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Die Steuern steigen seit 1990 nur noch – stimmt's?

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Mehrwertsteuer, Soli und Co.  

Die Steuern steigen seit 1990 nur noch – stimmt das?

09.01.2018, 13:20 Uhr | Martina Herzog, dpa

Die Steuern steigen seit 1990 nur noch – stimmt's?. Haushaltsbuch (Quelle: Getty Images/seb_ra)

Haushaltsbuch: Haben Verbraucher weniger in der Tasche, weil die Steuern steigen? (Symbolbild) (Quelle: seb_ra/Getty Images)

Erleichterungen versprechen sie alle, wenn auch nicht immer für die Gleichen. Momentan ringen die Sondierer um die Steuerpolitik. Die Union will die Bürger generell entlasten, die SPD die Klein- und Mittel-Verdiener. Spitzenverdiener will sie möglicherweise belasten.

Der Blick zurück zeigt: Die Steuerquote – also die Steuereinnahmen des Staates im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung – hat sich seit der Wiedervereinigung nicht wesentlich verändert (von 22,2 Prozent 1990 auf etwa 22,7 Prozent 2017). Wichtige Entwicklungen seit 1990 im Überblick:

Der Solidaritätszuschlag

Der "Soli" wurde erstmals 1991/92 erhoben, um den wirtschaftlichen Aufbau in den damals neuen Bundesländern mitzufinanzieren. Seit 1995 wird er in seiner heutigen Form auf Einkommen-, Lohn-, Kapitalertrag-, Abgeltung- (seit 2009) und Körperschaftsteuer erhoben. Aktuell wird der "Soli" mit 5,5 Prozent veranschlagt und soll dem Fiskus 2018 nach Prognosen des Finanzministeriums gut 18 Milliarden Euro bringen.

Die Mehrwertsteuer

Hier ging es im Lauf der Jahre nach oben. Zwischen 1992 und heute ist der Regelsteuersatz von 14 auf mittlerweile 19 Prozent geklettert. Der ermäßigte Satz, der für immer mehr Produkte und Dienstleistungen greift, liegt seit 1983 bei sieben Prozent.

Der Spitzensteuersatz

Unter der rot-grünen Bundesregierung von Gerhard Schröder beschloss Deutschland 2001 eine wichtige Steuerreform. Danach sank der Spitzensteuersatz von 51 Prozent stufenweise auf 42 Prozent im Jahr 2005. Seitdem ist er unverändert. Aktuell greift der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent ab einem Jahreseinkommen von 54.950 Euro. Hinzu kommt aber ein Steuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro.

Die Körperschaftsteuer

Die Steuern müssen etwa Aktiengesellschaften oder GmbHs zahlen, die ihre Geschäftsleitung oder den Sitz in Deutschland haben. 2008 senkte die damalige große Koalition unter Angela Merkel die Köperschaftsteuersätze auf 15 Prozent. Das ist im internationalen Vergleich niedrig. Wenn allerdings nicht nur Körperschaftsteuern des Bundes berücksichtigt werden, sondern auch die Belastungen für Gewerbetreibende auf unteren Ebenen, liegt der Satz in Deutschland bei knapp 30 Prozent (2016) – also längst nicht mehr so niedrig.

Die Vermögenssteuer

Eine Steuer auf große Vermögen greift seit Ende 1996 in Deutschland nicht mehr. Sie hatte am Ende bei einem Prozent für natürliche Personen gelegen und spülte damit etwa 4,6 Milliarden Euro in die Staatskasse. Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Begünstigung von Grundbesitz 1995 indes für verfassungswidrig, die Steuer wurde abgeschafft.

Die Statistik zeigt die Höhe der Steuereinnahmen des Bundes in den Jahren von 1969 bis 2016 und Planung für 2017 (Quelle: Statista GmbH)Die Statistik zeigt die Höhe der Steuereinnahmen des Bundes in den Jahren von 1969 bis 2016 – die Werte für 2017 sind die geplanten. Im Jahr 2016 betrug die Höhe der Steuereinnahmen des Bundes rund 289 Milliarden Euro. (Quelle: Statista GmbH)

Quellen und weiterführende Informationen
- Nachrichtenagentur dpa
- Statista
Finanzbericht 2018 des Bundesfinanzministeriums
Datensammlung zur Steuerpolitik 2016/17
Bundesfinanzministerium zu Steuern
Bundesfinanzministerium zu Steuer- und Abgabenquoten
Bundesfinanzministerium zum Solidaritätszuschlag
Bundeszentrale für politische Bildung 2005 zur wirtschaftspolitischen Bilanz der rot-grünen Bundesregierung
- Bundesfinanzministerium zu Körperschaftssteuern
- Bundeszentralamt für Steuern zur Körperschaftssteuer

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