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Kontogebühren: Das kostenlose Girokonto stirbt allmählich aus

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Nur noch wenige Gratiskonten  

Das kostenlose Girokonto stirbt allmählich aus

19.09.2016, 16:22 Uhr | mmr, t-online.de, AFP, dpa

Kontogebühren: Das kostenlose Girokonto stirbt allmählich aus. Es gibt kaum noch Girokonten ohne Gebühren. (Quelle: dpa)

Es gibt kaum noch Girokonten ohne Gebühren. (Quelle: dpa)

Wegen der nach wie vor extrem niedrigen Zinsen bricht den Banken in Deutschland auch eine wichtige Einnahmequelle weg. Immer mehr Institute erhöhen nun ihre Gebühren. Nur noch wenige Banken bieten ihren Kunden ein kostenloses Girokonto.

Bei einer Untersuchung von 241 Konto-Modellen von 104 Banken und Sparkassen fand die Stiftung Warentest nur noch zwei Dutzend "Gratiskonten ohne Wenn und Aber", wie das Magazin "Finanztest" in seiner neuen Ausgabe schreibt (ab Mittwoch im Handel).

Überweisungen per Beleg oft richtig teuer

Diese bieten Direktbanken ohne Filialen (beispielsweise Comdirect, Consors, ING-Diba), aber auch einige regionale Banken (etwa PSD oder Sparda Hessen) und zwei überregionale Filialbanken (Santander). Doch viele Banken erhöhen derzeit ihre Preise oder haben angekündigt, es noch zu tun. Millionen Kunden der Postbank zum Beispiel sollen ab November monatlich 3,90 Euro für ihr bisher kostenloses Girokonto bezahlen.

Komplett kostenlos wird immer seltener. "Um die eigenen Erträge aufzubessern, kassieren Banken nun auch für bisher kostenlose Leistungen oder machen einzelne Leistungen teurer", schreiben die Verbraucher-Experten. So müssen Kunden der Sparda Berlin nun jährlich 12 Euro für die bislang kostenlose GiroCard zahlen, bei 1822direkt kosten beleghafte Überweisungen nun jeweils 1,50 Euro. 

Verbraucher können Gebühren-Dschungel kaum überblicken

Schriftlich eingereichte Papier-Belege gehen auch bei anderen Banken mittlerweile richtig ins Geld. Den "Gebühren-Vogel" schießt die Netbank ab, die pro Überweisungsbeleg 10 Euro verlangt. Die Kosten für Daueraufträge einrichten oder ändern - was nicht so häufig geschieht - schlagen mit bis zum 5 Euro zu Buche (GLS Bank).

Einen vergleichenden Überblick über die diversen Konditionen der Banken können Kunden kaum mehr selbst anstellen. Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, kritisiert die komplexen Entgelt-Modelle einiger Institute: Manche Banken vermarkteten Konten mit niedrigen Dispo-Gebühren, dafür sei dann aber die Kontoführung teurer. "Für Verbraucher wird es zunehmend schwierig, die Gebühren zu durchschauen."

Verhalten ändern!

"Finanztest" rät Verbrauchern, Gebührenerhöhungen von Banken nicht einfach hinzunehmen und zeigt drei Lösungswege auf. Viele Banken führen zum Beispiel unterschiedliche Konto-Modelle, zu denen man wechseln kann. Bei der Ostsächsischen Sparkasse etwa zahlt der Modellkunde 154,80 Euro im Jahr für ein Premiumkonto, ein Onlinekonto bei der gleichen Bank kostet mit 46,80 Euro weniger als ein Drittel - allerdings ohne Kreditkarte.

Manchmal reicht es bereits, sein Verhalten zu ändern. Anstatt einen Überweisungsträger auszufüllen und in den Briefkasten zu werfen, sollte man die Überweisung am PC veranlassen. Häufig lohnt es sich auch, die Bank zu wechseln. 

Den ausführlichen Girokonto-Test von "Finanztest" können Sie hier downloaden.

Bei allem Ärger über Kontoführungsgebühren sollten Verbraucher aber nicht überstürzt wechseln: Wichtig sei schließlich auch, dass das Konto und seine Konditionen zu den Bedürfnissen des jeweiligen Kunden passten, mahnen die Finanzexperten. Wer allerdings mehr als 60 Euro im Jahr zahle, solle einen Wechsel zumindest erwägen.

Kontowechsel für Bankkunden nun leichter

Ein Kontowechsel ist für Bankkunden leichter geworden. Ab sofort müssen alte und neue Bank bei einem Wechsel zusammenarbeiten. Das neue Institut muss ein- und ausgehende Überweisungen sowie Lastschriften übernehmen, außerdem Versicherungen, Telefon- oder Stromanbieter über die geänderte Kontoverbindung informieren. Das sehen gesetzliche Bestimmungen vor, die am Sonntag in Kraft getreten sind. 

"Aufwändige und langwierige Verfahren standen vielen Kunden im Weg, das für sie günstigste Angebot am Markt auszuwählen", sagte der Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Gerd Billen. Der neue verpflichtende Service erhöhe auch den Wettbewerb unter den Banken.

Die bisherige Bank hat dazu dem neuen Institut und dem Kunden eine Liste der bestehenden Aufträge der vorangegangenen 13 Monate zu übermitteln.

Anderer Test - ähnliche Sieger

Die Seite "kostenloses-konto.net" führte kürzlich ebenfalls einen Girokonto-Test durch - allerdings auf deutlich kleinerer Anbieter-Basis. Als Gesamtsieger setzte sich dort die ING-DiBa durch. Das kostenlose Girokonto mit gebührenfreier Kreditkarte erzielte 73 von 100 Punkten. Vor allem mit dem Verzicht auf einen Mindestgehaltseingang und 0,00 Euro monatlichen Kontoführungsgebühren punktet das Girokonto. Den 1. Platz knapp verfehlt hat die Consorsbank, die 72 Punkte erreichte - zwei Punkte weniger als im Vorjahr. Drei Banken teilen sich den 3. Platz, darunter überraschenderweise eine Filialbank: Die Santander Bank erhielt 69 Punkte. Ebenfalls diesen Wert erreichten das Wüstenrot "Top-Giro" und das DKB Cash Girokonto.  

Die Punktevergabe erfolgte objektiv auf Basis der veröffentlichten Konditionen. Insgesamt wurden 25 Girokonten in fünf Kategorien mit 47 Prüfpunkten, darunter "Grundgebühren", "Zinsen", "Zahlungsverkehr", "Service/Erreichbarkeit" und "Sicherheit".

(Hinweis: Probieren Sie auch unseren umfassenden Girokonto-Vergleich, den wir in Zusammenarbeit mit der FMH-Finanzberatung regelmäßig aktualisiert anbieten.)

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