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Kommentar: "Wohlfühlstudien" mit CDU-Nähe

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Kommentar zu Umfragen  

"Wohlfühlstudien" mit CDU-Nähe

17.09.2017, 17:20 Uhr | Ron Schlesinger, t-online.de

Kommentar: "Wohlfühlstudien" mit CDU-Nähe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Wahlkampf: Einige aktuelle Verbraucherstudien loben ihre Politik indirekt. (Quelle: dpa/Peter Steffen)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Wahlkampf: Einige aktuelle Verbraucherstudien loben ihre Politik indirekt. (Quelle: Peter Steffen/dpa)

Kurz vor der Bundestagswahl wird fast täglich eine neue Studie veröffentlicht. Und das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Den Deutschen geht's gut. Dabei nützen diese "Wohlfühlumfragen" vor allem einer Partei – der CDU. Kein Wunder, wenn man sich die Initiatoren der Studien genauer anschaut.

Erst fand der Nielsen-Verbrauchervertrauensindex heraus, dass die Deutschen für die nächsten zwölf Monate so optimistisch sind wie noch nie – was Job, finanzielle Situation und Geldausgeben betrifft.

Dann berichtete die Bertelsmann-Stiftung, dass sich für drei Viertel der Deutschen die wirtschaftliche Situation – im Vergleich zum Monat März – verbessert hat oder zumindest gleich geblieben ist ("eupinions"-Umfrage).

Schließlich zeigte die R+V-Studie "Die Ängste der Deutschen 2017", dass sich die Furcht vor Arbeitslosigkeit und schlechter Wirtschaftslage auf einem Rekordtief befindet.

CDU-nah: R+V Versicherung AG und Bertelsmann-Stiftung

Man kann an diesen drei Studien – wie an allen wissenschaftlichen Untersuchungen – bestimmt einiges bemängeln: die Fragestellung, den Methodenansatz, die Schlussfolgerung. Viel interessanter sind aber vor allem zwei Punkte: der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die Initiatoren. Zum Beispiel die R+V Versicherung AG. Sie gilt als CDU-nah und spendete der Partei in den Jahren 2013 und 2014, laut LobbyControl, insgesamt 21.700 Euro.

Oder die Bertelsmann-Stiftung. Sie beauftragt Forschungsprojekte, organisiert Podien und Debatten, finanziert Lehrstühle, berät die Politik – und erstellt Studien. Die als gemeinnützig anerkannte Unternehmensstiftung hat zudem starke Verbündete in Wirtschaft und Politik, auch in der CDU. Dass die Stiftung deshalb auch politische Interessen verfolgen könnte, wird immer wieder kritisch hinterfragt.

"Politisch neutral und unabhängig"

Die Frage, weshalb die Ergebnisse der R+V- und Bertelsmann-Umfragen ausgerechnet im Endspurt des Bundestagswahlkampfes veröffentlicht werden, ist somit relevant. Die positiven Botschaften könnten zum Beispiel Angela Merkel (CDU) ein Stück weit nützen. Beide Initiatoren sehen aber keinen Zusammenhang zwischen dem Veröffentlichungsdatum und ihrer CDU-Nähe.

Frank Senger, Pressesprecher der R+V Versicherung AG, sagt t-online.de, dass das Unternehmen "politisch neutral und unabhängig" sei. Und: Diese Studie wird "zumeist nach den Ferien veröffentlicht". 2016 hatte R+V die jährliche "Ängste-Studie" allerdings schon Mitte Juli publik gemacht.

Auch Isabell Hoffmann, Autorin der Studie und Europa-Expertin der Bertelsmann-Stiftung, betont die Neutralität und will eher Antworten bieten, "weshalb der Wahlkampf in Deutschland so schleppend läuft". Weil die Deutschen zufrieden sind und es dem Land wirtschaftlich gut geht. Dass ihre Studie kurz vor der Bundestagswahl publik wird, sieht Hoffmann entspannt: "Wir haben auch zwei Tage vor der Stichwahl ums französische Präsidentenamt eine Umfrage veröffentlicht."

"Wohlfühlstudien" können öffentlichen Diskurs bestimmen

Freilich müssen diese und andere Umfragen deswegen noch keine "Gefälligkeitsstudien" sein. Dennoch können sie den öffentlichen Diskurs beeinflussen – vor allem vor wichtigen Wahlen –, können Themen setzen, die eigentlich gar keine sind, oder – und das wäre besser – Probleme offenlegen, die bisher wenig oder gar nicht auf der Agenda stehen.

Zum Beispiel, dass fast jeder zweite neu eingestellte Arbeitnehmer im Jahr 2016 nur eine befristete Stelle bekommen hat. Im Übrigen keine aktuelle Studie von Nielsen, R+V, Bertelsmann & Co., sondern eine Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage einer Bundestagsabgeordneten. Psst ... es war keine aus der CDU.

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