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Geldanlage: Zinsen steigen weiter

22.01.2012, 10:48 Uhr | dapd, dapd

Zinsen steigen weiter. Sparzinsen steigen weiter (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sparzinsen steigen weiter (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sparern bringt das neue Jahr eine positive Entwicklung: Die Zinsen steigen weiter. Bis zu 2,85 Prozent bei Tagesgeld und 3,5 Prozent für Festgeld mit zwölfmonatiger Laufzeit bieten die Banken aktuell. "So hohe Zinsen gab es seit zweieinhalb Jahren nicht mehr", sagt Karin Baur vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. Davon profitieren insbesondere Kunden von Direktbanken, die ihr Konto online oder per Telefon führen. Bei den Filialbanken sind die Zinsen hingegen meist deutlich geringer.

Spitzenreiter beim Tagesgeld ist nach einem Vergleich des unabhängigen Finanzportals FMH bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro die NIBC Direct mit 2,85 Prozent gefolgt von der Ikano Bank (2,81 Prozent) und der Denizbank (2,75 Prozent). Attraktiv sind die Zinsen auch beim einjährigen Festgeld. Hier führt die Garantibank mit 3,5 Prozent vor der Vakifbank (3,16 Prozent) und der Denizbank.

Konditionen immer genau prüfen

Verbraucherschützer raten jedoch, die Konditionen immer genau zu prüfen. Denn es gibt weiterhin Lockangebote am Markt, bei denen der Zins beispielsweise nur für einen geringen Maximalbetrag gewährt wird oder an die Eröffnung eines Wertpapierdepots oder Girokontos gebunden ist.

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4,15 Prozent für dreijährige Sparbriefe

Wer längere Zeit auf sein Geld verzichten kann, für den können sich Sparbriefe lohnen. Sie bieten deutlich höhere Zinsen, können aber während der Laufzeit nicht gekündigt werden. Spitzenreiter ist hier bei dreijähriger Laufzeit und eine Anlagesumme von 10.000 Euro die Bigbank mit 4,15 Prozent, gefolgt von der VTB Direktbank und der IKB Direkt (jeweils 4,00 Prozent) und der Vakifbank (3,86 Prozent).

"Festgeldanlagen oder andere Einmalanlagen ohne Kündigungsmöglichkeit eignen sich für sicherheitsbetonte Anleger", sagt Baur. Auch wer mit mittelfristig stabilen oder sinkenden Zinsen rechne, sei mit einer längeren Bindung auf dem richtigen Weg. Anleger, die Steuern sparen wollen, sollten aber auf die Details achten. Bei einigen langjährigen Zinsangeboten werden alle Zinsen erst zum Laufzeitende gezahlt und dann auch steuerpflichtig. Besser fahren Anleger mit einer jährlichen Zinsgutschrift.

Gute Aussichten für 2012

"Sparer und Anleger werden 2012 mit attraktiven Zinsen beim Tages- sowie Festgeld rechnen können", sagt FMH Experte Max Herbst. Grund dafür seien die verschärften Vorgaben der Bankenaufsicht, denn bis Mitte des Jahres müssten die Institute ihr sogenanntes hartes Kernkapital aufstocken.

Dies motiviere die Institute, um neues Geld von Kunden zu werben. Dazu seien attraktive Konditionen nötig. Ausnahme seien die Sparkassen und Volksbanken, die weniger riskante Wertpapiere im Portfolio hätten und sich nicht gezwungen sähen, neue Anleger anzulocken, sagt Herbst. So lange sich Anleger mit deren Mini-Zinsen zufriedengäben, hätten diese keinen Grund, ihre Geschäftspolitik zu ändern.

Geld auch in ausländischen Banken bis 100.000 Euro abgesichert

Hinzu kommt die Mentalität der Bundesbürger und deren Skepsis gegenüber ausländischen Direktbanken. "Viele glauben, dass deutsche Banken deutlich sicherer sind als Geldinstitute aus dem Ausland", sagt Herbst.

Das treffe in der Regel aber nicht zu, da in allen EU-Ländern pro Anleger und Bank 100.000 abgesichert seien und bei einer Bankpleite der abgesicherte Betrag innerhalb von 30 Tagen ausgezahlt werden müsse. "Für welche Bank man sich bei der Geldanlage entscheidet, sollte also nicht nur davon abhängen, ob es sich um ein in- oder ausländisches Geldinstitut handelt", erklärt Herbst.

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Inflationsrate berücksichtigen

Sparer, die auf Tages- oder Festgeldkonto setzen, haben den Zinsgewinn allerdings nicht unbedingt netto. Die Verbraucherpreise stiegen nämlich im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent. Allerdings gehen Ökonomen davon aus, dass die Inflation in diesem Jahr wesentlich geringer ausfallen wird als das vergangene Jahr.

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