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Gaspreise sinken - Gasversorger kassieren trotzdem ab

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Studie rät: Anbieter wechseln  

Die Gasversorger kassierten 1,3 Milliarden zu viel

28.12.2015, 11:49 Uhr | dpa

Gaspreise sinken - Gasversorger kassieren trotzdem ab. Gaskraftwerk in Vohburg an der Donau (Bayern). (Quelle: dpa)

Gaskraftwerk in Vohburg an der Donau (Bayern). (Quelle: dpa)

An der Börse fällt der Gaspreis seit Jahren, bei den Verbrauchern kommt davon wenig an. Laut einer Studie haben Deutschlands Gasversorger in 2015 auf diese Weise insgesamt 1,3 Milliarden Euro zu viel kassiert.

Das geht aus der jetzt veröffentlichten Untersuchung hervor, die der Hamburger Energiefachmann Steffen Bukold im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion durchgeführt hat. Den Verbrauchern seien danach im Schnitt 132 Euro Ersparnis pro Jahr für den Durchschnittshaushalt entgangen. Und das obwohl die Beschaffungspreise an den Weltmärkten in den vergangenen Jahren stark gefallen sind

Für 2016 haben die Versorger zwar etwas umfangreichere Preissenkungen angekündigt. Auch dabei mache bisher aber nur gut ein Fünftel der Anbieter mit.

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Große Preisunterschiede

Den Verbrauchern bleibe nur der Weg, die Tarife sorgfältig zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln, rät der Wissenschaftler. Bukold leitet in Hamburg ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsbüro, das sich mit Energieversorgung und Preisentwicklung beschäftigt.

Im Schnitt könne inzwischen in jeder Region zwischen 65 Anbietern gewählt werden. Die Preisunterschiede lägen dabei vielfach bei über zehn Prozent bei gleicher Leistung.

Die Gaspreise fallen international seit Jahren; in Europa sind sie seit 2014 um rund ein Drittel heruntergegangen. Grund ist das Überangebot auf den Weltmärkten unter anderem wegen der Förderung in den USA per Fracking.

Besonders betroffen: BaWü, NRW und Schleswig-Holstein

Nach Auswertung der Beschaffungspreise an der Börse und der Verbraucherpreise der Gasanbieter mussten die Endkunden 2015 im Schnitt gut 0,6 Cent pro Kilowattstunde - also etwa ein Zehntel des Preises - zu viel bezahlen. Besonders stark ausgeprägt war dies demnach in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sagte dazu, dass der Endkundenpreis für Gas nur zu etwas mehr als der Hälfte von den Beschaffungskosten abhänge. Dazu kämen dann Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben. Zum Teil seien steigende Netzentgelte für 2016 zu erwarten, die die Gaslieferanten dann in ihrer Kalkulation berücksichtigen müssten.

Außerdem verwies der BDEW-Sprecher auf den wachsenden Wettbewerb am Markt: "Immer mehr Haushaltskunden in Deutschland nutzen die Möglichkeit, ihren Energieversorger zu wechseln."

"Die müssen das gut begründen"

"Die Versorger, die jetzt ihre Gaspreise nicht senken, müssen das sehr gut begründen", kritisierte dagegen der Energiefachmann Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. "Wenn nicht im Laufe der nächsten Monate eine Preissenkung angekündigt ist, sollte man einen Wechsel seines Versorgers in Betracht ziehen", sagte die Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn.

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