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Energieausweis  

Gut gemeint mit Schwachstellen

17.07.2008, 17:59 Uhr | t-online.de , t-online.de

Der Energieausweis wird Pflicht. (Foto: dpa)Der Energieausweis wird Pflicht. (Foto: dpa) Den Energieverbrauch eines Hauses so leicht überblicken wie den Strombedarf eines Kühlschranks: Das sollte der neue Gebäudepass leisten und so Verbrauchern ab dem 01. Juli 2008 böse Nebenkostenschocks ersparen. Doch das Papier dürfte nicht ganz halten, was es einst versprach. Denn statt eines einheitlichen Dokuments winkte der Gesetzgeber konkurrierende Modelle durch: den Bedarfs- und den Verbrauchsausweis. Wer umziehen will, hat es dadurch schwerer, den Energieverbrauch abzuschätzen und Gebäude zu vergleichen.

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Energieausweis soll verlässliche Daten liefern

Der Energieausweis soll verlässliche Daten über die Energieeffizienz eines Gebäudes liefern - von Juli an ist er Pflicht für alle vor 1965 erbauten Häuser, die neu vermietet oder verkauft werden. Während der Bedarfsausweis den Energiebedarf eines Hauses auf Grundlage der technischen Daten bemisst, wird für den Verbrauchsausweis der Energieverbrauch anhand der Heizkosten früherer Bewohner errechnet.



Kritik vom Verbraucherzentralen-Bundesverband

Wegen der Wahlfreiheit bei den Ausweistypen könnten Kauf- und Mietinteressenten verschiedene Angebote nicht ohne weiteres vergleichen, kritisiert Stefanie Grether vom Verbraucherzentralen-Bundesverband (vzbv). Auch informiere der Verbrauchsausweis eher über die Heizgewohnheiten einstiger Bewohner als über die tatsächliche Energieeffizienz eines Gebäudes. Aus Verbrauchersicht lasse sich daher "spitz formuliert" sagen: "Der Verbrauchsausweis bringt mir nichts". Auch Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz empfiehlt Mietern, nach dem bedarfsorientierten Ausweis zu fragen und an den verbrauchsorientierten Ausweis "mit spitzen Fingern" zu gehen.

Mieterschützer befürchten Nachteile

Mieterschützer fürchten, dass viele Vermieter sich für den Verbrauchsausweis entscheiden. Er ist billiger, und der Vermieter kann obendrein sagen, dass die bisherigen Bewohner am hohen Energieverbrauch in einem Gebäude schuld seien, wie Ropertz sagt. Dabei seien beispielsweise die auf 250 Euro geschätzten Kosten für einen Bedarfsausweis für ein Fünffamilienhaus - gerechnet auf die einzelnen Wohnungen und die mehrjährige Gültigkeit - "echte Peanuts".

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Ausweis sagt nichts über die einzelne Wohnung aus

Die Wohnungswirtschaft bestätigt die Vermutungen der Mieterschützer: Bei den Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften sei der Energieausweis "weitgehend vorhanden", sagt Ingrid Vogler vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen - überwiegend als Verbrauchsausweis. Zur Kritik der Verbraucherschützer sagt Vogler, in einem Mietshaus werde eine Wohnung angemietet und nicht das ganze Haus - da sage weder der eine noch der andere Ausweis etwas über den Verbrauch in der einzelnen Wohnung aus.

Deutsche-Energie-Agentur: Bedarfsausweis der richtige Einstieg

Hoffnung macht die Deutsche Energie-Agentur (dena). Sie geht davon aus, dass sich der Bedarfsausweis letzten Endes durchsetzen wird. Schließlich seien alle Eigentümer gut beraten, ihre Häuser energetisch zu modernisieren. Dafür sei der Bedarfsausweis der richtige Einstieg, denn nur er liefere eine Gebäude- und keine Bewohneranalyse, sagt dena-Projektleiter Thomas Kwapich.

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Keine rechtliche Handhabe - Energieausweis reine Information

Egal ob Bedarfs- oder Verbrauchsausweis: Verbraucher haben kaum eine rechtliche Handhabe, wenn der Energiebedarf im neuen Heim viel höher ist, als aufgrund des Gebäudepasses vermutet. Der Ausweis diene nur zur Information, "man hat kein Anrecht, sich darauf zu beziehen - etwa bei sehr hohen Heizkosten", betont Kwapich. Auch die Modernisierungsempfehlungen im Pass für mehr Energieeffizienz müssten nicht umgesetzt werden. Anders ist es bei Ordnungswidrigkeiten - wenn der Ausweis unvollständig ist, nicht rechtzeitig vorliegt oder der ausstellende Fachmann zur Ausstellung von Energieausweisen nicht zugelassen ist. Die in solchen Fällen angedrohten bis zu 15.000 Euro Bußgeld seien aber "sicher eher ein Maximalwert", setzt Kwapich hinzu.

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