Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien >

Weniger Gewinn bei Eon - Teyssen will unrentable Kraftwerke schließen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Weniger Gewinn bei Eon - Teyssen will unrentable Kraftwerke schließen

30.01.2013, 17:49 Uhr | dpa-AFX

(Neu: Weitere Details, Aktueller Kurs

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Eon <EOAN.ETR> stellt sich auf harte Zeiten ein: Deutschlands größter Stromversorger rechnet im laufenden Jahr wegen der europaweiten Marktschwäche und der Lasten der Energiewende mit deutlich weniger Gewinn. Der Konzern will deshalb weitere Beteiligungen verkaufen, seine Investitionen verringern und sich auf lukrative Märkte wie Brasilien oder die Türkei konzentrieren. Gaskraftwerke, die rote Zahlen schreiben, werde Eon nicht mehr weiterbetreiben, kündigte Konzernchef Johannes Teyssen am Mittwoch an: "Wir werden bei niemandem mehr Geld dazulegen, bei niemandem."

Im laufenden Jahr peilt Deutschlands größter Stromversorger einen um Sondereffekte bereinigten Überschuss von 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sinkt von 10,8 Milliarden 2012 auf voraussichtlich 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr konnte Eon das Ergebnis unter anderem wegen neu verhandelter Bezugspreise für Gas und weggefallener Sonderbelastungen deutlich steigern. Eon zahlt deshalb für 2012 je Aktie eine um zehn Cent auf 1,10 Euro erhöhte Dividende.

Strom-Rechner
Strompreisvergleich

Finden Sie günstige Stromanbieter!

Anzahl Personen im Haushalt

Anzeige

AKTIE DREHT INS MINUS

Die Aktionäre sollen in den schwierigen Zeiten mit einer vergleichsweise hohen Ausschüttung bei der Stange gehalten werden. Eon verspricht aber keine absolute Höhe mehr, sondern legt sich nur noch auf die Ausschüttungsquote fest. Diese soll in den kommenden Jahren wieder steigen. Am Markt wurden die Zahlen und Ankündigungen nur zu Beginn positiv bewertet. Die Aktie zog in den ersten Minuten nach der Mitteilung deutlich an, drehte aber zuletzt ins Minus

Das Papier gehörte in den vergangenen Monaten zu den größten Verlierern im Leitindex Dax <DAX.ETR>. Seit Anfang November, als Eon die Ziele für 2013 bis 2015 gekappt hatte, fiel die Aktie um rund Prozent. Einige Experten vermissten vor allem klare Aussagen zu den Jahren 2014 und 2015. Die DZ Bank stuft das Papier weiter mit "Halten" ein.

TEYSSEN GREIFT ENERGIEPOLITIK ERNEUT AN

Eon baut bis 2015 rund 11.000 Stellen ab, davon 6.000 in Deutschland. Dies ist schon länger bekannt, ein Sozialplan wurde bereits vereinbart. Die aktuelle Tarifrunde im deutschen Teil des Konzerns scheiterte dagegen. Eine Urabstimmung läuft bis Freitag. Es droht ein unbefristeter Streik. Er setze aber darauf, dass die Tarifpartner an den Verhandlungstisch zurückkehrten, sagte Teyssen. Das Eon-Angebot (1,7 Prozent) sei "verantwortungsvoll". Ein möglicher Streik würde sich nicht kurzfristig auf das Ergebnis auswirken.

Teyssen kritisierte erneut den "ungesteuerten Zuwachs erneuerbarer Energien" auf den Markt durch die deutsche Energiewende bei gleichzeitigem europaweitem Rückgang der Gas- und Stromnachfrage. Durch den niedrigen Strompreis seien auch moderne Gaskraftwerke wie Irsching 5 - ein gerade 2010 an Netz gegangenen 850-Megawatt-Block - derzeit nicht rentabel. Eon werde das Kraftwerk vom Netz nehmen, wenn die Politik nicht bald reagiere. Dies forderten auch die kommunalen Miteigentümer, die Stadtwerke von Nürnberg, Frankfurt und Darmstadt. Europaweit würden konventionelle Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von elf Gigawatt auf ihre Rentabilität untersucht.

EON WILL SICH NEU AUFSTELLEN

Die Investitionen will Eon von rund sechs Milliarden Euro 2013 auf vier Milliarden Euro bis 2015 herunterfahren. Schwerpunkte sollen künftig in der Türkei und in Brasilien sowie bei On- und Offshore-Windparks in den USA, der Nord- und Ostsee liegen. Außerdem investiere Eon in kleine dezentrale Kraftwerke mit kommunalen und lokalen Partnern. "1000 kleine Anlagen mit einem Megawatt sind für uns mindestens so wertvoll wie ein großes Kraftwerk." Neubaupläne für konventionelle Kraftwerke in Deutschland, Belgien und Frankreich habe Eon angesichts der Marktlage aufgegeben.

Beim Verkaufsprogramm von Beteiligungen und Randaktivitäten seien die ursprünglich geplanten 15 Milliarden Euro längst überschritten. Aktuell habe Eon seit Beginn des Programms Unternehmensanteile für 17 Milliarden Euro zu guten Preisen verkauft. Die Zahl könnte sich noch weiter auf bis zu 20 Milliarden Euro steigern, sagte Teyssen. Die Jahrespressekonferenz mit dem kompletten Zahlenwerk findet am 13. März statt.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Anzeige
Jobsuche

Anzeige
 
Anzeige

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen



Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017