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Atomausstieg: Der Mythos vom billigen Atomstrom

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Mythos vom billigen Atomstrom entzaubert

16.08.2011, 17:35 Uhr | cs, mash, dpa-AFX, t-online.de

Atomausstieg: Der Mythos vom billigen Atomstrom. In der Schachtanlage Asse wird radioaktiver Müll zu enormen Kosten gelagert (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In der Schachtanlage Asse wird radioaktiver Müll zu enormen Kosten gelagert (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Energiewende hat die deutschen Versorger kräftig unter Druck gesetzt. Den Energie-Riesen E.ON und RWE schmelzen die Gewinne weg. Sie warnen vor gigantischen Kosten, explodierenden Strompreisen und Umweltproblemen. Atombefürworter sehen im überstürzten Ausstieg aus der billigen Atomkraft einen Sargdeckel für den Industriestandort Deutschland. Denn der teure Ökostrom hindere Unternehmen an Investitionen. Sie verlagerten ihre Produktion in Regionen, in denen Strom weiterhin billig produziert werde. Doch was augenscheinlich nach günstigem Strom aus dem Atom aussieht, wird bei näherem Hinsehen entzaubert: Das Märchen vom billigen Atomstrom – es muss wohl korrigiert werden.

Versteckte Kosten im Atomstrom

Seit Jahrzehnten kämpfen Atomkraftgegner gegen den Mythos des billigen Atomstroms. Denn versteckte Kosten, die zwar nicht im Strompreis enthalten sind, aber auf Umwegen auf die Bürger abgewälzt wurden und werden, lassen den Preis der Atomkraft in astronomische Höhen schnellen. Dazu zählen milliardenschwere Subventionen, Haftungsversprechen und Polizeikosten etwa für den Schutz der Castortransporte. Laut IG Metall und Greenpeace investierte der Staat zwischen 1950 und 2010 mehr als 200 Milliarden Euro in deutschen Atomstrom. Mehr als in jede andere Energieform. Diese Kosten wurden aber nicht wie bei der EEG-Umlage durch einen Aufschlag auf die Stromrechnung finanziert.

Der Staat pumpte die Summe steuerfinanziert in den Ausbau der Atomkraft. Jede Kilowattstunde Atomstrom werde mit durchschnittlich 4,3 Cent subventioniert, so eine Greenpeace-Studie. Demnach bestehen diese Fördermittel aus direkten Finanzhilfen des Bundes wie Forschungsförderung, Kosten für die Atommüllendlager Asse II und Morsleben und die Stilllegung der ostdeutschen Atommeiler. Dazu kommen Steuervergünstigungen in der Energiebesteuerung - der Einsatz von Kernbrennstoffen war bis 2011 steuerfrei. Damit zahlen die Bürger nicht nur über ihre Stromrechnung für den Atomstrom, auch ein Teil ihrer gezahlten Steuern landete in der Atombranche. Und für die Entsorgung des Atommülls zahlt letztlich vor allem der Verbraucher.

Staat haftet im Fall eines GAUs

Zu den Zahlungen des Bundes kommen aber noch weitere potenzielle Kosten. So übernimmt der Staat im Falle eines Super-GAUs den Großteil der dadurch entstehenden Kosten. Nur so konnte die Regierung Adenauer die Versorger dazu bewegen, im großen Stil in die Atomkraft zu investieren und AKWs aufzubauen. Sonst wäre das Risiko wohl zu groß gewesen, da keine Versicherung einen Super-GAU abdecken würde. Letztlich sieht das bisherige Atomgesetz vor, dass die AKW-Betreiber zunächst mit bis zu 2,5 Milliarden Euro haften müssen, danach Bund und Länder mit 500 Millionen Euro.

Die deutsche Atomwirtschaft widerspricht diesen Zahlen. So habe es zwar Anschubhilfen für die Kernenergie in Deutschland gegeben, so RWE. Diese seien aber mittlerweile vollständig über Steuern, Beschäftigung und Wertschöpfung zurückgezahlt. Darüberhinaus sei bei der Einführung der Kerntechnik lediglich der Forschungsbereich mit staatlichen Mitteln finanziert worden, so das Deutsche Atomforum. Die kommerzielle Nutzung der Kernenergie habe keine Subventionen erhalten.

Atomausstieg und steigende Strompreise

Doch macht der Ausstieg aus der vermeintlich billigen Atomkraft den Strom jetzt tatsächlich teurer? Mitnichten, sagt etwa das Öko-Institut. So sollen sich die Energiepreise entwickeln wie in der Vergangenheit. Lediglich ein moderater Anstieg sei zu erwarten, erklären die Experten. Nach "Spiegel"-Informationen erhöhen sich die Stromkosten bis zum Jahr 2020 nur moderat um etwa ein bis eineinhalb Cent pro Kilowattstunde.

Laut IG Metall bestimmen ohnehin Angebot und Nachfrage den Preis. Dabei funktioniere der Wettbewerb aufgrund des Oligopols auf dem Strommarkt nicht wirklich. Denn 80 Prozent des Erstabsatzes teilten sich die vier großen Energieversorger RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall.

Dezentrale Versorger bei Erneuerbaren Energien

Im Markt der Erneuerbaren Energien werden die Karten dagegen neu gemischt. Denn hier sind die Multis bislang nur schwach vertreten. Eine Vielzahl kleiner und vor allem dezentraler Versorger tummelt sich in dem noch jungen Markt. Ein funktionierender Wettbewerb drückt hier die Preise, wie Zahlen des Vergleichsportals Verivox belegen. Die IG Metall prophezeit: "Je schneller der Umstieg vollzogen wird, umso mehr werden die Kraftwerksbetreiber in die Modernisierung der Kraftwerkparks investieren, um Energie effizienter nutzen zu können."

Wettbewerb durch Wechsel fördern

Auch Sie können die Energiewende fördern, in dem Sie zu einem günstigen Ökostrom-Anbieter wechseln. Das heizt den Wettbewerb auf dem Strommarkt an, und spart Ihnen Kosten. Dabei ist der Wechsel zu einem neuen Anbieter denkbar einfach: Klicken Sie auf unseren Vergleichsrechner, geben Sie Ihren jährlichen Verbrauch ein - Sie finden diese Angabe auf Ihrer letzten Stromrechnung. Dann noch Ihre Postleitzahl eintragen und auf "Berechnen" klicken. Die dann erscheinende Liste enthält die günstigsten Stromanbieter für Ihren Wohnort.

 

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