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Wein als Geldanlage

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Flüssige Schätze  

Lohnt sich Wein mehr als ein Sparbuch?

11.04.2017, 10:10 Uhr | Doreen Fiedler, dpa

Wein als Geldanlage. Verschiedene Weine in einem Schließfach der "Winebank" in historischen Kuperberg-Gewölben. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)

Verschiedene Weine in einem Schließfach der "Winebank" in historischen Kuperberg-Gewölben. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Geld kann in Kunst angelegt werden, in Briefmarken, Münzen, Oldtimer und auch in Wein. In Zeiten des Zinstiefs winkt bei Luxusgütern eine teils stattliche Rendite. Nicht immer geht das gut – dann kann sich der Gaumen freuen.

Das Etikett kann darüber entscheiden, ob ein alter und seltener Wein so viel wert ist wie ein Golf oder ein 3er BMW. 

Klassiker wie Sparbuch und Festgeld werfen wegen der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit kaum Zinsen ab. Und vorerst soll der Leitzins bei null Prozent bleiben, wie EZB-Präsident Mario Draghi angekündigt hatte. Bei Wein hingegen, meldet die Londoner Immobilienberatung Knight Frank in ihrem aktuellen Wealth Report, ging es im vergangenen Jahr bei einem von der Beratung beobachteten Portfolio um 24 Prozent nach oben. Damit war es die Vermögensklasse im Luxusindex mit der größten Wertsteigerung.

Für Kleinstanleger geeignet 

Besonderes Aufsehen erregen immer wieder einzelne Weinraritäten, etwa eine 2003er Trockenbeerenauslese vom Weingut Egon Müller in Wiltingen an der Saar. Für 12 000 Euro wurde die Flasche mit dem flüssigen Schatz versteigert. Manche Flaschen etwa aus Frankreich wechseln mitunter für Zehntausende Euro ihren Besitzer. Weinberater Herbert Egner aus Mainz kauft hingegen lieber junge Weine um 10 Euro die Flasche. "Die brauchen ein Jahr Flaschenreifung und gewinnen dabei auf jeden Fall an Qualität", sagt er. Dann verkaufe er sie für 12 Euro. Ein Plus von 20 Prozent kann sich sehen lassen im Vergleich zum Tagesgeld, das vielleicht 1,0 Prozent abwirft.

Wilde Spekulationen führen auch bei Wein zu Finanzblasen

Wertsteigerungen bei Weinen sind aber kein Naturgesetz. "Wenn der Wein seinen Höhepunkt der Entwicklung erreicht hat, baut er von Jahr zu Jahr ab, bekommt Alterungsnoten", sagt Egner. Auch spielen Spekulationen eine Rolle. Vor einigen Jahren etwa kauften chinesische Investoren große Mengen an Bordeaux-Weinen aus bestimmten Status-Weinbergen. Andere Anleger folgten, in der Annahme, die Nachfrage aus China bleibe bestehen. Doch das Interesse brach ein - und die Blase hochpreisiger Bordeauxgewächse platzte.

Große Weinfonds in London bereits etabliert

In Deutschland seien es vor allem Weinaffine Menschen und Menschen mit Sammlergeist, die in Wein investierten, sagt der Weinfachmann und Unternehmensberater für Weingüter, Valentin Brodbecker. Große Weinfonds wie in London gebe es nicht. Die dortigen seien wie Aktienfonds gebaut, mit einer Mindestbeteiligung von 50 000 Pfund. "Da investieren auch Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds." Deutsche Anleger kauften lieber Weine bei Auktionen und lagerten sie ein.

Spezialwissen in Sachen Weinanlage ist wichtig

Oft seien darunter Premier Cru aus dem Bordeaux - also Lafite, Latour, Mouton, Château Margaux und Château Haut-Brion. "Das sind die Blue Chips des Weingeschäfts", sagt Brodbecker. Deren Wertentwicklung liege bei sechs bis sieben Prozent pro Jahr. Auch bei Weinen aus Deutschland seien diejenigen mit Tradition und internationaler Reputation am gefragtesten, zum Beispiel von Egon Müller. "Die waren um 1900 schon teuer und sind es heute noch."

Solches Spezialwissen sei nötig, um Geld in Wein anlegen zu können, sagt auch Christian König, der in der Pfalz einen kleinen Weinfonds im Wert von 100 000 Euro eingerichtet hat.

Geldanlage oder Konsumgut?

Die Bestimmung des Werts vom Wein ist etwas komplex. Beim Wein hängt der Preis nicht nur vom Produzent und Jahrgang ab, sondern auch von Lagerung, Zustand und Distribution. Das Urteil von Verbraucherschützer Niels Nauhauser ist eindeutig: "Wein ist keine Geldanlage, Wein ist ein Konsumgut." Zwar könne Wein im Preis steigen, wenn er als Gut knapp werde - aber die Aussichten seien völlig unvorhersehbar. "Ich würde das niemandem empfehlen. Das ist eher etwas im Bereich Liebhaberei."

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