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Das ändert sich 2018 für Verbraucher

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Weniger Sozialabgaben, mehr Hartz IV  

Das ändert sich 2018 für Verbraucher

04.12.2017, 12:00 Uhr | dpa, AFP

Das ändert sich 2018 für Verbraucher. Arbeitslosenbezüge sollen ab 2018 an den Kassen von Supermärkten und Drogerien bar ausgezahlt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Noel Hendrickson)

Arbeitslosenbezüge sollen ab 2018 an den Kassen von Supermärkten und Drogerien bar ausgezahlt werden. (Quelle: Noel Hendrickson/Thinkstock by Getty-Images)

Weniger Sozialabgaben, mehr Hartz IV, Ende des 500-Euro-Scheins:
Was sich 2018 für Verbraucher ändert.

Im kommenden Jahr müssen sich die Verbraucher wieder auf einige Änderungen einstellen. So sollen die Sozialabgaben sinken, die Hartz-IV-Sätze steigen und der 500-Euro-Schein nach und nach verschwinden. Auch bei den Strompreisen kann es größere Veränderungen geben.

Beitrag zur gesetzlichen Rente sinkt

Arbeitnehmer können für das kommende Jahr auf eine leichte Entlastung bei den Rentenbeiträgen hoffen. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet, dass die Beiträge zum Jahreswechsel von derzeit 18,7 Prozent auf 18,6 Prozent abgesenkt und "bei unveränderten rechtlichen Rahmenbedingungen" erst im Jahr 2023 wieder auf 18,7 Prozent erhöht werden.

Erhöhung der Hartz-IV-Sätze

Der monatliche Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt zum 1. Januar 2018 von derzeit 409 Euro auf 416 Euro, der Betrag für Paare erhöht sich von 368 Euro auf 374 Euro pro Partner.

Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse

Die Bundesagentur für Arbeit hat angekündigt, Bargeld aus allen Jobcentern und Arbeitsagenturen zu verbannen. Stattdessen sollen Arbeitslosenbezüge an den Kassen von Supermärkten und Drogerien bar ausgezahlt werden. Der Plan ist allerdings umstritten, weil Bezieher bloßgestellt werden könnten.

Rentenbezüge steigen

Die Altersbezüge sollen am 1. Juli 2018 um rund drei Prozent steigen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln. Die Entscheidung soll laut Deutscher Rentenversicherung im Frühjahr 2018 fallen.

500-Euro-Schein verschwindet

Der größte Schein der Gemeinschaftswährung wird nicht mehr gedruckt und soll ab Ende des Jahres 2018 nicht mehr ausgegeben werden.

Weniger Belege für die Steuererklärung

Die Abgabe der Steuererklärung wird einfacher – zumindest was das Einreichen von Belegen angeht. Ab 2018 genügt es, die Belege aufzuheben und sie auf Nachfrage einzureichen.

Einführung des dritten Geschlechts

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe muss der Gesetzgeber bis Ende 2018 eine Neuregelung schaffen, in die als drittes Geschlecht neben "männlich" und "weiblich" noch etwa "inter", "divers" oder eine andere positive Bezeichnung des Geschlechts aufgenommen wird.

Kindergeld wird erhöht

Das Kindergeld wird um zwei Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es 2018 dann jeweils 194 Euro pro Monat.

Schwangere und stillende Mütter dürfen künftig sonntags arbeiten

Schwangere und stillende Mütter dürfen vom 1. Januar 2018 an auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Bisher war das generell verboten, mit der Neuerung des Mutterschutzgesetzes wird die Regelung etwas gelockert. Ab sofort ist Sonn- und Feiertagsarbeit demnach erlaubt – allerdings nur, "wenn beide Seiten, also insbesondere die Schwangere, zustimmen, der Arzt das erlaubt und die zuständige Aufsichtsbehörde zustimmt", sagt Kaja Keller, Anwältin und Expertin für Arbeitsrecht.

Ähnliches gilt für die Nachtarbeit zwischen 20.00 und 6.00 Uhr: Auch die war bisher grundsätzlich verboten. Künftig dürfen Schwangere und stillende Mütter auf eigenen Wunsch und mit Genehmigung zumindest zwischen 20.00 und 22.00 Uhr arbeiten – danach ist weiterhin Schluss.

Verbesserung für Bankkunden

Aufgrund einer EU-Richtlinie gelten ab dem 13. Januar neue europaweit einheitliche Regelungen zum Zahlungsverkehr. Banken passen ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen dementsprechend an. Neu ist unter anderem, dass Bankkunden bei Missbrauch etwa der Bank- oder Kreditkarte oder des Online-Bankings für entstandene Schäden nur noch bis maximal 50 Euro haften. Ab November werden Echtzeitüberweisungen in der Eurozone möglich sein.

Alkoholverbot in Regionalzügen

Die Deutsche Bahn führt ein Alkoholverbot auf Regionalstrecken in Norddeutschland ein. Zunächst soll es eine Einführungsphase geben, in der Passagiere lediglich auf das Verbot hingewiesen werden. Später soll dann bei Verstößen auch ein Bußgeld verhängt werden können.

Höhere KFZ-Steuern für viele Neuwagen

Wer plant, ein neues Auto zu kaufen, sollte dies vor dem 1. September tun, rät die Verbraucherzentrale NRW. Danach falle die Kfz-Steuer für neu zugelassene Fahrzeuge wegen des neuen Abgastests WLTP möglicherweise höher aus. Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts.

Notrufsystem für PKW

Neuwagen müssen ab dem 31. März mit dem eCall-System ausgerüstet sein, das bei schweren Unfällen automatisch einen Notruf absetzt.

Strompreise könnten steigen

Deutschlands Stromkunden müssen auch 2018 tief in die Tasche greifen. Obwohl die staatlichen Umlagen leicht zurückgehen und viele Konzerne 2017 etwas weniger für die Strombeschaffung im Großhandel zahlen mussten, sinkt der Preis für Haushaltskunden zum Jahresbeginn kaum. Der deutsche Strompreis bleibt damit insgesamt auf einem der Spitzenplätze in Europa. Verbraucherschützer kritisieren, dass Versorger Entlastungen nicht weitergäben. Die Stromkunden müssen im Schnitt zwischen 1100 und 1400 Euro jährlich für die Versorgung eines vierköpfigen Durchschnittshaushalts zahlen.

Mehr noch: Obwohl die Ökostromumlage leicht sinkt, kann es laut der Verbraucherzentrale Brandenburg zu Erhöhungen der Strompreise kommen. Die Verbraucherschützer empfehlen, Stromverträge zu prüfen, Preise zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln.

Schatten und Sonne für Urlauber

Reisende müssen ab Juli höhere Preisaufschläge für schon gebuchte Reisen hinnehmen. Der Veranstalter darf den Preis bis zu 20 Tage vor Reisebeginn um bis zu acht Prozent erhöhen – bislang waren fünf Prozent erlaubt. Bei Mängeln können Reisende ihre Ansprüche aber künftig zwei Jahre lang geltend machen. Bisher war das nur bis zu einem Monat nach der Rückkehr von der Reise möglich. Ab Mai speichert das Bundeskriminalamt Daten wie Name, Sitzplatz, Flugnummer und IP-Adresse aller Auslandsfluggäste fünf Jahre lang.

Grenzenloseres Streamen

Bei Online-Abodiensten fällt im kommenden Jahr das sogenannte Geoblocking weg: Kostenpflichtige Streaming-Dienste etwa für Filme, Musik oder Videospiele lassen sich laut Verbraucherzentrale NRW ab dem 20. März 2018 auch im EU-Ausland nutzen, ohne dass die Anbieter dafür zusätzliche Gebühren erheben dürfen.

Besserer Schutz für Bauherren

Firmen müssen privaten Bauherren ab Januar detaillierte Baubeschreibungen aushändigen, so dass sie verschiedene Angebote besser vergleichen können und bei Streitigkeiten Beweise haben. Zudem müssen die Unternehmen verbindliche Angaben zur Zeit der Fertigstellung machen. Und: Häuslebauer können Bauverträge binnen 14 Tagen widerrufen.

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