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Wirtschaft: Uniper-Chef drängt bei Fortum-Angebot weiter auf Unabhängigkeit

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Wirtschaft  

Uniper-Chef drängt bei Fortum-Angebot weiter auf Unabhängigkeit

21.11.2017, 14:59 Uhr | dpa-AFX

(Neu: Im 4. Absatz, Fortum-Chef Pekka Lundmark kommentiert Entwicklungen)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Kraftwerksbetreiber Uniper lehnt eine mögliche Übernahme durch die finnische Fortum weiter ab. Der zuletzt erbitterte Widerstand der Düsseldorfer schmilzt jedoch. Uniper-Chef Klaus Schäfer erklärte auf einer Pressekonferenz am Dienstag seine Gesprächsbereitschaft. Dabei kündigte er an, die Unabhängigkeit Unipers "soweit wie möglich" sichern zu wollen. Die Düsseldorfer befinden sich ohnehin in einer ungünstigen Position, hat sich Fortum doch bereits im Grundsatz mit Großaktionär Eon auf den Kauf von dessen rund 47 Prozent-Anteil geeinigt.

Nach einem ersten "konstruktiven" Treffen mit Fortum-Chef Pekka Lundmark vergangene Woche sollen weitere Gespräche "zeitnah" folgen, sagte Schäfer. Dabei forderte er Fortum erneut auf, verbindliche Zusagen im Falle einer Übernahme zu machen. Schäfer hofft, die Gespräche in "einigen Wochen" zum Abschluss bringen zu können. Uniper fürchtet als Folge einer Übernahme um tausende Arbeitsplätze bis hin zur Zerschlagung. Den Aktionären empfahlen dabei Vorstand und Aufsichtsrat, das Angebot nicht anzunehmen. Die Entscheidung fiel dabei den Angaben zufolge "einstimmig, bzw. ohne Gegenstimmen".

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Fortum hatte Anfang November ein öffentliches Übernahmeangebot von insgesamt 22 Euro je Aktie inklusive Dividende vorgelegt. Eine Erhöhung des Angebots hatten die Finnen ausgeschlossen. Eine Mindestannahmeschwelle gibt es nicht. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 16. Januar 208. Bislang sind nach Aussagen von Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück lediglich etwa 11.000 Aktien angedient worden.

"Wir sind davon überzeugt, dass wir ein attraktives Angebot für die Aktionäre von Uniper vorgelegt haben", ließ Fortum-Chef Pekka Lundmark auf der Homepage des Unternehmens veröffentlichen. Des Weiteren freue er sich auf konstruktive Gespräche.

Fortum will sich jedoch vor allem auf die Eon-Anteile konzentrieren. Sollte es dazu kommen, würde Eon ein Gesamterlös von 3,8 Milliarden Euro zufließen. Insgesamt ist das Angebot rund 8 Milliarden Euro schwer. Aus Sicht von Eon sei die Fortum-Offerte für Uniper sehr attraktiv, hieß es am Dienstag. Eine finale Entscheidung will Eon jedoch erst Anfang nächsten Jahres treffen. Eine Annahme gilt jedoch als so gut wie sicher, hat sich Eon doch zu einer hohen Strafzahlung verpflichtet, sollte der Konzern einen Rückzieher machen. Diese könnte unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 1,5 Milliarden Euro betragen, mindestens aber 750 Millionen Euro.

Uniper seinerseits hat dabei für die Ablehnung des Angebots mehrere Gründe: Der Angebotspreis entspräche nicht dem Wert des Unternehmens. Fortum zahle dabei keine angemessene Kontrollprämie, erklärte Schäfer. Dabei werde das Unternehmen aller Voraussicht nach zumindest die Eon-Anteile übernehmen und so faktisch eine Mehrheit der Stimmrechte in der Hauptversammlung erhalten. Zudem könne Fortum auch später weitere Aktien zukaufen, um sich die Mehrheit zu sichern.

Als weiteren Kritikpunkt nannte der Vorstandschef, dass für den Düsseldorfer Kraftwerksbetreiber kein nennenswerter Beitrag für eine bessere Entwicklungsperspektive zu erkennen sei. Fortum konzentriere sich auf Wasser- und Kernkraft sowie thermische Kraftwerke in Russland und setze auf CO2-freie Erzeugung. Uniper dagegen sei stark in der konventionellen Energie aus Kohle und Gas engagiert, sowie im Stromhandel tätig. Auch geografisch ergebe sich kein Vorteil. Für Uniper gebe es keinen attraktiven Markt, "in dem wir von dem Know-how von Fortum profitieren oder dieses durch unsere Geschäfte ausbauen könnten", erklärte Schäfer. Für Uniper gebe es daher keinen Mehrwert.

Schon seit einiger Zeit wird spekuliert, dass Fortum zum Beispiel die konventionellen Kraftwerke in Deutschland weiterverkaufen könnte, etwa an den Versorger RWE. Fortum-Chef Pekka Lundmark hatte dagegen wiederholt erklärt, "ein langfristiger strategischer und konstruktiver Partner" sein zu wollen. Bei der Vorlage des Angebots hatte Lundmark zudem betont, keine Anteile von Uniper verkaufen zu wollen.

Allerdings kommen die Befürchtungen einer Zerschlagung nicht von ungefähr. Fortum war bereits im Sommer schon einmal auf Uniper zwecks einer Übernahme zugekommen. Damals sahen die Fortum-Pläne vor, die Uniper-Aktivitäten in Schweden und Russland in die finnische Gesellschaft zu integrieren und das restliche Geschäft Unipers in eine eigene Division zu überführen, wie Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Reutersberg bestätigte. Uniper lehnte damals ab.

Die entscheidende Frage für Schäfer ist nun, was Fortum im zweiten Anlauf wirklich im Sinn hat. Es sprächen einige Anzeichen dafür, "dass Fortum tatsächlich nur als Investor handeln möchte und die Komplettübernahme auch endgültig vom Tisch sein könnte - Betonung auf könnte", sagte der Uniper-Chef.

Träfe diese Absicht zu, "dann bin ich selbstverständlich an einer guten Form des Miteinanders interessiert".

Schäfer vermisst jedoch weiterhin verbindliche Zusagen seitens Fortum hinsichtlich der Weiterentwicklung von Uniper sowie deren Mitarbeiter. Die von Fortum dargelegten Absichten würden nur in dem Falle gelten, sollten die Finnen keine 75 Prozent der Stimmrechte erreichen. Als reiner Großinvestor könne Fortum solche Entscheidungen jedoch ohnehin nicht treffen.

"Jetzt beginnt die Zeit für Gespräche", sagte Schäfer. Es werde sich zeigen, ob Fortum dazu bereit sei, den öffentlichen Ankündigungen verbindliche Zusagen folgen zu lassen. Man wolle Fortum beim Wort nehmen, "um die Unabhängigkeit von Uniper soweit wie möglich zu sichern".

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