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Kreditkarten von Lufthansa, Ikea & Co.: Was Sie wissen sollten

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Was Sie über Kreditkarten von Lufthansa, Ikea & Co. wissen sollten

23.08.2017, 07:59 Uhr | Erich Reimann, dpa

Kreditkarten von Lufthansa, Ikea & Co.: Was Sie wissen sollten. Kreditkarten von Privatunternehmen (Quelle: dpa/Lino Mirgeler)

Immer mehr Händler locken mit eigenen Kreditkarten. Sie versprechen den Kunden Extra-Vorteile. Doch Verbraucherschützer raten zu einer genauen Prüfung der Konditionen vor der Unterschrift. (Quelle: Lino Mirgeler/dpa)

Immer mehr Händler locken mit eigenen Kreditkarten. Sie versprechen den Kunden dabei Extra-Vorteile vom Tankrabatt bis zum günstigen Kredit. Doch Verbraucherschützer raten zu einer genauen Prüfung der Konditionen vor der Unterschrift.

Jetzt macht es auch Ikea: Seit Anfang August bietet der schwedische Möbelhändler seinen deutschen Kunden eine eigene Kreditkarte an. Ein Vorreiter ist das Möbelhaus damit allerdings nicht. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Einzelhändler, Autobauer und sogar Fußballvereine in Zusammenarbeit mit Banken Kreditkarten auf den Markt gebracht, die ihren Namen tragen. Verbraucherschützer raten allerdings dazu, die Konditionen genau zu prüfen, bevor man unterschreibt.

Anbieter versprechen Extras

Die Liste der Anbieter ist fast endlos: Der Internetriese Amazon lockt längst ebenso mit einer eigenen Karte wie die traditionsreichen Warenhäuser Karstadt und Kaufhof oder die Drogeriemarktkette dm. VW oder Mercedes haben das kostbare Stück Plastik ebenso im Angebot wie Lufthansa, Air Berlin, die Deutsche Bahn, der ADAC oder Bayern München. Das Besondere dabei: In der Regel versprechen diese Kreditkarten neben den üblichen Zahlfunktionen noch ein gewisses Extra.

"Die Unternehmen wollen mit den eigenen Kreditkarten in einen engeren Kontakt zu den Kunden treten und die Kundenbindung verbessern", erklärt der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU die Strategie der Firmen. Deshalb sei es "unverzichtbar", dass die Karten einen Zusatznutzen hätten, der sie von den "normalen" Kreditkarten unterscheide. Und dieser Zusatznutzen müsse zum Unternehmen passen.

Beispiel Ikea: Kreditkarte soll Möbelkauf ankurbeln

"Die Besonderheit an der Ikea-Karte ist, dass sie den Kunden bei Einkäufen bei Ikea mit einem effektiven Jahreszins von 4,9 Prozent sehr günstige Kreditbedingungen für die Ratenzahlung bietet", beschreibt Ikea-Sprecherin Isolde Debus-Spangenberg das Extra des Möbelhauses. Marketing-Experte Fassnacht hält das für einen geschickten Schachzug der Schweden. "Das erleichtert den Möbelkauf, falls der Kunde gerade knapp bei Kasse ist."

Extras sollen den Konsum anregen

Der ADAC dagegen lockt mit Tankrabatten und günstigeren Mietwagen-Konditionen im Ausland bei Verwendung seiner Kreditkarte. Bayern München verspricht Besitzern der FCB Mastercard Zugriff auf ein Sonderkontingent von 600 Eintrittskarten für jedes Heimspiel. Nüchterner geht es beim Internetriesen Amazon zu: Er garantiert beim ersten Einkauf mit der neuen Amazon-Kreditkarte eine Startgutschrift von 30 Euro und dazu die Möglichkeit, bei jedem Einkauf Punkte zu sammeln, die später eingelöst werden können.

Prüfen Sie, ob Sie die Zusatzleistungen wirklich benötigen

Bei Verbraucherschützern stoßen die Pakete, die da von den Unternehmen geschnürt werden, allerdings nicht auf uneingeschränkte Begeisterung. "Bei jeder Kreditkarte sollte sich der Verbraucher genau ansehen, ob er die darin enthaltenen Zusatzleistungen überhaupt benötigt", urteilt etwa die Finanzexpertin Kerstin Schultz von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Denn letztlich muss der Kunde dafür auf die eine oder andere Art bezahlen."

Bei der Ikea-Kreditkarte etwa seien zwar die Raten-Konditionen für die Einkäufe bei Ikea selbst "akzeptabel" – auch wenn es noch günstigere Offerten am Markt gebe. Doch der Zinssatz für Ratenkäufe abseits von Ikea sei mit 13,9 Prozent "viel zu hoch", meint die Expertin.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, raten die Verbraucherschützer dazu, sich vor der Unterschrift genau zu überlegen, was man von einer Kreditkarte überhaupt erwartet. Und sie raten auch dazu, sich die Mühe zu machen, das Kleingedruckte zu lesen.

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