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Was bedeutet Inflation für den Verbraucher?

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"Gefühlt wird alles teurer"  

Das sind die Folgen der Inflation für Verbraucher

18.05.2017, 16:19 Uhr | Henning Seelmeyer, t-online.de

Was bedeutet Inflation für den Verbraucher?. In den Supermärkten wird die Inflation als weitaus stärker wahrgenommen, als sie tatsächlich ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/cyano66)

In den Supermärkten wird die Inflation als weitaus stärker wahrgenommen, als sie tatsächlich ist (Quelle: cyano66/Thinkstock by Getty-Images)

Beim Einkauf müssen Verbraucher immer mehr hinblättern, denn jedes Jahr hat das hart erarbeitete Geld weniger Wert. Im April 2017 stiegen die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Wer ist besonders von der Inflation betroffen und was können Verbraucher gegen die Geldentwertung tun?

Wer ist von der Inflation besonders betroffen?

Verluste müssen Menschen mit mittleren Einkommen hinnehmen. Die Inflation schwächt nicht nur ihre Kaufkraft, sie schmälert auch die Ersparnisse. Weil es derzeit nur wenig Zinsen gibt, können die Ersparnisse auch nur mit geringem Profit angelegt werden. Wer dann auf ein Haus spart, wird mit stark steigenden Immobilienpreisen konfrontiert.

Aber auch Menschen mit geringerem Einkommen sind betroffen. Denn gewöhnliche Dienstleistungen kosten immer mehr. Und auch für den öffentlichen Nahverkehr müssen die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen: "Bei einigen Tickets gab es in den letzten zehn Jahren Preissteigerung von 20 bis 30 Prozent. Und auch der Friseurbesuch wird immer teurer", sagt Finanzexperte Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Gefühlt wird alles teurer – aber das muss nicht stimmen

Seit Einführung des Euros betrug die Inflationsrate in Deutschland jährlich etwa zwei Prozent. Die Preise sind nicht stärker angestiegen als in den Jahren zuvor. Dennoch glauben viele, dass die Kosten jedes Jahr deutlich höher sind. In einigen Bereichen ist das tatsächlich so: "Essen und Trinken wird immer teurer, vielleicht nicht unbedingt im Supermarkt, aber durchaus im Restaurant", sagt Schaarschmidt.

In den Supermärkten werde die Inflation allerdings als weitaus stärker wahrgenommen, als sie tatsächlich ist, betont der Finanzexperte und spricht dabei von einer "gefühlten Inflation".

Sparer haben es schwer

Wer sparen will, der hat es derzeit nicht leicht: "Verbraucher bekommen im Moment fast keine Zinsen. Weder auf Staatsanleihen, Festzinsanlagen, Schuldverschreibungen, Lebensversicherungen oder Bausparverträge", sagt Schaarschmidt. Die niedrigen Erträge, die mit diesen Zinsprodukten erwirtschaftet werden können, frisst die Inflation wieder auf.

Tipps für Sparer

Wer langfristig sparen will, um sich zum Beispiel im Alter abzusichern, dem rät der Verbraucherschützer zum Kauf von weltweit angelegten Aktienfonds. Sie werfen noch ausreichend Profit ab, um die Inflation auszugleichen. "Ein Zwanzigjähriger kann durchaus auch mal 60 bis 80 Prozent in gute Aktienfonds investieren, die restlichen Prozent dann zwischenzeitlich auf einem variabel verzinsten Tagesgeldkonto bis wieder Festgeldangebote oberhalb von zwei bis drei Prozent lohnen."

Investieren könnten Verbraucher beispielsweise in den schwankungsarmen Weltaktienindex MSCI World mit passiven Exchange Trades Funds (ETF). Das sind Fonds, die einfach nur den Aktienindex abbilden. Die Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds schafft es nicht, besser als der Aktienindex zu sein.

Bei älteren Sparern geht es eher um Vermögenserhalt und weniger um Zuwächse. Schaarschmidt empfiehlt für Senioren deshalb Festzinsbriefe oder auch das Tagesgeldkonto, sofern dort Zinsen gezahlt werden.

Höhere Löhne gegen die Inflation

In einigen Berufen gab es in den vergangenen Jahren moderate Lohnsteigerungen. Deutschland liege im europäischen Vergleich allerdings weit hinten, sagt Schaarschmidt. Hätte der Verbraucher am Ende des Monats mehr Geld auf dem Konto, dann würde ihm die Inflation nicht so zusetzen: "Die Verbraucher werden belastet, wenn es keine Lohnsteigerungen gibt, die das ausgleichen."

Wie wird sich die Inflation entwickeln?

Wie sich die Inflationsrate entwickeln wird, hängt wesentlich vom Ölpreis und den Energiepreisen ab. "Steigt der Ölpreis, zieht die Inflation entsprechend an. Fällt er, dann haben wir weniger Inflation", meint Schaarschmidt zur aktuellen Situation.

Die Europäische Zentralbank (EZB) legt den Leitzins fest und strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Der Verbraucherschützer geht ebenfalls von einer moderaten Inflation und weiterhin geringen Zinsen aus: "Ich glaube, dass es nach dem japanischen Modell laufen wird. Also dauerhaft künstlich niedrig gehaltene Zinsen, weil nicht wenige Staaten sich einen angemessen höheren Zins bei den exorbitanten Schuldenbergen gar nicht leisten können."

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