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Windkraft: Windpark-Entwickler Windreich meldet Insolvenz an

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Windkraft  

Windpark-Entwickler Windreich meldet Insolvenz an

09.09.2013, 19:36 Uhr | dpa-AFX, rtr

Windkraft: Windpark-Entwickler Windreich meldet Insolvenz an  . Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee (Quelle: dpa)

Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee (Quelle: dpa)

Schon wieder muss ein Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche den Gang zum Insolvenzrichter antreten: Dem schwäbischen Windpark-Entwickler Windreich ist das Geld ausgegangen.

Windreich setzt auf Insolvenz in Eigenregie

Firmengründer und Geschäftsführer Willi Balz habe ein Insolvenzverfahren beantragt, bei dem das Unternehmen in Eigenregie saniert werden könne, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwalter-Kanzlei Schultze & Braun Reuters. Das Amtsgericht Esslingen habe den Antrag genehmigt.

Bei dem neuen Insolvenzverfahren in Eigenregie ist das betroffene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt, ohne die Geschäfte einem Insolvenzverwalter zu überlassen. Das Verfahren kann drei Monate lang aufrechterhalten werden. Wird die Sanierung nicht erreicht, droht die Insolvenz.

Balz zurückgetreten

Schultze & Braun-Anwalt Holger Blümle soll nun die Sanierung von Windreich begleiten. Balz selbst sei zurückgetreten, erklärte Windreich. Der bisher als Berater beschäftigte Sanierer Werner Heer führe Windreich nun allein. "Ich trage es mit Anstand, ich habe alles gegeben", ließ sich Balz von "Handelsblatt Online" zitieren.

Windreich vor allem für Offshore-Projekte bekannt

Die 1999 gegründete Windreich entwickelt, baut, finanziert und vertreibt Windkraftanlagen an Land und auf offener See. Das Unternehmen zählt hierzulande zu den größten Entwicklern von Windpark-Projekten: Vor allem vor der deutschen Ostsee- und Nordseeküste hat sie sich dort Flächen für Windparks gesichert, die ersten Projekte laufen schon.

Balz hatte bereits im Frühjahr Liquiditätsschwierigkeiten eingeräumt. Um Firmenanleihen zu bedienen, sei er mit seinem Privatvermögen eingesprungen, sagte er damals. Bezahlt wurden die Zinsen dennoch erst verspätet. Der Firmengründer hatte auf einen Befreiungsschlag durch den Verkauf eines Teils des Offshore-Windparks MEG I vor der Insel Borkum für 120 Millionen Euro gehofft.

Weg frei für neue Gespräche

Noch Ende August hatte er einen Brief an die Anleihegläubiger überschrieben mit den Worten: "Das Blatt wendet sich zum Guten - technisch, politisch und wirtschaftlich." Am Montag hieß es, Balz mache mit seinem Rückzug den Weg frei für einen Abschluss der Finanzierungsgespräche.

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"In den Gesprächen mit unseren Investoren wurde deutlich, dass ein Managementwechsel Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Fortsetzung unserer Gespräche ist", sagte Sanierer Heer. Die Projektgesellschaft für MEG I solle aus der Insolvenz herausgehalten werden.

Hängepartie um Insolvenz

Die Anmeldung der Insolvenz war zum Krimi geworden. Denn noch vor Balz hatte Justizkreisen zufolge ein Geschäftspartner von Windreich Insolvenzantrag gegen das Unternehmen gestellt. Balz habe da aber noch glaubhaft machen können, dass die Zahlungsschwierigkeiten nur vorübergehend seien, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vorab.

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Die Windreich GmbH war bereits Ende 2012 mit knapp 400 Millionen Euro verschuldet, wie aus einer nicht testierten, im August veröffentlichten Bilanz hervorgeht. Balz bezifferte die Eigenkapitalquote da noch auf 25 Prozent. Windreich wies einen Verlust von zehn Millionen Euro aus. Grund dafür war nach Firmenangaben eine 21 Millionen Euro schwere Abschreibung der Beteiligung am Windrad-Hersteller Fuhrländer. Diesen hatte Heer zuletzt saniert.

Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt

Noch im vergangenen Jahr hatte sich Balz mit Börsenplänen für Windreich getragen. Im März hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Windreich-Zentrale sowie vier Privatwohnungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Sie warf fünf Managern vor, die Abschlüsse durch Überbewertung von Vermögenspositionen geschönt zu haben.

Zeichner der Windreich-Anleihen haben inzwischen vor dem Landgericht Regensburg eine Klage gegen die Bank J. Safra Sarasin eingereicht, weil sie sich schlecht über die Geschäftsaussichten bei Windreich informiert fühlten.

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