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Kirchensteuer in Deutschland

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Steuererklärung  

Weshalb wird in Deutschland eine Kirchensteuer erhoben?

23.04.2014, 17:05 Uhr | bg (TP)

Etwa 47 Millionen Bürger gehören hierzulande einer christlichen Kirche an. Jedes Kirchenmitglied zahlt ab dem ersten Gehalt neben der Einkommensteuer auch Kirchensteuer, sofern es nicht vorher ausgetreten ist. Warum und in welcher Höhe man in Deutschland Kirchensteuer bezahlen muss, erfahren Sie hier.

Heutige Rechtsgrundlage der Kirchensteuer

Die Kirchensteuer existiert schon seit dem 19. Jahrhundert. Der Unterhalt der Kirchen ging vom Staat auf die Kirchenmitglieder über. Heute ist die Steuer in der deutschen Verfassung (Art. 140 GG i.V.m Art. 137 Abs. 6 Weimarer Reichsverfassung) verankert. Eingestuft als Körperschaft des öffentlichen Rechts dürfen Religionsgemeinschaften gemäß den landesrechtlichen Vorschriften Kirchensteuern erheben.

Sie ist außerdem noch in Staatskirchenverträgen zwischen den Religionsgemeinschaften und dem Staat vermerkt. Die Kirchensteuergesetze der einzelnen Bundesländer regeln die konkrete Umsetzung.

Sie können die Kirchensteuer von Ihrer Einkommensteuer absetzen

Kirchen verlangen von ihren Angehörigen eine Steuer, um ihre Aufgaben zu finanzieren. Die Steuer beträgt abhängig von den Bundesländern acht oder neun Prozent vom Gehalt. Die Finanzämter der Bundesländer ziehen die Steuer ein und erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung. Sie können die Kirchensteuer in Ihrer Steuererklärung in voller Höhe als Sonderausgaben steuermindernd geltend machen.

Ohne Einkommensteuer keine Kirchensteuer

Sie bezahlen Kirchensteuern, sobald Sie einkommensteuerpflichtig und solange Sie nicht aus der Kirche ausgetreten sind. Kinder, Schüler, Studenten, Arbeitslose, Geringverdiener und Ordensleute zahlen keine Einkommensteuer und somit auch keine Kirchensteuer.

Auch wenn Sie keiner Konfession mehr angehören, zahlen Sie trotzdem diese Steuer, wenn Ihr Ehepartner in der Kirche ist und weniger verdient. Hier zählt nicht sein Verdienst, sondern Ihr gemeinsames Einkommen.

Unterschiedliche Bemessungsgrundlagen der Kirchensteuer

Nach heutiger Rechtslage führen Sie die Kirchensteuer als Zuschlag zur Einkommensteuer ab. Daher bemisst sich deren Höhe nach Ihrer Einkommensteuerpflicht. Zudem ziehen viele landesrechtliche Kirchensteuergesetze den Grundsteuermessbetrag zur Bemessung der Steuer heran.

Gehören Sie und Ihr Partner unterschiedlichen Konfessionen an, so orientiert sich die Höhe Ihrer Kirchensteuer am Lebensführungsaufwand Ihrer Ehe. In manchen Bundesländern setzen die Kirchenleitungen die Höhe der Steuer fest.

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