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Kreditsicherung und Datenspeicherung  

Schufa-Auskunft: Was ist das eigentlich genau?

24.04.2017, 18:36 Uhr | pb (CF)

Schufa-Auskunft: Was ist das eigentlich genau?. Keine Angst vor der Schufa: Zu mehr als 90 Prozent aller Personen liegen positive Infos vor (Quelle: imago/Schöning)

Keine Angst vor der Schufa: Zu mehr als 90 Prozent aller Personen liegen positive Infos vor (Quelle: Schöning/imago)

Viele fürchten ihn: den negativen Eintrag bei der Schufa. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – kurz: Schufa – ist die größte Wirtschaftsauskunft Deutschlands. Mithilfe einer Schufa-Auskunft sollen die Vertragspartner Ihre Zahlungsbereitschaft und Kreditwürdigkeit einschätzen können. Doch nicht immer sind die gesammelten Daten korrekt, sodass es sich lohnen kann, eine Selbstauskunft anzufordern, um falsche Daten zu berichtigen.

Welche Daten sammelt die Schufa?

Die Schufa sammelt umfangreiche Daten der deutschen Verbraucher, so beispielsweise die Anzahl der eröffneten Girokonten, bestehende Kredit- und Leasingverträge, offene Forderungen sowie genutzte Handy- und sonstige Telekommunikationsverträge.

Auch persönliche Daten wie die aktuelle Anschrift, frühere Anschriften, Name und Vorname, Geburtsdatum und Geschlecht gehören zu den gespeicherten Informationen. Insgesamt ist die Anzahl der Daten, die die Schutzgemeinschaft vorrätig hält, beträchtlich: Als führende Auskunftei Deutschlands verfügt die Schufa laut eigenen Angaben aktuell über 813 Millionen Daten zu 5,3 Millionen Unternehmen und 67,2 Millionen Bürgern.

Schufa-Auskunft wird rege genutzt

Sinn und Zweck der Schufa ist der Schutz vor Zahlungsausfällen jeder Art. Dazu können sich kreditgebende Unternehmen, aber auch Einzelpersonen (zum Beispiel Vermieter) Auskünfte einholen und die Kreditwürdigkeit eines potentiellen Vertragspartners anhand seiner bisherigen Kredithistorie besser einschätzen. Jeden Tag gibt die Schufa nach eigenen Angaben etwa 380.000 Auskünfte an ihre rund 9.000 Partnerunternehmen oder an Privatpersonen weiter.

Kategorie: A- und B-Auskünfte

Die Auskünfte unterscheiden sich dabei in sogenannte A- und B-Auskünfte. Die A-Auskunft enthält Informationen zu Ihrer Bankverbindung, Kreditanfragen und Ihren vollständigen Belastungen.

Eine Schufa-Auskunft der Kategorie B beinhaltet Informationen darüber, ob Sie sich als Vertragspartner ordnungsgemäß verhalten, also beispielsweise Ihre Kreditraten pünktlich zurückzahlen.

Während beispielsweise Banken, Leasingunternehmen und Bausparkassen in der Regel A-Vertragspartner sind, erhalten Vertragspartner wie Versandhäuser und Telefongesellschaften nur die B-Auskunft.

Eine Auskunft über Ihren Schufa-Score können Sie online beantragen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Eine Auskunft über Ihren Schufa-Score können Sie online beantragen

Daten werden für einen „Score-Wert“ verwendet

Den Grad Ihrer Kreditwürdigkeit gibt die Schufa in Form eines sogenannten Scores an. Dabei handelt es sich um einen Wert zwischen 1 und 100 – je niedriger der Wert, desto weniger kreditwürdig die betreffende Person oder auch das Unternehmen.

Der Score bietet allerdings nur einen Orientierungswert: Die Schufa hat nämlich keinen direkten Einfluss darauf, ob Ihnen beispielsweise ein Kredit bewilligt wird oder nicht. Die Entscheidung liegt letztendlich allein beim Kreditgeber.

Score-Wert nicht das letzte Wort

Der Score-Wert bezieht sich übrigens nicht auf Ihre ganz persönliche Kreditwürdigkeit, sondern gibt vielmehr den Wert einer statistischen Vergleichsgruppe an. Angaben über Ihr Einkommen oder Ihren Job darf die Schufa nicht erfassen.

So könnte Ihr Score unter Umständen schlechter ausfallen, als Ihre finanzielle Situation eigentlich vermuten lassen würde, sodass Kreditanfragen überraschend abgelehnt werden. Wie die Verbraucherzentrale Bremen berichtet, lässt sich eine Herausgabe des Scores zwar juristisch unterbinden, ratsam sei dies allerdings nicht, weil Sie ganz ohne Score in der Regel auch seltener einen Kredit bekommen.

Selbstauskunft: Einmal im Jahr kostenlos

Ein schlechter Score kann zum Beispiel auch durch fehlerhafte Daten zustande kommen. Ein Tipp: Sie haben nach Paragraf 34 des Bundesdatenschutzgesetzes das Recht, diese Daten einzusehen. Einmal jährlich können Sie Ihre persönliche Schufa-Auskunft sogar kostenfrei anfordern und somit die üblichen Bearbeitungsgebühren sparen.

Wenn Sie sich informieren wollen, welche Daten über Sie gespeichert sind, dann hat dies keinerlei Einfluss auf die Scoreberechnung.

Gratis: Datenübersicht nach §34 Bundesdatenschutzgesetz

Die Anfrage können Sie auf dem Postweg oder online über www.meineschufa.de stellen – auf der Webseite ist die kostenlose Alternative allerdings unter dem Menüpunkt "Datenübersicht nach Paragraf 34 Bundesdatenschutzgesetz" versteckt. Achten Sie also darauf, nicht aus Versehen die bezahlpflichtige Version auszuwählen, obwohl Ihnen eine jährliche Auskunft kostenlos zusteht.

Um Ihre persönliche Schufa-Auskunft zugesendet zu bekommen, müssen Sie das entsprechende Formular ausfüllen und zusammen mit einer Kopie Ihres Personalausweises an die angegebene Adresse senden. Falls Sie anschließend feststellen, dass Ihr Schufa-Eintrag falsch ist, können Sie eine Berichtigung fordern. Textvorlagen hierfür stellen zum Beispiel die Verbraucherzentralen zur Verfügung.

Wie lange speichert die Schufa Daten?

Die Schufa speichert Daten unterschiedlich lang. Versandhauskonten etwa werden gelöscht, sobald die Forderung beglichen wurde, Kredite taggenau nach drei Jahren nach dem Jahr der Rückzahlung. Angaben über Anfragen werden nach zwölf Monaten taggenau gelöscht; sie werden aber nur zehn Tage in Auskünften an Vertragspartner der Schufa weitergegeben.

Informationen über fällige Forderungen werden in der Regel jeweils nach einem Zeitraum von drei vollen Kalenderjahren gelöscht, also mit Ablauf des 31.12. des dritten Kalenderjahres, das der Speicherung folgt – insbesondere dann, wenn sie in dieser Zeit erledigt werden. Bei unerledigten Sachverhalten erfolgt eine Löschung am Ende des vierten Kalenderjahres beginnend mit dem Kalenderjahr, das der Speicherung folgt.

Wann ein negativer Schufa-Eintrag erfolgen darf

Bevor Sie einen negativen Eintrag bekommen, müssen erst ein paar Dinge vorgefallen sein. Offene Forderungen dürfen nur an die Schufa gemeldet werden, sofern sie vorher zweimal gemahnt wurden und vom Verbraucher unbestritten sind. Der Verbraucher wird also im Vorfeld über die bevorstehende Übermittlung von Informationen an die Schufa informiert.

Das Bundesdatenschutzgesetz definiert darüber hinaus noch weitere Voraussetzungen, unter denen eine Übermittlung von offenen Forderungen an eine Auskunftei zulässig ist. Auf der Internetseite www.schufa.de finden sich dazu folgende Angaben:

§28a BDSG (Auszug)

(1) Die Übermittlung personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien ist nur zulässig, soweit die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht worden ist, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten erforderlich ist und:

1. die Forderung durch ein rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil festgestellt worden ist oder ein Schuldtitel nach § 794 der Zivilprozessordnung vorliegt,

2.die Forderung nach § 178 der Insolvenzordnung festgestellt und nicht vom Schuldner im Prüfungstermin bestritten worden ist,

3. der Betroffene die Forderung ausdrücklich anerkannt hat,

4. a) der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist,

b) zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen,

c) die verantwortliche Stelle den Betroffenen rechtzeitig vor der Übermittlung der Angaben, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat und

d) der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat oder

5. das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis aufgrund von Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden kann und die verantwortliche Stelle den Betroffenen über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat.

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