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Studie: Inkompetente IT-Verwaltungen kosten uns Milliarden

11.05.2013, 10:11 Uhr | t-online.de

Studie: Inkompetente in IT-Verwaltungen kosten uns Milliarden. Veraltete Strukturen in der IT kosten Bund und Länder viel Geld (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Veraltete Strukturen in der IT kosten Bund und Länder viel Geld (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jedes Jahr gehen Bund und Länder über eine Milliarde Euro verloren, weil ihre IT-Verwaltungen nicht kompetent genug aufgestellt sind. Das geht aus einem Bericht der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG), der der Tageszeitung "Die Welt" vorliegt, hervor. Getragen werden diese Ausgaben letztendlich von den deutschen Steuerzahlern.

Verkrustetes System

Die BCG stellt fest, dass durch fehlende Konzepte, doppelte Strukturen oder Insellösungen jedes Jahr etwa 1,3 Milliarden Euro verloren gingen. In ihrer Studie rügen die Berater das IT-Management der Bundesländer als extrem ineffizient: Zehn Milliarden Euro gäben Bund und Länder jedes Jahr für ihre IT aus, doch davon könnten 500 Millionen Euro allein durch ein effizienteres Management der vorhandenen Strukturen gespart werden.

Ministerien handeln verschwenderisch

Nach "Welt"-Informationen würden viele Millionen Euro zum Beispiel dadurch verschwendet werden, weil in einigen Fällen nach Virenangriffen lieber neue Computer angeschaffen wurden, anstatt ein kostenfreies Virenprogramm zur Reinigung zu verwenden.

Die Zeitung nennt konkrete Fälle: Als die Computer des Lehrerfortbildungsinstituts IQMV in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Greifswald im September 2010 Virenalarm anzeigten, warfen die zuständigen Administratoren kurzerhand 170 Rechner auf den Müll und schafft neue Geräte für das landeseigene Institut an. Die Kosten beliefen sich den Informationen zufolge auf 187.300 Euro.

Obskur: Eine Reinigung der Rechner hatte das zuständige Bildungsministerium auf 130.000 Euro geschätzt - eine plausible Begründung habe es dem Bericht zufolge jedoch nicht gegeben. Angeblich soll es sich bei dem Virus um den Conficker-Wurm gehandelt haben - ein Schädling, für den Microsoft bereits seit 2009 ein kostenloses Säuberungsprogramm bereitstellt.

IT-Strukturen nicht mehr zeitgemäß

Aber das sind keine Einzelfälle. In diversen Bundesländern bemängeln die Landesrechnungshöfe in ihren Berichten, dass die öffentliche IT-Infrastruktur nicht effizient genug geführt würden. Jährlich gingen so hunderte Millionen Euro verloren, berichtet die "Welt" weiter. "Die vorhandenen IT-Strukturen sind nicht mehr zeitgemäß und müssen an die geänderten Bedingungen, wie Personalmangel und knappe Haushaltsmittel, angepasst werden", urteilte der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein in seinen Bericht 2012.

Länder arbeiten nicht zusammen

Doch eine schnelle Umstellung scheint schwer zu sein. Denn die zuständigen IT-Administratoren sollen sich gegen eine nötige Verschlankung der Strukturen wehren, erklärte die "Welt". Landesprüfer würden demnach kritisieren: "Unterschiedliche Interessen von zentralem IT-Management und dezentralen IT-Managements verursachen Mehrfachentwicklungen und behindern eine weitergehende Standardisierung".

Außerdem erschwere ein Weiterkommen, weil die Bundesländer nicht genügend zusammenarbeiten würden, kritisierte der Landesrechnungshof Baden-Württemberg, nachdem ein dort entwickeltes Personalverwaltungsprogramm nur von einem weiteren Bundesland mitgenutzt werde.

Mangelnde Transparenz bei den Ausgaben

Ebenso bemängelte der Bundesrechnungshof im November 2012 "mangelnde Transparenz" bei den IT-Ausgaben - die tatsächlichen Kosten könnten sogar noch höher liegen. Weitere 800 Millionen Euro würden durch die Vereinheitlichung von Strukturen über die Bundesländergrenzen hinweg wegfallen, berichtete die Zeitung. Der Rat der Berater: Serverzentren müssten zentral verwaltet werden, oder Software nur einmal für alle 16 Länder entwickelt. Auch sollten die Länder ihre Verträge mit externen Dienstleistern überprüfen, und mit wenigen großen Partnern neu verhandeln.

Doch dafür müsste etwaige Strukturen erschaffen werden: "Doch einmal angelegte doppelte Strukturen haben ein erhebliches Beharrungsvermögen - jeder hängt an seiner einmal teuer angeschafften IT", sagte Minz bei der "Welt".

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