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Trinkwasser wegen Nitratbelastung bald 45 Prozent teurer?

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Wegen Nitratbelastung  

Trinkwasser bald 45 Prozent teurer?

10.06.2017, 14:15 Uhr | dpa

Trinkwasser könnte bald zur finanziellen Belastung werden. (Screenshot: t-online.de)
Trinkwasser bald 45 Prozent teurer?

Trinkwasser könnte bald zur finanziellen Belastung werden.

Trinkwasser könnte bald zur finanziellen Belastung werden. (Quelle: t-online.de)


Trinkwasser könnte schon bald deutlich teurer werden – um bis zu 45 Prozent, warnen Experten. Grund ist die hohe Nitratbelastung durch die Massentierhaltung. Die Experten mahnen: Sollte nicht bald weniger Dünger auf die Felder gebracht werden, müssten die Wasserversorger zu teuren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen.

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) kämen auf eine vierköpfige Familie Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu. Insgesamt müssten die Verbraucher bis zu 767 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für Trinkwasser bezahlen. Das sei "ungerecht und stellt das Verursacherprinzip auf den Kopf", sagt Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff.

Zuviel Dünger im Obst- und Gemüseanbau

Laut dem UBA wird in mehr als 27 Prozent der Grundwasservorkommen derzeit der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überstiegen. Als Ursache für die hohen Werte gilt übermäßiger Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger etwa im Obst- und Gemüseanbau.

Das Problem ist lange bekannt. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor steigenden Wasserpreisen gewarnt. Die EU hatte im November 2016 Deutschland wegen der hohen Werte verklagt.

Nitrat ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff. In Gewässern fördert sie Algenwachstum, was anderen Pflanzen schadet. Für Menschen ist der Stoff nicht gefährlich. Nitrat kann aber zu Nitrit werden, das wiederum den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, indirekt krebserregend zu sein.

Bundesregierung hat Düngeregeln verschärft

Die Politik hat nach jahrelangem Ringen reagiert und im Frühjahr strengere Düngeregeln beschlossen. Dazu gehören Obergrenzen für Stickstoffdünger in Gebieten mit kritischen Wasserwerten und längere Zeiträume, in denen Düngen untersagt ist. Rund um Gewässer sollen Verbotsflächen für die Stickstoff- und Phosphatdüngung ausgeweitet werden. Wo die Werte bedenklich sind, können die Länder Extra-Vorgaben machen. Wo es unbedenklich ist, sollen Auflagen auch gelockert werden können.

Umweltschützern und den Wasserversorgern geht das nicht weit genug. BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand forderte wirksame Maßnahmen gegen die Überdüngung: "Was bislang von der Bundesregierung in punkto Düngerecht auf den Weg gebracht wurde, reicht nicht aus, um die drohende Kostenbelastung für die Verbraucher zu verhindern."

Eine Verschärfung von Düngegesetz und Düngeverordnung fordert auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) und Umweltschützer. "Die Konsequenz aus diesen Warnungen sollte lauten: weniger Billigfleisch produzieren, die Düngegesetze deutlich verschärfen und wirksam kontrollieren", meint Greenpeace-Expertin Huxdorff.

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