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Energiewende: Braunkohle feiert verrücktes Comeback

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Energiewende paradox: Comeback für die Braunkohle

16.03.2013, 11:06 Uhr | dpa

Energiewende: Braunkohle feiert verrücktes Comeback. Das Braunkohle-Kraftwerk Neurath in Grevenbroich-Neurath, Nordrhein-Westfalen  (Quelle: dpa)

Das Braunkohle-Kraftwerk Neurath in Grevenbroich-Neurath, Nordrhein-Westfalen (Quelle: dpa)

Zurück in die Zukunft: Der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien bringt ausgerechnet ein Comeback für die wohl schmutzigste Form von Strom und Wärme. So will RWE der "Marktführer bei der Energiewende" sein. Doch nennenswerte Gewinne in der konventionellen Erzeugung macht der Konzern derzeit vor allem mit Braunkohlekraftwerken. Auf Dauer sehen Umweltschützer aber die Dämmerung der "Klima-Killer".

RWE: Hälfte des Stroms mit Braunkohle

Schuldenberg, Personalabbau und gekürzte Investitionen: Bei der Vorlage seiner Jahresbilanz ging der Chef des Energieriesen RWE, Peter Terium, vor knapp zwei Wochen in Sack und Asche - mit einer Ausnahme: Bei der Braunkohle ist die Welt der Essener noch weitgehend in Ordnung. "Erträgliche Einnahmen", meldete Finanzvorstand Bernhard Günther. Der Gewinn liege auf jeden Fall in dreistelliger Millionenhöhe, schob RWE-Vize Rolf Martin Schmitz auf Nachfragen nach.

2012 erzeugte RWE fast die Hälfte seines in Deutschlands produzierten Stroms mit Braunkohle. Die Braunkohleverstromung legte - auch wegen der Inbetriebnahme des neuen Braunkohlekraftwerks Neurath bei Köln - im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Gleichzeitig wuchs der CO2-Ausstoß um knapp 18 Millionen Tonnen - gut ein Zehntel.

E.ON setzt mehr auf Gas

Mitten in der Energiewende erlebt die wegen hoher CO2-Emissionen als Klimakiller kritisierte Energieform eine unverhoffte Renaissance. Umweltschützer sehen darin aber nur ein kurzes Zwischenspiel.

Die Einnahmen aus den Braunkohlekraftwerken tragen dazu bei, dass RWE im laufenden Jahr mit seiner Bilanz voraussichtlich mit einem blauen Auge davon kommt - auch im Vergleich zum Düsseldorfer Konkurrenten E.ON. Der setzt kaum auf Braunkohle, sondern stark auf umweltschonende Gaskraftwerke und muss damit in der konventionellen Erzeugung und insgesamt wesentlich stärkere Einbußen in Kauf nehmen.

Strom wird immer günstiger

Die Braunkohle profitiert von einer paradoxen Entwicklung der Energiewende. Durch die Massen an zusätzlichem Wind- und Sonnenstrom vor allem in den teuren Mittagsstunden sind die Strompreise an der Börse abgestürzt - und mit ihnen auch der Handel für die Verschmutzungsrechte. Die europäische Wirtschaftskrise kommt hinzu. Der Preis für die Tonne CO2 liegt aktuell bei unter fünf Euro statt einmal geplanter 17 oder sogar 30 Euro. Unter diesen Umständen seien Abbau und Verstromung von Braunkohle natürlich hoch profitabel, sagt der Analyst Marc Nettelbeck von der DZ-Bank.

RWE hält sich sogar die Entscheidung über neue Großinvestitionen in die Braunkohle offen. Wegen der knapper gewordenen finanziellen Mittel werde RWE auf neue, teure Großkraftwerke verzichten, sagte Terium. Dies gelte aber nicht unbedingt für die Braunkohle. Das 1,5 Milliarden Euro teure Braunkohlekraftwerk BoAplus in Niederaußem im rheinischen Revier werde - Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt - weiter verfolgt.

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Kritik von Umwelt-Schützern

Für Braunkohlegegner wie den BUND-Chef in NRW, Dirk Jansen, wäre das widersinnig. Braunkohlekraftwerke seien viel zu schwerfällig. Wenn der Anteil der Erneuerbaren steige, brauche man flexible Kraftwerke. Träge Braunkohlekraftwerke seien nicht tauglich.

Außerdem müsse die NRW-Landesregierung nach ihren eigenen Gesetzen die schon in den 70er Jahren genehmigten Braunkohlepläne überprüfen und den aktuellen Klimaschutzzielen anpassen, fordert Jansen. Die Pläne regeln unter anderem die räumliche Ausdehnung eines Tagebaus. Noch passiere nichts. "Die ganze Region bleibt weiterhin dem RWE ausgeliefert", sagt Jansen. Wenn Menschen ihre Dörfer verlassen müssten, die später womöglich dann doch gar nicht mehr abgebaggert würden, dann sei das fast schon zynisch.

Für die Betroffenen geht es beim Streit um die Braunkohle um ihre Heimat und um viele Jahre ihres Lebens: Zwischen den ersten Informationen der Menschen in einem Ort und dem Angraben eines Ortes können durchaus zwei Jahrzehnte liegen.

Die Bewohner in dem kleinen Ort Manheim bei Kerpen machen das gerade durch: 2007 haben sie einen neuen Standort gesucht, die ersten leben schon da. 2022 soll der alte Ort - die Heimat von knapp 1600 Menschen - im Tagebauloch Hambach verschwinden, dem wohl größten Europas.

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