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Wirtschaft: Großbritannien-Probleme trüben Jahresauftakt von Innogy

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Großbritannien-Probleme trüben Jahresauftakt von Innogy

12.05.2017, 10:54 Uhr | dpa-AFX

(Neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz zu NPower, Aktienkurs)

ESSEN (dpa-AFX) - Das Energieunternehmen Innogy hat nach einem operativen Ergebnisplus im ersten Quartal seinen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Dabei macht dem Unternehmen jedoch zunehmend das britische Vertriebsgeschäft Probleme. Mit zusätzlichen Sparmaßnahmen will Innogy gegenhalten, wie die Ökostromtochter von RWE am Freitag mitteilte.

Die Aktie konnte am Vormittag dennoch zulegen - um 0,5 Prozent auf 33,81 Euro. Die Zahlen seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, erklärte John Musk von RBC Europe. Die Probleme in Großbritannien seien jedoch ein Grund zur Sorge.

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Das britische Geschäft ist gekennzeichnet von einem harten Wettbewerb und dem Kampf um Kunden. Zusätzlich lastet die Aussicht auf die Einführung einer Preisobergrenze nach den anstehenden Wahlen auf den Energieunternehmen. Innogy gehe nicht mehr davon aus, im britischen Vertrieb im laufenden Geschäftsjahr ein positives bereinigtes operatives Ergebnis zu erzielen, erklärte das Management.

Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung würden derzeit geprüft, sagte Finanzvorstand Bernhard Günther in einer Telefonkonferenz. Dabei gehe es vor allem um die Steigerung von Effizienz, sei es beim Zählerablesen oder beim Erstellen von Rechnungen. Ein weiterer Stellenabbau ist zumindest derzeit nicht in Planung.

Bereits vor etwa einem Jahr hatte Innogy seiner britischen Tochter Npower ein umfassendes Umbauprogramm verordnet. Von den angepeilten 2400 Stellen sei bereits die Hälfte abgebaut worden, sagte Günther. Bis Ende 2018 will das Unternehmen so rund 200 Millionen britische Pfund (rund 237 Mio Euro) sparen.

Innogy ist mit den Schwierigkeiten nicht alleine - auch Konkurrenten wie Eon oder Iberdrola klagten jüngst über ein zunehmend problematisches Geschäft. Ob sich Innogy bei einer weiteren Verschlechterung der Bedingungen aus Großbritannien zurückziehen, oder vielleicht auch Kunden an andere Energieanbieter abgeben könnte, wollte der Finanzvorstand nicht kommentieren. Aber, so erklärte er, "eine Preisdeckelung macht den britischen Markt nicht attraktiver". Vorerst will Innogy jedoch mit Sparmaßnahmen gegen steuern.

Am Ausblick für das gesamte Vertriebsgeschäft hielt Innogy fest, es soll operativ auf Vorjahresniveau abschließen. Weitere regulatorische Eingriffe im britischen Vertriebsgeschäft - wie etwa eine Deckelung der Strompreise - seien darin jedoch nicht berücksichtigt.

Insgesamt will Innogy den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf rund 4,4 Milliarden Euro und den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf rund 2,9 Milliarden Euro steigern. Das bereinigte Nettoergebnis soll voraussichtlich bei über 1,2 Milliarden Euro liegen und damit den Wert des Geschäftsjahres 2016 um mindestens 7 Prozent übertreffen.

Neben geringeren Aufwendungen im Finanzergebnis sind niedrigere Kosten im Segment Netz & Infrastruktur Deutschland ein wesentlicher Grund für den geplanten Anstieg. Das Ergebnis des Netzgeschäftes erwartet das Innogy-Management deutlich über dem von 2016. Der Unternehmensbereich erneuerbare Energien werde voraussichtlich auf Vorjahresniveau abschließen, hieß es.

Auch im ersten Quartal zeigte sich das Netzgeschäft als Stütze von Innogy. Das bereinigte Ebit des Konzerns stieg daher um 5,5 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Die erneuerbaren Energien schnitten hingegen wegen eines geringeren Windaufkommens schlechter ab als im Vorjahr. Auch der Vertrieb verdiente wegen des schwierigen britischen Marktes sowie Absatzeinbußen in den Niederlanden und Belgien weniger.

Das Nettoergebnis ging um 21,6 Prozent auf 632 Millionen Euro zurück. Bereinigt erzielte Innogy einen Gewinn von 684 Millionen Euro. Auch der Umsatz sank insbesondere wegen der geringeren Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 6,7 Prozent auf knapp 12,4 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung stieg saisonbedingt von 15,7 Milliarden auf 16,6 Milliarden Euro.

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