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Der Bund muss immer weniger Zinsen zahlen

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Der Bund muss immer weniger Zinsen zahlen

08.11.2012, 15:58 Uhr | dapd, dpa-AFX, t-online.de

Der Bund muss immer weniger Zinsen zahlen. Deutschland im Zentrum der europäischen Schuldenkrise (Quelle: imago)

Deutschland im Zentrum der europäischen Schuldenkrise (Quelle: imago)

Deutschland nutzt die Gunst der Stunde in der Schuldenkrise: Trotz weiter steigender Schulden muss der Bund einem Zeitungsbericht zufolge weniger Zinskosten schultern. Der Grund liegt in der Flucht in deutsche Staatsanleihen – dadurch muss Berlin den Investoren immer weniger Rendite bieten.

Der Bund spart sich Milliarden an Zinsen

In diesem Jahr werde Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Gläubigern zwischen 31,5 Milliarden und 31,8 Milliarden Euro an Zinsen zahlen, schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Kreise im Finanzministerium. Das seien knapp drei Milliarden Euro weniger als ursprünglich vorgesehen.  Noch geringere Zinsausgaben habe der Bund zuletzt 1993 mit 27,4 Milliarden Euro verbucht.

Grund für die aktuellen Zinsersparnisse sind die deutlich gesunkenen Renditen für deutsche Staatsanleihen infolge der Euro-Krise. Weil viele Anleger sichere Häfen für ihr Geld suchen und deutsche Staatsanleihen als besonders sicher gelten, sind deren Zinsen im Keller. Was Sparer ärgert, freut somit den Staat.

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Deutschland muss die Anleger nicht locken

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere liegt zur Zeit bei 1,08 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte.

Zum Vergleich: Spanien hat gerade Staatsanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren zu einer durchschnittlichen Rendite von 4,68 Prozent emittiert und damit 3,04 Milliarden Euro eingenommen. Bei der letzten derartigen Auktion Anfang Oktober waren es noch 4,77 Prozent gewesen.

Hellas-Krise noch nicht vorbei

Ob sich die Zinsdifferenz zwischen Deutschland und den Krisenstaaten in naher Zukunft angleicht, ist angesichts der Probleme in den Südländern fraglich. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte, dass die griechische Schuldenkrise auch nach den jüngsten Sparbeschlüssen noch nicht überwunden ist. "Wir sind in Griechenland noch nicht über den Berg", sagte der CDU-Politiker in Hamburg auf einer Tagung der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die griechische Regierung hatte in der Nacht für ein Sparpaket von 13,5 Milliarden im Parlament eine knappe Mehrheit bekommen. Nun ist der Weg frei für Steuererhöhungen, Rentenkürzungen und andere schmerzhafte Einschnitte bei den Einkommen der meisten Griechen.

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