Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie >

Energiewende: Merkel plant angeblich Eilausstieg aus Atomkraft

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Merkel plant angeblich Eilausstieg aus Atomkraft

02.05.2011, 16:56 Uhr | jdc mit Material von dapd, dpa-AFX, t-online.de, dpa-AFX, dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Ausstieg aus der Atomkraft offenbar mit einer festen Jahreszahl verbinden und vom System der Restlaufzeiten abrücken. Eine Studie warnt allerdings vor einem schnellen Ausstieg. Die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die Sicherheit der Energieversorgung würden damit bedroht. Der AKW-Betreiber E.ON fährt schon einmal weitere Gas- und Kohlekraftwerke hoch und verschiebt Wartungsarbeiten, um Stromausfällen vorzubeugen.

Restlaufzeiten bieten erhebliche Spielräume für Betreiber

Die Zuteilung von Restlaufzeiten ist Bestandteil des Atomausstiegs, den die damalige rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 mit den Betreibern ausgehandelt hatte. Schwarz-Gelb hatte bei der Verlängerung der Laufzeiten Ende vergangenen Jahres an dieses System angeknüpft. Dabei werden jedem Meiler Strommengen zugewiesen. Hat der Reaktor diese Mengen produziert, erlischt die Betriebserlaubnis. In der Praxis birgt das Verfahren für die Betreiber erhebliche Spielräume. Wenn sie etwa einen Meiler nur mit reduzierter Kapazität fahren oder längere Pausen für Revisionsarbeiten einlegen, verschiebt sich das Aus für den jeweiligen Meiler nach hinten.

Rot-Grün plante Ausstieg für 2022

Merkel, Röttgen und Pofalla seien übereingekommen, diesen Spielraum zu beschneiden und statt dessen auf feste Termine zu setzen, hieß es dem Bericht zufolge in den Kreisen weiter. Dabei gelte es als sicher, dass eine Jahreszahl gewählt wird, die dem rot-grünen Ausstiegskonzept nahe komme. Nach den Plänen von Rot-Grün wäre der letzte Meiler wahrscheinlich 2022 oder 2023 vom Netz gegangen.

Studie warnt vor schnellem Ausstieg

Laut einer Studie des Baseler Prognos-Instituts birgt dagegen ein schneller Ausstieg erhebliche Risiken für die Sicherheit der Energieversorgung und bedroht die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Die privaten Verbraucher müssten zudem mit spürbaren Preiserhöhungen rechnen, heißt es in der noch unveröffentlichten Expertise, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. Danach ist ein vollständiger Atomausstieg bis 2020 oder früher nur dann zu bewältigen, wenn es gelingt, den Netzausbau rasant zu beschleunigen. Die Strompreise könnten für Verbraucher bis 2020 um bis zu 38 Prozent und bis 2025 um bis zu 58 Prozent steigen.

Bau von Kohlekraftwerken braucht vier bis sieben Jahre

"Angesichts der Erfahrungen mit dem Zeitbedarf für die Erweiterung des Stromnetzes ist es fraglich, ob der erforderliche Ausbau bis 2020 realisiert werden kann", heißt es in der Studie, die von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegeben wurde. Dies sei nur mit einer deutlichen Beschleunigung der Planung und Umsetzung der Kraftwerks-Bauvorhaben möglich. Derzeit vergingen zwischen Planung eines Kohlekraftwerks und der ersten Stromerzeugung vier bis sieben Jahre.

E:ON fährt Gas- und Kohlekraftwerke hoch

Der AKW-Betreiber E.ON hat nach eigenen Angaben Gas- und Kohlekraftwerke hochgefahren und Wartungsarbeiten verschoben, um Stromausfällen vorzubeugen. Netzwerkbetreiber hätten darum gebeten, weil sie kurzfristige Blackouts infolge der abgeschalteten Atommeiler fürchteten, sagte E:ON-Chef Johannes Teyssen der "Wirtschaftswoche" laut Vorabmeldung.

Stromnetzbetreiber bitten um Unterstützung

"Wir bekommen von den Stromnetzbetreibern reihenweise Bitten, welche Kohle- und Gaskraftwerke wir außerhalb der Reihe laufen lassen sollten, damit es nicht zum Spannungsabfall kommt, der einen kurzfristigen Blackout theoretisch möglich machen würde", wurde Teyssen zitiert. Um welche Kraftwerke es sich handelt, wollte er unter Verweis auf Wettbewerbsgründe nicht sagen. Zudem verschiebe E.ON ebenfalls auf Bitten der Netzbetreiber "Revisionen von Werken, um keinen plötzlichen Spannungsabfall zu erzeugen", sofern dies technisch vertretbar sei.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Wirtschaft
Strom aus der Wüste

Das "Desertec"-Projekt: Riesige Spiegel in der Sahara sollen den Strom für Europa liefern. zum Video

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Jobsuche

Anzeige
 

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen



shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017