: die Energiekonzerne befürchten keine Versorgungsengpässe. "Auch in naher Zukunft rechnen die Versorger nicht mit dauerhafter Stromknappheit und hohen Erlösen für ihre Kraftwerke“, sagt er der Zeitung. Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth warf den Energiekonzernen Panikmache vor. "Nach allem, was unsere Erhebungen ergeben haben, sind die Effekte des Moratoriums auf die Netze beherrschbar", sagte Kurth "Spiegel Online".

Die Energiekonzerne sehen dies im Geheimen offenbar ähnlich. E.ON erklärte auf Anfrage: "Wir planen keine Änderungen in der Betriebsart unserer Kraftwerke". Der Energieriese könnte das Gaskraftwerk Irsching 2 in Bayern und das Kohlekraftwerk Staudinger 2 in Hessen reaktivieren. Eine RWE-Sprecherin sagte: "Ein 300-Megawatt-Steinkohleblock im Saarland ist derzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betrieb. Ob die Anlage später wieder ans Netz geht, ist derzeit  offen.“ EnBW verweigerte die Auskunft mit dem Verweis auf "wettbewerbsrelevante Informationen“. Das Unternehmen könnte eine Anlage bei Stuttgart sowie zwei weitere Blöcke in Karlsruhe wieder in Betrieb nehmen. Auch der Kohlekraftwerksblock Mannheim 3, der von EnBW, RWE und dem Mannheimer Versorger MVV betrieben wird, ist laut "Berliner Zeitung" derzeit nicht am Netz.

Kosten der Energiewende

Gleichzeitig heizt sich die Debatte um die Kosten der Energiewende immer weiter an. Laut einer aktuellen Analyse im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) könnte ein schneller Atomausstieg bis Ende 2017 die Strompreise um fast ein Drittel steigen lassen. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden müsste demnach im Jahr 2018 rund 137 Euro mehr für Strom ausgeben.

Die Studie hatte das Kölner Energieforschungsinstituts r2b energy consulting erstellt. Demnach kämen auf die Stromverbraucher bis 2020 allein durch einen vorgezogenen Atomausstieg Mehrkosten von insgesamt rund 33 Milliarden Euro zu. Den größten Anteil müsste mit 24 Milliarden Euro die Wirtschaft tragen, neun Milliarden an Mehrkosten kämen auf private Verbraucher zu. Werden die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur addiert, betragen die Mehrbelastungen demnach sogar 51 Milliarden Euro.

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