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Trinkwasser wegen hoher Nitratwerte bald 62 Prozent teurer?

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Wegen hoher Nitratbelastung  

Trinkwasser bald 62 Prozent teurer?

07.08.2017, 18:49 Uhr | dpa

Trinkwasser wegen hoher Nitratwerte bald 62 Prozent teurer?. Auf einem Feld im Oderbruch in Brandenburg wird Gülle versprüht. (Quelle: dpa/Patrick Pleul/Symbolbild)

Auf einem Feld im Oderbruch in Brandenburg wird Gülle versprüht. (Quelle: Patrick Pleul/Symbolbild/dpa)

Trinkwasser könnte schon bald deutlich teurer werden – um bis zu 62 Prozent, warnen Experten. Grund ist die hohe Nitratbelastung durch die Überdüngung. Die Experten mahnen: Sollte nicht bald weniger Dünger auf die Felder gebracht werden, müssten die Wasserversorger zu teuren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen.

Einem BDEW-Gutachten vom Januar zufolge könnte die aufwendige Nitratentfernung in einigen Regionen die Jahreswasserrechnung um bis zu 62 Prozent erhöhen. Die durchschnittlichen Kosten eines Drei-Personen-Haushalts würden dadurch von aktuell 217 Euro auf 352 Euro steigen.

Zuviel Dünger im Obst- und Gemüseanbau

Laut dem Umweltbundesamt (UBA) wird in mehr als 27 Prozent der Grundwasservorkommen derzeit der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überstiegen. Als Ursache für die hohen Werte gilt übermäßiger Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger etwa im Obst- und Gemüseanbau.

Das Problem ist lange bekannt. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor steigenden Wasserpreisen gewarnt. Die EU hatte im November 2016 Deutschland wegen der hohen Werte verklagt.

Nitrat ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff. In Gewässern fördert sie Algenwachstum, was anderen Pflanzen schadet. Für Menschen ist der Stoff nicht gefährlich. Nitrat kann aber zu Nitrit werden, das wiederum den Sauerstofftransport im Blut blockiert.

Pflanzen hilft es jedoch beim Wachsen wird daher zur Düngung genutzt. Überhöhte Mengen führen allerdings zu starken Wasserverunreinigungen und beeinträchtigen die biologische Vielfalt in Gewässern. Eine Nitratkonzentration über 50 Milligramm pro Liter kann laut EU-Kommission erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben, insbesondere bei Schwangeren und Kleinkindern. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, indirekt krebserregend zu sein.

Preisanstieg bis zu 62 Prozent

Seit Jahrzehnten werde zu viel Gülle und Mineraldünger auf Wiesen und Feldern verteilt, sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes BDEW der "Süddeutschen Zeitung". Der Deutsche Bauernverband warf der Wasserwirtschaft vor, die Verbraucher mit "widerlegten" Aussagen zu Preiserhöhungen zu verunsichern.

Weyand sagte, die Wasseraufbereitung werde wegen der hohen Nitratbelastung immer schwieriger. "Wir machen uns große Sorgen um den Zustand des Grundwassers. Das ist die wichtigste Ressource, die wir haben." Das Anfang des Jahres verabschiedete neue Düngerecht reiche nicht aus, um die Nitratbelastung zu senken. Im Juni hatte bereits das Umweltbundesamt vor höheren Kosten für Trinkwasser gewarnt.

Offiziell geht die Bundesregierung davon aus, dass knapp ein Drittel der Messstellen im Bundesgebiet Nitratwerte über dem Schwellenwert von 50 Milligramm pro Liter ausweist. Aus Sicht der knapp 6000 deutschen Versorgungsunternehmen ist die Lage jedoch erheblich kritischer, weil diese sich an einen deutlich niedrigeren Grenzwert halten müssen als den gesetzlich vorgeschriebenen. Gemessen daran weisen fast alle Messstellen im Bundesgebiet zum Teil deutlich überhöhte Nitratwerte auf.

Bundesregierung hat Düngeregeln verschärft

Die Politik hat nach jahrelangem Ringen reagiert und im Frühjahr strengere Düngeregeln beschlossen. Dazu gehören Obergrenzen für Stickstoffdünger in Gebieten mit kritischen Wasserwerten und längere Zeiträume, in denen Düngen untersagt ist. Rund um Gewässer sollen Verbotsflächen für die Stickstoff- und Phosphatdüngung ausgeweitet werden. Wo die Werte bedenklich sind, können die Länder Extra-Vorgaben machen. Wo es unbedenklich ist, sollen Auflagen auch gelockert werden können.

Umweltschützern und den Wasserversorgern geht das nicht weit genug. BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand forderte wirksame Maßnahmen gegen die Überdüngung: "Was bislang von der Bundesregierung in punkto Düngerecht auf den Weg gebracht wurde, reicht nicht aus, um die drohende Kostenbelastung für die Verbraucher zu verhindern."

Eine Verschärfung von Düngegesetz und Düngeverordnung fordert auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) und Umweltschützer. "Die Konsequenz aus diesen Warnungen sollte lauten: weniger Billigfleisch produzieren, die Düngegesetze deutlich verschärfen und wirksam kontrollieren", meint Greenpeace-Expertin Huxdorff.

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