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Armut, Hartz IV: 330.000 Haushalten in Deutschland wurde Strom gesperrt

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330.000 Menschen wurde der Strom gesperrt  

"Energiearmut ist eine stille Katastrophe"

02.03.2017, 11:04 Uhr | dpa

Armut, Hartz IV: 330.000 Haushalten in Deutschland wurde Strom gesperrt. Eine Mutter sitzt mit ihrem Sohn in ihrer abgedunkelten Wohnung in Hannover. Nur eine brennende Kerze erleuchtet den Raum. (Quelle: dpa)

Eine Mutter sitzt mit ihrem Sohn in ihrer abgedunkelten Wohnung in Hannover. Nur eine brennende Kerze erleuchtet den Raum. (Quelle: dpa)

Und plötzlich war es dunkel: Mehr als 330.000 Haushalten in Deutschland wurde zuletzt binnen eines Jahres der Strom abgestellt. Die Stromsperren gelten als Folge von Armut, oft sind Hartz-IV-Empfänger betroffen.

Von 2011 bis 2015 schwankte die Zahl der jährlichen Stromsperren zwischen rund 312.000 und 352.000, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht.

Bei den Stromsperren beruft sich die Regierung auf Daten der Bundesnetzagentur. Zudem gab es 2015 in rund 44.000 Fällen Sperrungen von Gas. Mehr als 6,2 Millionen mal wurden Stromsperrungen angedroht. Die Höhe der Forderung der Grundversorger an die Betroffenen zum Zeitpunkt der Androhung lagen bei 119 Euro im Durchschnitt.

Stromsperren gelten als Folge von Armut in Deutschland. Nach der Antwort der Regierung auf die Anfrage der Linken beträgt der Anteil der durch Armut gefährdeten Menschen in Deutschland je nach Datenquelle zwischen 15,7 und 16,7 Prozent.

"Energiearmut ist eine stille Katastrophe"

Die Sprecherin der Linkenfraktion für Energie und Klima, Eva Bulling-Schröter, die die Anfrage gestellt hatte, sagte: "Energiearmut in Deutschland ist für Millionen von Menschen eine stille Katastrophe, besonders in den kalten und dunklen Wintermonaten." Während Deutschland als EU-Stromexportmeister so viel Energie ins Ausland verkaufe wie nie zuvor, sei es auch Europameister bei Energiesperren. Trotz solcher skandalöser Ungerechtigkeiten wolle die Bundesregierung Energiearmut nicht sehen. 

"Viele Menschen schämen sich ihrer Zahlungsunfähigkeit, sind stigmatisiert, ziehen sich bei Stromsperren von Freunden und sozialem Umfeld zurück, was besonders Kindern schadet", sagte Bulling-Schröter. Die Energieversorgung als grundlegendes Element der Daseinsvorsorge sei durch die Rechtslage für hunderttausende Menschen in Deutschland nicht gesichert. Für schutzbedürftige Personen wie Kinder, Alte und Kranke solle ein Verbot von Energiesperren per Gesetz verankert werden, forderte die Politikerin.

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