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Gehälter in der Energiewirtschaft: Private Unternehmen zahlen mehr

18.02.2017, 09:01 Uhr | dpa-AFX

WÜRZBURG (dpa-AFX) - Fach- und Führungskräfte werden bei privaten Energieunternehmen im Schnitt deutlich besser bezahlt als bei kommunalen Stadtwerken. Das geht aus einer Studie der Gehälter in der deutschen Energiewirtschaft hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Führungskräfte verdienten demnach im Jahr 2015 bei privaten Unternehmen durchschnittlich 16 Prozent mehr - bei ähnlicher Firmengröße. Rechnet man Fachkräfte ohne Führungsjob mit ein, beträgt die Differenz immer noch knapp 8 Prozent.

Auf Vorstandsebene betrug der Unterschied sogar ein Vielfaches: Chefs von großen Stadtwerken mit mehr als 1000 Mitarbeitern bekamen im Jahr durchschnittlich 455 000 Euro, die Vorstände der großen Energiekonzerne aber 2,4 Millionen Euro. Indes tragen Letztere in der Regel auch Verantwortung für deutlich mehr Beschäftigte. Spitzenverdiener der Branche war 2015 laut Konzernbericht Eon -Chef Johannes Teyssen, der 4,43 Millionen Euro im Jahr bekam.

Die Unternehmensgröße hat auch unterhalb der Vorstandsebene einen großen Einfluss aufs Gehalt. Studierte Fachkräfte mit sechs bis zehn Jahren Berufserfahrung verdienten in einem Großkonzern fast 30 Prozent mehr als in einem kleineren Stadtwerk. Für die Studie befragte das Beratungsunternehmen Callidus Energie 1666 Fach- und Führungskräfte, wertete Konzernberichte, Interviews und weitere Statistiken aus.

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Während Führungskräfte bei kommunalen Unternehmen schlechter bezahlt werden, gibt es bei den unteren Lohngruppen keine Differenz: Bei Sachbearbeitern stellten die Wissenschaftler keinen signifikanten Unterschied in der Bezahlung fest. Dass die Gehälter nach oben hin zwischen kommunalen und privaten Unternehmen auseinander gehen, ist laut dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) "im Grundsatz nicht zu kritisieren". Eine Sprecherin verwies insbesondere auf die unteren Lohngruppen: "Hier liegen beispielsweise die Gehälter der Müllwerker in der Regel über dem gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn."

Probleme, Fachkräfte zu rekrutieren, hätten die kommunalen Stadtwerke nur in Bereichen, in denen auch für private Unternehmen Fachkräftemangel herrsche, etwa in der IT. Das sei "ein grundsätzliches Problem in Deutschland und nicht in erster Linie eines des zur Verfügung stehenden Gehaltes".

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