Sie sind hier: Home > Finanzen >

Wirtschaft: Steueroase Madeira? EU-Parlamentarier fordern Aufklärung

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Wirtschaft  

Steueroase Madeira? EU-Parlamentarier fordern Aufklärung

14.02.2017, 17:45 Uhr | dpa-AFX

BRÜSSEL/FUNCHAL (dpa-AFX) - Europaparlamentarier fordern von der EU-Kommission Aufklärung über den möglichen Missbrauch von Niedrigsteuersätzen auf der portugiesischen Insel Madeira. Die EU-Kommission erlaubt Portugal seit Jahren, der entlegenen und strukturschwachen Insel Madeira mit sehr niedrigen Steuersätzen unter die Arme zu greifen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Der Bayerische Rundfunk berichtete am Dienstag über Missstände in der Sonderfreihandelszone Madeira.

Für Madeira gelten seit 1987 besondere Regeln. Mithilfe stark reduzierter Steuersätze sollten Investitionen und Beschäftigung auf der Insel gestärkt werden. Nach geltendem EU-Recht ist es den Mitgliedsstaaten erlaubt, wirtschaftsschwache, entlegene Regionen besonders zu fördern, ohne sich wegen unerlaubter Staatsbeihilfen verantworten zu müssen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hilfen unmittelbar der Wirtschaft vor Ort zugute kommen. Unternehmen zahlen auf Madeira eine Körperschaftssteuer von fünf Prozent. Zum Vergleich: Auf dem portugiesischen Festland sind 21 Prozent fällig.

Dem Bericht zufolge profitieren von den Steuerregeln jedoch weniger die regionale Wirtschaft, sondern vor allem etwa internationale Großkonzerne, die über Tochterfirmen auf der Insel Milliardenumsätze verbuchten und kaum versteuerten. Die Insel sei vor allem zur Steuervermeidung genutzt worden, so der Vorwurf.

Anzeige 
Heizölpreisrechner

Mit unserem Rechner finden Sie schnell die aktuellen Heizölpreise.
Zum Rechner

Die EU-Kommission hielt sich zunächst bedeckt. "Die Regelung ist dazu da, das Wirtschaftswachstum auf Madeira - einer der entlegensten Regionen der EU - zu stärken", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Es sei Sache der Mitgliedstaaten, sicherzustellen, dass Unternehmen, die von den Vorteilen profitierten, die Voraussetzungen dafür erfüllten. Die Behörde stehe mit Portugal wegen der Umsetzung der Steuervergünstigungen im Kontakt. Möglichen Steuervermeidungen nachzugehen, sei jedoch Sache der nationalen Behörden, hieß es.

"Die Panama Papers, Luxleaks und das aktuelle Beispiel Madeira haben gezeigt, dass es immer noch zu einfach ist, Geld in Steuerparadiese zu verschieben und Unternehmensgewinne in Niedrigsteuerländer zu verlagern", kritisierte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber.

Ähnlich äußerte sich der Grünen-Parlamentarier Sven Giegold. "Ich fordere EU-Wettbewerbskommissarin Vestager auf, alle Sonderwirtschaftszonen einem Steuer-Check zu unterziehen. Steuerliche Sonderregeln dürfen nur für reale Investitionen und Wertschöpfung in benachteiligten Regionen gelten."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Mutiger Inder 
Unglaublich, wie lässig dieser Schlangenfänger ist

Im indischen Amalapuram fängt ein Mann eine Schlange mit seinem Lendenschurz. Sein souveräner Umgang beweist: Der Inder fängt nicht zum ersten Mal ein derartiges Tier. Video

Anzeige

Shopping
Anzeige
MADELEINE - jetzt die neue Kollektion entdecken!

Souveräne Businesslooks, elegante Eventmode und Lieblingsbasics bei MADELEINE.

Anzeige
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping


Anzeige
shopping-portal